Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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gebisz, n. m. subst. zu beiszen, in mehrfacher bedeutung, mhd. gebiʒ Lexer 1, 756, ahd. gipiʒ, kapiʒ Graff 3, 231. nd. gebit Tunnic. 767, Chytraeus c. 79, gewöhnlich bit (s. 4), nl. gebit n., früher auch gebeet Oudemans 2, 363. schles. gebiesz Steinbach 1, 114, wie er biesz für bisz gibt. 11) das womit man beiszt, die zähne als ganzes gedacht, von menschen und thieren, vermutlich gleichfalls schon mhd., ahd., auch nl. gebit; z. b.: ouch hat er (der fisch) .. einen groiszen mont mit eime groiszen gebysz. Harf pilg. 137, 14, wozu das bild zu vergl.; er hat ein gut gebisz, dentibus valet Stieler 128, auch von einem der stark iszt, wie Stieler aus der rede des volkes angibt; jeder umstehende denkt nun (dabei) an sein eigen gebisz. schöne zähne sind überall .. angenehm. Göthe 6, 75 (zum divan, allg.). weidmännisch gebisz des wolfes, das ganze maul (die zähne fänge). vom elephanten: mild ist sein anblick, freundlich sein auge, stolz sein gebisz. Fr. Müller 1, 23. ein falsches gebisz, künstliche zähne. vgl. hechtgebisz, hundsgebisz. 22) was dem pferde u. ähnl. ins maul gelegt wird, darauf zu beiszen, das mundstück (s. d.) des zaumes, oder auch erweitert das ganze zum zaum gehörige eisenwerk (öcon. lex. 781); schon ahd. für lupalum, salivare, gibiʒ Haupt 5, 366b, mhd. gebiʒ von silber Flore 2870. 2@aa) dem pferde das gebisz anlegen, abnehmen: (der hengst) versilbert mit dem schaum das mundstück und gebisz. Weckherlin 624; (das pferd, das) gänzlich ohne sinn nur dem gebisse folgt, und niemals fragt, wohin? J. E. Schlegel 1, 358, hier zugleich für zügel überhaupt, der ja aber im gebisse eigentlich wirkt, schon bei Trochus lorum das gebisz Q 5a; ha, lieber wahrlich knirscht er ins gebisz. Freiligrath glaubensbek. 7. scharfes gebisz, wolfsgebisz, stangengebisz u. a. 2@bb) auf menschen übertragen, wie zügeln, zügellos u. ä. gleichfalls vom pferde auf menschen angewandt werden: weil du denn wider mich tobest .. so wil ich dir einen rink an deine nasen legen und ein gebis in dein maul. 2 kön. 19, 27; seid nicht wie ross und meuler .. welchen man zeum und gebis mus ins maul legen. ps. 32, 9; wie gott so wünderlich es macht und zaum und gebis manchem ins maul leget. Selneccer chr. psalmen Lpz. 1587 vorr.; Werner that sich darauf etwas zu gute, dasz er dem vortrefflichen, obgleich gelegentlich ausschweifenden geist Wilhelms mitunter zügel und gebisz anzulegen schien. Göthe 18, 91. 2@cc) auch als masc.: wann si der kinder geilheit einen gebis bey zeiten einlegen, sie verheurahten. Butschky kanz. 233. ebenso bei Werder bisz als m., gebisz, s. unter bisz n. 33) landschaftlich auch für gebeisze (s. d.), z. b. wetterauisch, rhein.: das ist ein katzengebisz alle tage. v. Horn Schmiedj. 49, katzbalgerei, zank. schon ahd. wird mordacitas mit kapiʒ glossiert. umgekehrt auch gebeisz lupatum Dief. 339c, vom pferdegebisz. 44) es heiszt auch blosz bisz (s. d.), z. b. zum zähmen junger und roher pferde dient das hohlbisz (öcon. lex. 1678); im 15. jh. pis im zaum, chamus voc. inc. teut. t iija, pisz Dief. 339c, piʒʒ nov. gl. 70a; nd. bit, z. b. bei Chytr. 79 wulfesbit neben hart gebit lupatum, s. bitt, bett, auch bete bei Sch. u. Lübben 1, 296b (bitte ist dat.). vgl. unter gebiszmacher.
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschgebiszn. m.
Grimm (DWB, 1854–1961)
gebisz , n. m. subst. zu beiszen, in mehrfacher bedeutung, mhd. gebiʒ Lexer 1, 756 , ahd. gipiʒ, kapiʒ Graff 3, 231 . nd…
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gebiszmacher
DWB
gebiszmacher , m. lorifex, piszmacher oder zaummacher. voc. th. 1482 z 1 b . nrh. mit umlaut: ein straesz vol harneschmecher, die ander vol …
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Cotta, M. (2026). „gebisz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gebisz/dwb?formid=G02843
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Cotta, Marcel. „gebisz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gebisz/dwb?formid=G02843. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gebisz". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gebisz/dwb?formid=G02843.
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