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früᵉmed

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WWB
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Eintrag · Westfälisches Wb.

früᵉmed Adj.

Bd. 2, Sp. 904
früᵉmed Adj. [verbr.] fremd. — 1. nicht dem eigenen Land oder Volk angehörend; von anderer Herkunft. Früemde Sprk (Kr. BeckumBek Vh). — 2. einem anderen gehörend; einen anderen, nicht die eigene Person, den eigenen Besitz betreffend. — Phras. Vbdg.: Früemde Haore falsches Haar (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl). Früömd Hor fremde Person, die z.B. durch Heirat ins Haus kommt (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). En früemden Hahn op’m Miste Junge aus dem Nachbarort, der Mädchen im eigenen Ort umwirbt; jmd., der die Frau eines anderen umwirbt (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). — Ra.: De het jümma frühme Diub’m ub’m Dacke er gibt Verdienste anderer als seine eigenen aus (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — Sprichw.: Wat du de erste Nacht in’t frömde Bedde drööms, geht fake up (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe || mehrf.). Iut früemeder Hiut is guett Reimens snuien auf Kosten anderer kann man gut wirtschaften (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr || (ähnl.) mehrf.). Früemde Pīär un früemde Fraulüü könn sick nich verdrīägen (Kr. BeckumBek Vh). Früemde Sāken draff me slïep’m, früemde Peäre draff me swïep’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Eegenluaff stinket, Fröündes Luaff hinket, oawer friemdes Luaff klinget (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Frümde Oogen seiht mehr aß de egenen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@DattelnDa). Äigene Ougen kiket van de äigenen Blagen lichte wat runner un an früemde Blagen licht wat draan (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd). Frömde Oogen lährt best (WMWB). Früemde Augen seuht schaap (Kr. HalleHal Kr. Halle@HörsteHö). Frümde Augen mackt biärwe (kleinlaute, brave) Kinner (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@OndrupOn). — 3.1. unbekannt, nicht vertraut. Eck sin hïe früemt (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Dat sind früöme Lüe (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Do kummet en frümet Mann van Madfelle (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@PadbergPa). Früemd Volk doch (taugt) nicks up’n Hoff (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Dat kümp mi ganz frömd vöör (WMWB). — Ra.: Frömd weren (von Handwerksgesellen) den Meister und die Werkstatt verlassen (Lippe OESTERH). De beiden sind sick früemd wuern sie verstehen sich nicht mehr (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr || mehrf.). Hoei makt sick frümd er zieht sich immer mehr zurück (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — 3.2. ungewohnt; nicht zu der Vorstellung, die man von jmdm., etwas hat, passend; anders geartet. — Ra.: Frürmde Wirken (Wochen) haulen eine Fehlgeburt haben (Kr. HalleHal Kr. Halle@LoxtenLo). Dai hiät siek op de früemde Kante schmieten er hat sich verändert, ist unehrlich geworden (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). — Sprichw.: En früemed Kläid mäket en früemden Mann (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). — Bauernregel: Frühme Sonne bringet Regen (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@GehlenbeckGb). ⟨›früᵉm‹- [verbr.], ›frǖᵉm‹- (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@MüschedeMü), fröm- (≠ ›üᵉ‹) [verstr.]. Sproßvokal zw. m u. t/d [südl. OWestf Kr. LippstadtLst KSauerl]. — In flektierten Formen häufig md zu mm assimiliert⟩ Zus.: → wild~.
2423 Zeichen · 66 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    früᵉmedAdj.

    Westfälisches Wb.

    früᵉmed Adj. [verbr.] fremd. — 1. nicht dem eigenen Land oder Volk angehörend; von anderer Herkunft. Früemde Sprk ( Bek…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit frueemed

7 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

frueemed‑ als Erstglied (6 von 6)

Früᵉmedeling

WWB

frueemede·ling

Früᵉmedeling m. [verstr.] Fremder (der seiner Umgebung besonders fremd vorkommt). — Reim: Büs Frümdling du, of büs du Frönd, / de beste Plas…

früᵉmedgn

WWB

frueemed·gan

früᵉmed-gan V. [verstr.] 1. in der Fremde sein. Häi gait früömd ( Min Ha ). — 2. außereheliche Beziehungen haben.

früᵉmedgrīpesk

WWB

früᵉmed-grīpesk Adj. frömdgriepsk zum Diebstahl neigend, auf Diebstahl ausgehend ( Det Is = PLATE-NAUWB).

früᵉmedländesk

WWB

früᵉmed-ländesk Adj. aus einem fremden Land, einer fremden Kultur stammend; exotisch (Lippe OE-STERH).

Ableitungen von frueemed (1 von 1)

²Früᵉmede

WWB

²Früᵉmede m. [verstr.] 1. jmd. der aus einer anderen Gegend, einem anderen Land stammt, der an einem Ort fremd ist, an diesem Ort nicht wohn…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „frueemed". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/frueemed/wwb?formid=F04642
MLA
Cotta, Marcel. „frueemed". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/frueemed/wwb?formid=F04642. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „frueemed". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/frueemed/wwb?formid=F04642.
BibTeX
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