Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
gerehtikeit stf.
1. gerechtigkeit, moralische passlichkeit. sie sint widerzæme dem almehtigen gote und sie sint sô gar wider die gerehtikeit Berthold, im leseb. 669,10. aequitas gerechtickeit Diefenb. gl. 9. rectitudo gerechtigkeit das. 233. daʒ ir gerüefet sind zuo den, die dâ besitzent die krôn der gerechtikait zürch. jahrb. 48,12. der furste des landis liʒ der gerechtikeit iren gang Ludw. 20,28.
2. die rechtspflege. er wolde fürbaʒ die gerechtekeit behalden gar Pass. K. 55, 21. wie im was entsliffen die lûne der gerechtekeit das. 55,69.
3. vorrecht, privilegium. es ist nicht ganz deutlich, ob nr. 2 oder 3 anzunehmen ist in der folgenden stelle. her gab ouch dem hantwerg schult (der bischof im namen des kaisers), si heten sich eyner gerechtekeyt gewert, widersetzt: wen eyne wôge wolden di schepphen gemacht haben in dirre stat nâch irm eide, daʒ eim ietlîchem manne reht gewegen wurde. und daʒ was gescheen, alleine iʒ den schepphen leit was, daʒ her iʒ woste zitt. jahrb. 13, 27.