Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
gangarôn
10. Jh.:
‚wandeln, umhergehen, umherzie-〈Var.:
hen; ambulare, deambulare, degere‘
k-〉. Die Schreibung mit k- findet sich in der
obd. Hs. St. Mihiel Ms. 25, f. 38v, 10 (vgl.
Thoma 1975: 5. 28; Meineke 1983: 93); in
dieser Hs. wird germ. *
„im Wortanlaut(Meineke 1983:
oder im Silbenanlaut nach Konsonant vor a, o,
u, r, l, n ... 〈k〉 geschrieben“
93. 272). Nach H. Götz, Sprachw 19 (1994),
140 f. ist gangarôn als Wiedergabe von lat.
degere
‚eine Zeit zubringen, sich aufhalten‘
(prope proastium ... ubi solent imperatores
egressi de civitate libenter degere
‚nahe bei; für lat. degere ist ahd. bûan oder stantan
der Vorstadt ..., wo die Kaiser, hinausgegan-
gen aus der Stadt, sich gerne aufzuhalten pfle-
gen‘
zu erwarten) eine präzisierende Übersetzung,
da der Text von den Kaisern handelt, die im
Mittelalter meist keinen festen Aufenthaltsort
hatten, sondern von Pfalz zu Pfalz zogen; die-
ses iterative Moment wird durch gangarôn
zum Ausdruck gebracht. Das Wort ist später
nicht mehr fortgesetzt.