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gauchen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gauchen

Bd. 4, Sp. 1532
gäuchen, gauchen, zeitwort zu gauch narr, wesentlich oder nur alem.; doch vgl. mnl. goken betrügen Oudemans 2, 712. 11) gäuchen, 1@aa) transitiv, zum gauch machen, wie einen narren zum narren machen, zum narren haben: wer sich loszt göuchen, wirt zum toren und gewinnet darzu esels oren. S. Brant s. 168a; wer lyden mag das man in göych oder man in die schuoch im seich. das. 34a anm.; der nun (nur, hier im buche) die geüch wirt träffen an, die sich die wyb stäts geüchen lan. Gengenbach s. 117 (gouchm. v. 16); ich (Venus) bin dieselb, nun secht mich an, die alle man so geuchen kan. Murner geuchm. 978 (Sch.) u. o.; also geucht ein narr den andern. Paracelsus 1616 1, 1061a; ob es wol alle menschen gäucht, dasz auch englisch der teufel leucht (lügt). Kirchhof wendunm. 1602 1, 601. 1@bb) sich gäuchen, sich selbst zum gauch machen, 'den gauch treiben' (s. sp. 1529), narrenspossen treiben: sich göuchen, thuon wie ein narr, stultitiam fingere, nugas agere etc. Maaler 188d; sich etwar mit göuchen, delicias facere. 189a; du göuchst dich, du spottest und lachest meinen, here, facis delicias. das.; sich, wie göucht oder foppet er sich, ut ludos facit. das.; von tollem liebestreiben: er (Alexander d. gr.) hatt sich worlich geuchet wol, wie denn ein gouch das billich sol, und vergeucht uf eine nacht ein künigrich mit aller macht. Murner geuchm. 1015 Sch. noch schwäb. sich gäuchen, närrische sprünge, bewegungen machen Schmid 215. 1@cc) intr. gäuchen, gaukeln Stalder 1, 429, was doch vielmehr zu gaukeln gehören kann (s. dort I, 2, c, β), während er in der genauen bed. gauchen gibt (s. 2, a), als tr. aber gäucken, jemand für einen gauch halten, gäuck mi nüd, foppe mich nicht, in Schmidts id. bern. göuke Fromm. 3, 84b; das -k ist die alem. steigerung von -ch, genau gesprochen -kch. Tobler 215b gibt gäucha 'sich gelüsten', aber nach dem beispiel losz di nüd gäucha ist es nichts als die bed. 1, a in éiner gebliebenen anwendung. 1@dd) eigen von vogelgesang geuchen, das ich sonst nicht unterbringen kann: daran die cleinen vögellein geüchten, das es erschal im wald so schon. Rosenblut fastn. 1125; vergl. allenfalls nl. bei Kil. guyghen ridere, nugari, das nach guygh gauch das. ohnehin hierher gehört (vgl. u. gauch I, c). 22) gauchen, 2@aa) nhd., alem., sich gauchen, fatuari, ineptire Denzler 2, 122a, bei Stalder 1, 428 gauchen, ungereimte dinge sagen oder thun, dazu gaucher m., gauchi f. von verrückten, gaucherei geckerei, verstärkt vergauchen verrückt werden, ich bin schier vergaucht, bald närrisch geworden. 2@bb) mhd. gouchen, gewöhnlich ergouchen, zum gauch, narren, schelmen werden (vgl.gauch 2, e, α), aber auch trans., d. h. mit ausbleiben des umlauts: êre guot sitten wandlen kan, si ergouchet vrouwen unde man. Boner. 94, 76 nach E. 33) verstärkt in den eben genannten ergauchen, vergauchen, auch trans. sich ergöuchen, den narren treiben, fatuari Maaler 110d (fehlt im 3. bde.), noch schweiz. sich recht lustig machen Stalder 1, 429; auch vergeuchen, mit gauchheit verthun Murner unter 1, b.
3082 Zeichen · 77 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gauchen

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gauchen , jagen, s. das zweite gäuchen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gauchen

5 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gauchen

gau + -chen

gauchen leitet sich vom Lemma gau ab mit Suffix -chen.

gauchen‑ als Erstglied (5 von 5)

gauchenhaft

DWB

gauche·n·haft

gauchenhaft , geckenhaft, vergl. gauchenhaftigkeit Siegfr. v. Lindenberg 2, 316. gauchhaft Voss Horaz 2, 20 .