Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Gaumenkitzel
Gaumenkitzel
Gaumen m., daneben bis 19. Jh. Gaum, ‘obere Wölbung des Mundraumes’, ahd. goumo (um 800), mhd. goum(e) ‘Gaumen, Kehle, Rachen’ sowie ablautendes ahd. guomo (8. Jh.), giumo (10. Jh.), mhd. guom(e), aengl. gōma (engl. gums Plur. ‘Zahnfleisch’), anord. gōmr ‘Gaumen, Kiefer, Zahnfleisch’, schwed. gom ‘Gaumen’ gehören wie wohl auch lit. gomurỹs ‘Kehle, Schlund, Adamsapfel’ als Bildungen mit dem Suffix ie. -men- im Sinne von ‘Rachen, Schlund’ zur Wurzel ie. *g̑hēi-, *g̑hē- bzw. deren Ablautformen *g̑hēu-, *g̑hō(u)-, *g̑həu- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ (s. gähnen). Das im Frühnhd. aufkommende auslautende -n stammt aus den flektierten Kasus. – Gaumenkitzel m. ‘durch den Gaumen vermittelter Genuß, reizvolles Gefühl’, seit Campe (1808) gebucht, aber schon Fischart nennt den Wein gaumenkützel (2. Hälfte 16. Jh.).