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Frischult

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Frischult m.

Bd. 2, Sp. 1091
Wossidia Frischult m. Freischulze im Gegensatz zum Buerschult; hervorgegangen aus der Gruppe der Lokatoren, die unmittelbar im Auftrage des Landesherrn die Besiedlung des ihnen angewiesenen Dorfes vollzogen, besaß er als Entgelt eine oder mehrere zins- und zehntfreie Settings- oder Freihufen. Seine Dienste bestanden lediglich in der Stellung eines Lehnspferdes, der Leistung von Jagdfuhren und der Verpflichtung, den Grundherrn oder dessen Beamte, wenn sie zu Amtshandlungen ins Dorf kamen, zu beherbergen und zu verpflegen. Der Freischulze, der seinen Hof zu Lehnrecht besaß, war Eigentümer der Gebäude, des Inventars und des Ackers und konnte seinen Besitz, wie andere Lehnsträger, mit Zustimmung des Landesherrn veräußern. Er war kraft seines Besitzes Inhaber der niederen Gerichtsbarkeit und Leiter der Dorfschaft. Bei Verkauf ging das Amt an den Käufer über. Bei Minderjährigkeit des Besitzers hatte dieser einen Vizeschulzen zu stellen, für dessen Entschädigung der Schulzenhof aufkommen mußte Endl.-Folk. 55 f.; 86; Mayb. Gutsherrsch. 24; Meckl.-Strel. Geschbll. 5, 5 ff. Freischulzen gab es im 18. u. 19. Jahrh. nur noch in Sta Endl.-Folk. 86; die Größe ihres dortigen Besitzes gibt an: 'ein Freyschulze besitzet ... als ein Lehn 48 Scheffel Saat Neubrandenb. Maaß Acker in jedem Schlage, und es lieget der Acker hier in dreyen Schlägen' Mantz. Sel. 1, 32; Nützl. Beitr. 1772, S. 235; Beschreibung von Freischulzenhöfen N. Strel. Anz. 1814, S. 420a; 1825, S. 372a; schon seit dem 16. Jahrh. versuchen die Grundherrn, die bevorrechtete Stellung der Freischulzen zu brechen und ihnen Dienste aufzuzwingen: 'der Schulz zu Grabin (Schw) sey ein Freyschulz und zu sonderlichen Diensten nicht verpflichtet, derselbe würde gleichwohl aber mit Steuren und ungewöhnlichen Diensten beladen' (Gü 1572) Spald. Land. 1, 48; 'wäre dem Freyschulzen (Wa Waren@LaschendorfLasch) seine nicht gestandene Freyheit aufgesagt, oder mehrern Beweis davon zu führen auferleget' (Ro 1666) 4, 190; (1699) Bär. Ges. 3, 1, 23; 'sollten aber einige sogenannte Freyschultzen besondere Privilegia vormahls erhalten haben, so sollet ihr von deren Urkunden und Brieffen vidimirte Copeyen fordersambst zu Unser Cammer einsenden und ... neue Confirmationes nach Befinden zu gewarten haben' (1705) 2, 2, 75. Syn. Lehnschult.
2280 Zeichen · 47 Sätze

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    Frischult m. Freischulze im Gegensatz zum Buerschult; hervorgegangen aus der Gruppe der Lokatoren, die unmittelbar im Au…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit frischult

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von frischult 2 Komponenten

fri+schult

frischult setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

frischult‑ als Erstglied (2 von 2)

Frischultengericht

MeckWB

frischult·en·gericht

Frischultengericht n. der Hof des Freischulzen, auf dem die Gerichtsbarkeit ruhte: der Freischulze 'hat die Freyheit, sein Freyschulzengeric…

Frischultenlehn

MeckWB

frischult·en·lehn

Frischultenlehn n. der Hof des Freischulzen, der auch in weiblicher Linie vererbbar war: 'welche an das durch das am 5. April 1799 erfolgte …

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Cotta, M. (2026). „frischult". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/frischult/meckwb
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Cotta, Marcel. „frischult". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/frischult/meckwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „frischult". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/frischult/meckwb.
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