Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
genester
(SH) und 4,142,55 (13. Jh.):
‚Ginster, Pfrie-(Genista L.). In
menkraut; genesta, ferula‘
SH fenests (s ist Abbreviatur für er) liegt eine
Verschreibung vor, die wohl durch das anl. f-
des zu glossierenden ferulam facse verur-
sacht ist. Im Unterschied zu ahd. genesta
(s. d.) ist genester aus dem Substantiv afrz.
genestre oder italien. ginestre entlehnt, die
vulg.lat. *genestra, *genistra zur Vorausset-
zung haben. Nach dem in Pflanzennamen öf-
ters vorkommenden Suffix *-đra/đrō- (→ af-
faltar
‚Apfelbaum‘, holuntar
‚Holunder‘;
Krahe-Meid 1969: 3, § 138, 3) wurde das
S163zigengen – genscirma 164
fremde Suffix analogisch umgeformt. –
Spätmhd. ginster (selten gerundetes günster),
nhd. Ginster. Im obd. Sprachraum hat das
Lehnwort die alte einheimische Bezeichnung
für den
‚Ginster‘völlig verdrängt, sie kommt
im Nhd. nur noch verbaut in Brombeer-
strauch und mdartl. im Ndd. (brām[e] <
mhd., ahd. brâma [s. d.]) vor.