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Gentiāna

ahd. bis lat. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Gentiāna

Bd. 7, Sp. 581
Gentiāna L. (Enzian, Bitterwurz), Gattung der Gentianazeen, einjährige Kräuter oder Stauden mit gegenständigen, meist sitzenden, ganzrandigen Blättern, end- oder achselständigen, einzeln, gehäuft, in Doldentrauben oder Rispen stehenden Blüten und einfächerigen, zweiklappigen, vielsamigen Kapseln. Etwa 300 Arten, besonders in den Hochgebirgen der nördlichen gemäßigten Zone und in den Anden, seltener in der Ebene der nördlichen gemäßigten und der arktischen Zone, wenige in Neuseeland und Südaustralien. G. lutea L. (gemeiner oder großer Enzian, Fieberwurzel, Bitterwurz, Amarellkraut), ausdauernd, 1,25 m hoch, mit halbumfassenden elliptischen Blättern und gelben Blüten in reichblütigen, achselständigen Trugdolden, findet sich auf Alpenmatten von 950–2000 m, von Spanien und Portugal bis zum Thüringer Wald und Kroatien. Die wenig ästige, bis 60 cm lange, meist zolldicke Wurzel (Enzianwurzel) wird arzneilich, besonders bei Dyspepsie benutzt. Sie schmeckt zuerst etwas süß, dann stark und anhaltend bitter, riecht schwach eigentümlich und enthält Gentianin (Gentiansäure, Gentisin, s. d.). Gentianin kristallisiert in geschmacklosen blaßgelben Nadeln, ist in Wasser sehr schwer löslich und sublimiert über 300°, sowie Gentiopikrin C20H30O12, das in farblosen Nadeln kristallisiert, leicht löslich in Wasser, nicht flüchtig ist, bitter schmeckt und beim Kochen mit Säuren in Zucker und amorphes, bitteres Gentiogenin C14H16O5 gespalten wird. Da die Wurzel gärungsfähigen Zucker enthält, so gärt ein wässeriger Auszug derselben und gibt dann bei der Destillation den Enzianbranntwein, der in der Schweiz u. Süddeutschland dargestellt wird. G. acaulis L. und G. bavarica L. s. Text zur Tafel »Alpenpflanzen«, Fig. 13 u. 14. G. amarella L. (Himmelsstengel, Gentianellenkraut), einjährig, mit fünfspaltigen, im Schlunde gebarteten dunkelblauen oder violetten Blüten in arm- oder reichblütigen Rispen und sitzenden Blättern, findet sich auf feuchten Wiesen in Nordeuropa, Böhmen, Sachsen, Schlesien, wurde früher wie Tausendgüldenkraut angewendet. G. pannonica Scop., mit wirtelständigen, schön braun purpurroten Blüten, wächst auf Triften und Wiesen der Gebirge von den Pyrenäen durch Österreich, Böhmen bis Ungarn. Die Wurzeln werden besonders in Österreich und Bayern wie die von G. lutea angewendet. G. Pneumonanthe L. (Lungenenzian, Lungenblume, blauer Dorant), mit einzelnen dunkelblauen Blüten, ist ausdauernd, wächst auf feuchten und grasreichen Wiesen durch Europa bis Nordasien und galt früher für sehr heilkräftig. G. punctata L., mit wirtelständigen gelben, rot punktierten Blüten, wächst ausdauernd auf Wiesen in den Gebirgen Österreichs und der Schweiz, in Mähren und auf den Sudeten. Die bittere Wurzel wird in Mähren und Salzburg häufig gesammelt und wie die der G. lutea angewendet. Dasselbe gilt von G. purpurea L., ausdauernd, mit kopf- und wirtelständigen, sitzenden, bräunlich purpurroten, glockigen, am Schlunde nackten Blüten, wächst auf den Gebirgen Norwegens, der Schweiz, auf den Karpathen und Pyrenäen. Mehrere Enzianarten werden wie andre Alpenpflanzen in Gärten kultiviert. Das Einsammeln von Enzianwurzeln ist im Salzburgischen gesetzlich beschränkt.
3214 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    gentianalat.

    Althochdeutsches Wörterbuch

    gentiana ist wohl lat.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gentiana

    Goethe-Wörterbuch

    Gentiana , Gentiane einmal -z-; Pl -nen, einmal in Übs -eae; nur in botan Nomenklatur a für die Gattung und einzelne Art…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gentiana

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gentiana , s. Enzian .

  4. Latein
    gentianaf.

    Mittellateinisches Wb.

    gentiana (ie-, gin-, genci- sim. ), -ae f. γεντιανή – Enzian (fere usu bot., pharm., medic.): 1 in univ.: Gloss. med. p.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gentiana

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

gentiana‑ als Erstglied (3 von 3)

Gentianaart

GWB

gentiana·art

Gentianaart Die in der Schweiz sich findenden Gentiana Arten sind alle in Decandolle flor. franc. auch in Suters Flor der Schweiz 1) LA II 1…

Gentianazeen

Meyers

Gentianazeen , dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Contortae , sind meist Kräuter, selten Holzpflanzen, mit gegen-, bisweilen auch …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gentiana". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gentiana/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „gentiana". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gentiana/meyers. Abgerufen 17. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gentiana". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gentiana/meyers.
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