Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
fristôn
nat: fristot scadot nidrit. Ein Verb, das lat.
damnāre übersetzt, ist auf keine Weise mit der
Sippe von frist1
‚Zeit(raum), (günstige) Gele-und fristen
genheit‘
‚aufschieben, jmdm. eine(s. d. d.) zu verknüpfen; die Defini-
Frist geben‘
tion im Ahd. Wb. 1271
‚jmdn. vor Gerichtist
bringen, jmds. Verurteilung betreiben(?)‘
nicht zu rechtfertigen und wird durch die Zss.
anafristôn
‚verleumden‘(s. u.) widerlegt. Ahd.
fristôn = *firristôn mit Vereinfachung des
Doppelkonsonanten und Verlust des unbeton-
ten Vokals wie in *frachan (s. d. und → fir-).
Das Verb ist eine denominative Bildung zu
frist2 (< *firrist), einer Ableitung mit t-Suffix
zu einem nicht belegten Verb *firrîsan (→ rî-
san). Da girîsan
‚sich ziemen, passend sein, ge-(lat. decere, dignam esse, pla-
bühren, gefallen‘
cere usw.), girist
‚Würdigkeit, dignitas‘, giri-
stîg, -lîh
‚würdig, angemessen, passend, di-bedeuten (s. d. d.), sind für die
gnus, congruus‘
fir-Zss. folgende Bedeutungen zu vermuten: