Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
genanne swM.
2 von Verwandtschafts- und anderen Beziehungen
1 ‘Namensvetter’ cognominalis: gnanno SummHeinr 2:244,01.102; Iesus was er geheizen / der aller chuͦniste helt / got hete in irwelt / er was ein also gut man / so er gote zeineme genannen wole zam VMos 67,21. 69,1; ein sîn genanne hiez alsam, / dem was erkorn der selbe nam RvEBarl 2373; den genannen RvEWh 8399; Kchr 11402; PassI/II 50,23. – bezogen auf gleiche Bezeichnung: ein tôre ist sîn genanne [d.h. er beträgt sich wie ein Tor] RvZw 267,9. – von Christus als Namensgeber der Christen: ich hân gelouphaften sin / daz ich dîn genanne bin, / wîsheit ob allen listen, / du bist Christ, sô bin ich kristen Wh 1,26; wir cristen heizen nâch dir, Crist! / sît daz dû unser gnanne bist, sô heb uns ûf RvZw Leich,191; Winsb 79,6; Ottok 49554. – bezogen auf die Trinität (s.a. genennede ): die dâ gloupten âne spot / an den waltunden got, / die die drî genanden / ze rehte wol erkanden LBarl 10424. 9686 (vgl. ebd. auch den synon. Gebrauch von name [Glr.z.St.]); sô mahten wir gerner geben / den cins den drin genennen [gemeint: wir sollen lieber Gott dienen (als dem Teufel)] Wernh 3811; hierher (so die Anm.z.St.) oder zu 2: got herre, vater! erkenne, / nim in [den gekreuzigten Jesus] , din genenne [nimm ihn auf als deinen genannen ] ! HvNstGZ 3186 2 von Verwandtschafts- und anderen Beziehungen: Adam zi dem giwalti [in die Verfügungsgewalt des Teufels] gihorti. / gnadi gotis sit daz zistorti, / der magidi sun wolti sinin ginannin [d.i. Adam] / voni des viantis giwalti giwinnin SuTheol 131; do gesamenent sich danne zwa getriwe genannen. / daz ist spiritus intellectus, daz heizet unser vernunst AvaLJ 217,1. – Anrede des Vaters (vgl. DWB 5,1337 s.v. knan): ein frum man strâfte sînen sun / und hiez in tugentlîchen tuon. / er [der Sohn] sprach: ‘genanne, des entuon ich niht [...]’ Renner 23697
MWB 2 450,5; Bearbeiter: Runow