gäuchen,
gauchen,
zeitwort zu gauch narr, wesentlich oder nur alem.; doch vgl. mnl. goken
betrügen Oudemans 2, 712. 11)
gäuchen, 1@aa)
transitiv, zum gauch machen, wie einen narren
zum narren machen, zum narren haben: wer sich loszt göuchen, wirt zum toren und gewinnet darzu esels oren. S. Brant
s. 168
a; wer lyden mag das man in göych oder man in die schuoch im seich.
das. 34
a anm.; der nun (
nur, hier im buche) die geüch wirt träffen an, die sich die wyb stäts geüchen lan. Gengenbach
s. 117 (
gouchm. v. 16); ich (
Venus) bin dieselb, nun secht mich an, die alle man so geuchen kan. Murner
geuchm. 978 (
Sch.)
u. o.; also geucht ein narr den andern. Paracelsus 1616 1, 1061
a; ob es wol alle menschen gäucht, dasz auch englisch der teufel leucht (
lügt). Kirchhof
wendunm. 1602 1, 601. 1@bb) sich gäuchen,
sich selbst zum gauch machen, '
den gauch treiben' (
s. sp. 1529),
narrenspossen treiben: sich göuchen, thuon wie ein narr,
stultitiam fingere, nugas agere etc. Maaler 188
d; sich etwar mit göuchen,
delicias facere. 189
a; du göuchst dich, du spottest und lachest meinen,
here, facis delicias. das.; sich, wie göucht oder foppet er sich,
ut ludos facit. das.; von tollem liebestreiben: er (
Alexander d. gr.) hatt sich worlich geuchet wol, wie denn ein gouch das billich sol, und vergeucht uf eine nacht ein künigrich mit aller macht. Murner
geuchm. 1015
Sch. noch schwäb. sich gäuchen,
närrische sprünge, bewegungen machen Schmid 215. 1@cc)
intr. gäuchen,
gaukeln Stalder 1, 429,
was doch vielmehr zu gaukeln
gehören kann (
s. dort I, 2,
c, β),
während er in der genauen bed. gauchen
gibt (
s. 2,
a),
als tr. aber gäucken,
jemand für einen gauch halten, gäuck mi nüd,
foppe mich nicht, in Schmidts
id. bern. göuke Fromm. 3, 84
b;
das -k
ist die alem. steigerung von -ch,
genau gesprochen -kch. Tobler 215
b gibt gäucha '
sich gelüsten',
aber nach dem beispiel losz di nüd gäucha
ist es nichts als die bed. 1,
a in éiner gebliebenen anwendung. 1@dd)
eigen von vogelgesang geuchen,
das ich sonst nicht unterbringen kann: daran die cleinen vögellein geüchten, das es erschal im wald so schon. Rosenblut
fastn. 1125;
vergl. allenfalls nl. bei Kil. guyghen
ridere, nugari, das nach guygh
gauch das. ohnehin hierher gehört (
vgl. u. gauch I,
c). 22)
gauchen, 2@aa)
nhd., alem., sich gauchen,
fatuari, ineptire Denzler 2, 122
a,
bei Stalder 1, 428 gauchen,
ungereimte dinge sagen oder thun, dazu gaucher
m., gauchi
f. von verrückten, gaucherei
geckerei, verstärkt vergauchen
verrückt werden, ich bin schier vergaucht,
bald närrisch geworden. 2@bb)
mhd. gouchen,
gewöhnlich ergouchen,
zum gauch, narren, schelmen werden (
vgl.gauch 2,
e, α),
aber auch trans., d. h. mit ausbleiben des umlauts: êre guot sitten wandlen kan, si ergouchet vrouwen unde man. Boner. 94, 76
nach E. 33)
verstärkt in den eben genannten ergauchen, vergauchen,
auch trans. sich ergöuchen, den narren treiben,
fatuari Maaler 110
d (
fehlt im 3.
bde.),
noch schweiz. sich recht lustig machen Stalder 1, 429;
auch vergeuchen,
mit gauchheit verthun Murner
unter 1,
b.