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fündelkind

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

fündelkind n.

Bd. 4, Sp. 538
fündelkind, n. ein ausgesetztes und dann aufgefundenes kind, das in einem für solche kinder bestimmten öffentlichen hause (dem fündelhaus, der fündel) oder von ihm fremden personen erzogen wird, infans expositus, parvulus expositus, infans inventus. man bauwte auch ein eigen haus den fündelkindern in der stadt. G. Nigrinus beschlag R 2b. die ursprüngliche, richtige form, für welche sich schon belege unter findelkind finden. älter aber als die dort angeführten stellen ist die folgende aus Tuchers baumeisterbuch der stadt Nürnberg (1464—1475) s. 256, 21: so soll der paumeister den spital lassen den mist hinfuren oder aber den in den statgraben werfen und den domit zu tüngen: das kompt den fündelkindern zu nutz. doch bereits in vielgebrauchten wörterbüchern des 16. jh., bei Dasypodius, Serranus (diction. t 3a u. syn. 69c), mit i für ü findelkind; nur die Schweizer Frisius (1576) 1071b und Maaler 145c halten an der ursprünglichen form mit ü fest. bei Alberus im diction. fehlt das wort, doch würde er nach fündeling (s. fündling) mit den beiden letzten übereinstimmen. im 17. jh. bricht bei Schottelius s. 1316 fündelkind neben findel und findling noch durch, auch Reyher g 2d setzt fündelkind, aber Henisch 1097, 13 und Stieler 848 haben findelkind. im 18. jh. wahren Rädlein 311a und Kramer in seinem hoch-niederteutschen wb. 80a u. 77a die alte schreibung neben der neuen mit i, aber Steinbach 1, 853 u. Frisch 1, 267b bringen blosz die letzte; Adelung endlich in seinem kleinen wb. (1790) s. 106 und Heynatz in seinem ortograph. wb. (6. ausg.) s. 264 lassen nur findelkind gelten und verwerfen fündelkind. wirklich ist auch jene schreibung so durchgedrungen, dasz diese mit ü heute kaum mehr vorkommt. besser erhielt sich ü in fündling (s. d.). Der erste theil des wortes ist fündel n., welches, im hochd. nicht durchgedrungen, durch die zusammensetzung mit kind verständlichere bezeichnung zu gewinnen schien. die mhd. benennung war vuntkind (s. fundkind), und imn. hatte man neben dem dem norden eignen mitn. hitte altn. hitta, finden, zusammengesetzten hittebarn auch ein mit finde, unserm finden, zusammengesetztes findebarn, dessen i demnach unanfechtbar ist.
2205 Zeichen · 47 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fündelkind

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Fündelkind , S. Adelung Findelhaus , Adelung Findelkind .

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Wortbildung

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Zerlegung von fuendelkind 2 Komponenten

fuendel+kind

fuendelkind setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fuendelkind‑ als Erstglied (1 von 1)

fündelkindhaus

DWB

fuendelkind·haus

fündelkindhaus , n. was fündelhaus. mit i für ü findelkindhaus bei Frisch 1, 267 b . vgl. fündelkind und fündlinghaus.