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gehoefte

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gehöfte n.

Bd. 5, Sp. 2492
gehöfte, n. coll. zu hof, hofstätte u. ähnl. 11) 1@aa) es erscheint zuerst am Niederrhein im 14. jh., gehufte: ouch suolen wir den (gepachteten) hof bouwechtich halden an gehuofte unde an vrede (?). Höfer urk. 79, vom jahre 1309, aus dem Kölnischen (uo oft für u wie û). dem entspricht dann (wie lucht für luft u. a.) clevisch gehucht, woenstede, mansio, mansiuncula etc. Teuth. 101b, in einer nrh. urk. von 1413 der hof met all sinen gehuchten (Sch. u. L. 2, 35a), nl. im 15. jahrh. ghehuchte suburbium, proastinum hor. belg. 72, 30, im 16. jahrh. ghehucht vicus paganus s. rusticus, un hameau, ghehuchtken viculus Kilian, noch jetzt nl. gehucht n. dörfchen, weiler u. ä. (vergl. unter c). 1@bb) dann md. gehofte im 15. jh., im nordosten (Bech Germ. 20, 36): in desim jâre vorbrante Osterode die stat, das nicht meer bleib wen di kirche unde des pfarrers gehoffte. J. v. Pusilge scr. rer. pruss. 3, 239 (1400); her lies desin alle ir güttir unde gehofte vorbürnen in den grunt. 322 (1410), also wie jetzt, die gebäude die einen hof bilden. 1@cc) nl. aber auch gehucht gefilde, gegend, 'een geheel ander woord dan het boven behandelde en hoogstwaarschijnlijk afgeleid von hoeve, in den ruimeren (weiteren) zin van veld' nl. wb. III, 896, z. b. eensame ghehuchten einer insel. so wird aber auch jenes cölnische gehufte vielmehr zu hufe, hube gehören, wie schon der vocal angibt, also gehûfte, das ganze das ein huber, gehuber, gehover (s.gehöfer 1, c) zu verwalten hat, hauptsächlich der grund und boden, der denn auch in jener bestimmung des pachtvertrags wahrscheinlich gemeint ist, denn sie steht mitten in andern bestimmungen über die behandlung der hoflant mit aussaat und düngen (mirgelen), und vom weinbau heiszt es nachher ebenso: dat wir die wîngarde boulichen solen halden van alrehande bouwe, d. h. bou bezogen auf die behandlung des bodens, nicht auf gebäude (vgl.bauen 7 vom weinberg). nur sind die gebäude natürlich nicht ausgeschlossen und konnten im anschlusz an hof (was aber auch den gesammten hofbesitz und grund meint, vgl. gehöfer 2, c a. e.) im begriff sich leicht auch vordrängen, theils in bezug auf einen einzelnen hof, wie wol in der urk. von 1413 u. a, theils in bezug auf eine ganze gemeinde, wie in Kilians vicus, viculus oder in dem 'suburbium', worin der gegensatz zur stadt wirksam wurde, der doch den begriff des baulandes als anhang noch mit sich bringt. kurz es ist wol auch, wie sich das bei gehöfer in benachbartem gebiete herausstellte, von hube (hûve, hôve) ausgegangen und dann erst zu hof hinübergetreten, zugleich mit kürzung des vocals, wie in nl. gehuchte, ursprünglich gehoechte, mnl. auch gehochte Serv. 2, 520. 522 (nl. wb. III, 895). das md. gehofte im ordenslande ist dann aber entweder wirklich ein andres wort oder schon mit der umdeutung vom Niederrhein aus dorthin verpflanzt, denn nd. ist es überhaupt nicht. aber noch jetzt nrh. gehüchte n. gehöfte, auch gehüchter schlechtes gebäude, schon bei Lacombl. arch. 3, 322 geheuchter oder wonstede (Sch. u. L. 2, 35a). 22) 2@aa) nhd. gibt es vor Adelung blosz Frisch 1, 460a, aber nur als alt, aus Staphorst hamb. kirchengesch. I, 1, 549, der da mlat. mansus u. a. mit gehöfde übersetzt, diesz aber nach der aufnahme ins wortregister zu urtheilen selbst als altd. meinte. bei Adelung (1775) gehöft sg., gehöfte pl., alle zu einem ackerhof gehörigen gebäude, z. b. ein dorf von dreiszig gehöften, er bezeichnet es als besonders im Niedersächsischen üblich, gewiss in [] hinblick auf Staphorst und Frisch, denn er stellt auch wie diese mlat. hoffata praedium rusticum dazu. es wird nach 1, b im nordosten in gebrauch geblieben und von dort aus vorgedrungen sein, wie Hupel 74 aus Livland gibt gehöfte hofraum. 2@bb) bei schriftstellern: beide folgten reitend nunmehr eilig der eilenden heerde, bei einsam gelegenen weitläufigen gehöften vorüber. Göthe 22, 153 (wand. 2, 9); das reiche gelände flieht vorüber (bei der fahrt auf dem see), dorf um dorf, gehöft um gehöft bleiben zurück. 23, 173; so eilt' ich sicher unterm heilgen schirm des gastrechts von gehöfte zu gehöfte. Schiller Tell 2, 2; das gehöfte ist unendlich grosz, man könnte ein vorwerk drin anlegen. Bettine tageb. 168; er ritt ohne lebewohl zu sagen .. davon .. keinen blick wandte er nach dem gehöfte zurück. Immermann Münchh. 1, 141, vom hofe des hofschulzen; dasz es über das ganze gehöfte zu hören war. Holtei Lammfell 50. 2@cc) seltner in einer stadt, wie doch auch schon unter 1, b des pfarrers gehoffte im 15. jh.: brachte mich zu einem canonicus, dessen groszes haus und weitläufiges gehöfte (in Trier) mich und meine compendiöse equipage freundlich und bequemlich aufnahm. Göthe 30, 7 (camp.). 33) man schrieb auch gehöfde, wie schon Staphorst u. 2, a, nach gebäude u. ähnl.: half er auch feld und gehöfd' anbaun durch kenntnis und vorschusz. Voss idyllen 1801 s. 79 (die freigelass. 61); lasz dein schönes gehöfd' und die schönen bestellungen wildern. 205 (die büsz. jungfr. 104); wenn sie (die eltern) ihr gehöfd an die kinder abtreten. 349, in den pros. anm., zu den freigel. 221; wir finden auch anderen sitz noch hier in unserm gehöfde. Od. 16, 45 (urspr. hof, 1806 gehege). auch gehöf, wie gebäu u. ähnl.: gegen die thür des gehöfs stand jene. Voss Od. 16, 159; es liegt in metallener kiste verschlossen, in des Mopsus gehöf. Platen 4, 13 (verh. gabel 1). das ist doch nur eine willkürliche bildung, und auch bei gehöfte ist das -t das rechte, wie bei geschäft, selbst wenn ein -d das ursprüngliche war (vgl. sp. 1610). übrigens ist das ganze wesentlich ein bücherwort.
5621 Zeichen · 141 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gehöftestn.

    Nachträge (Lexer)

    gehöfte stn. md. gehofte, -hufte s. Germ. 20, 36.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gehöften.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    gehöfte , höfte , °wfäl. auch gehüchte ( gehüfte , vgl. mndl. und mfrk. gehüchte ), n. , 1. die zu einem Haus, einer Woh…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gehöften.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gehöfte , n. coll. zu hof, hofstätte u. ähnl. 1 1) 1@a a) es erscheint zuerst am Niederrhein im 14. jh., gehufte: ouch s…

  4. modern
    Dialekt
    Gehöften.

    Westfälisches Wb.

    Ge-höfte n. [verstr. bes. nördl.] Gehöft. ¶ Vgl.→ ²Ge-hüchte .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gehoefte

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gehoefte 2 Analysen

ge- + hoefte

gehoefte leitet sich vom Lemma hoefte ab mit Präfix ge-.

Alternativen: ge-+hoeft+-e

Zerlegung von gehoefte 2 Komponenten

geh+oefte

gehoefte setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gehoefte als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von gehoefte (1 von 1)

ungehöfte

Lexer

un-gehöfte stn. BMZ unhöfisches benehmen, rohheit Walth. 150,70. vgl. Vilm. weltchr. 26.