Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gelimpfic Adj.
2 von Unbelebtem
2.1 ‘angemessen’
2.2 ‘geeignet, passend für etw. (Gen. des subst. Inf. oder Rel.-Satz)’
1 von Personen, ‘anmutig, gesittet’ ich wen in sulhen jaren / hab niemant kein junchfrawen / gesehen [...], / der sulch hubscheit wone by / und auch so rechte gelimpfig sy Minneb 4034; gelimpfigers noch gefugers / noch also schons [ wîp ] wart nie gesehen ebd. 1984; Hätzl 1:40,4 2 von Unbelebtem 2.1 ‘angemessen’ daz der vorginante Oswalt vnd sine erben [...] sollent geben [...] zwo herberge imme jare sich [dem Aussteller der Urkunde] selbe dritte, zwene ritende vnd einen loͮfende, ein mal ze gelinphiger zerunge vnd den pherden hoͮwe vnd fuͦter UrkCorp (WMU) 1050,16; der obeman hat oͮch gewalt, obe in ehafte not irret, disen missehel ze scheidenne, nach winahten vf ein gelinphfic zil [zu einem angemessenen Termin] dise schidunge stete ze habende ebd. 206,43; von dem geuͥberten guͦte sulent des vorgenanten spittals meistere [...] den selben bresten ufrihten und erfellen, als suͥ danne dunket gevellig und gelimpfig UrkStraßb 2:283,31 (a. 1315); UrkFreiburg(Sch) 247 (a. 1322); UrkRapp 437,12 (a. 1344) 2.2 ‘geeignet, passend für etw. (Gen. des subst. Inf. oder Rel.-Satz)’ vnd dar vmbe dv̍ gelinpfigu̍ zit gandes ze gotte ist nv̍ RvBib 30,24. 30,17; als das fu̍r niemer hirmt noch ab lat an wu̍rkende, die wil es glinphig materie het [ dum invenit materiam aptam ] , die es brennen mag ebd. 122,16.18
MWB 2 352,1; Bearbeiter: Bohnert