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fort II

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Eintrag · Rheinisches Wb.

fort II

Bd. 2, Sp. 709
fort II fǫrt; doch meist fǫt; Hunsr, Westerw -o-; OBerg fərt; NBerg fut, auch Selfk, Aach, Eup (vurt), Saarbr (furt) [Aach-Merkst vuət; Heinsb unterscheidet vut weg von vat sofort] Adv.: 1. örtl., von einem Orte weg. a. absol. (elliptisch). RA.: F. es f., sät de Krack (böses Weib) von Dahle (Rheindahlen) MGladb. F. met Schade! Allg. F. met de Long, vivat de Lewer! sagt man, wenn einer hustet u. auswirft Rees. F., jä, allo! Aufforderung zum Gehen für die Pferde Birkf-Herrst. F., jo, heimo! beim Nachhausetreiben der Herde Aden-Liers. Marschteg f.! Allg. — Er hat gedobt (getobt) vor f. mit aller Gewalt wollte er f. Saarbr, Allg. — Dau bes jo f. labet matt im Kartensp. Westerw. — b. präd. mit persönl. u. sachl. Subj. α. f. sein. αα. weg sein. RA.: F. es de Fenk! der Kerl oder das Geld ist f. Aach. Wenn der Hongk f. es, gont de Schof, wo se welle Jül-Linnich. Wann de Katz f. es, dann danzen de Meis op dem Dösch erom Mosfrk, Allg. Er es f., wie f. geblose Rip, Allg. Er is nit so do, wonn er f. is er ist gefährlicher, als man meint Saarbr-Berschw. Ich wor f., ih der Deuvel de Schohn ushatt Dür-Gürzenich. Himmel blo es, eine fort es, annern do es! Trostspr. bei Verlust eines ungetreuen Liebhabers Bernk-Wehlen. De Zeck (Zeit), dat e f. wor während seiner Abwesenheit Rip, Allg. De es noch nit van Moders Muspott f. gewese Duisb. Wer war das? Antw.: Der, wo vun dehäm f. is Kreuzn. — Wat got f. es, köt net schlech (büs böse) wedder von vergangenen Tagen Sieg, Neuw. De bös wie e Mängkche (Mande) Lehm; wemme ment, et wär f., dann steht et noch do Sieg-Meind. De Bom blöht; do es et Eng (Ende) van f. Rip, Nfrk. — ββ. bewusstlos, tot sein; he es f.; he es van de Welt f.; Hölp, H.! ref e, on wor f. (tot) Rip, Allg. — γγ. en as weit f. der Kranke ist sehr heruntergekommen Trier-Heidenbg; se is schon w. f. hochschwanger Saarl-Berus. — δδ. wat de wick (weit) f. es! betrunken Neuss-Dormag. — εε. de jong Awass (Anwachs, Jugend) es höggiges (heutigen) Dags at wit f. fortgeschritten, verdorben Rip. — β. f. haben. αα. etwas f. h., erlangt haben Allg; häste jet f.? merkst du was; he hät et f., wat de für häs? Aach, Rip; da häs de die Fett f.! jetzt hast du es, den verdienten Lohn, Strafe Rip, Nfrk; das geschwängerte Mädchen hat et Fett f. Mörs-Neuk; der Speck hät jet f. er ist firn, fault Rip; he hät rasch jet f. eine Krankheit Rip, Nfrk. RA.: Gott lohn dech, sag de Begin; du hat sie et f. Kref-Osterath. — ββ. angetrunken sein; he hät eine f. Rip, Nfrk; he hat ene Klene f. Prüm, Schleid, — ene gehörge Stivel f. Allg., — ene Spitz f. Grevbr-Wickr, — en Fimp f. Schleid-Reifferschdt, — ene Krau f. Aach. — Verrückt sein; he hät (er) ene f., ene Halve f. Rip, Rees, — ene Tipp f. Geilk-Süggerath, — ene Hipp f. Aach-Berensbg, — e Ris f. Kemp, — et f. ebd. — γγ. de hat jet f. hat Witz in Dür-Heistern. — δδ. einen f. h., entfernt h. Allg. RA.: De hät enen f., Schörn (Schollen) lesen (söken) ist halbverrückt Sieg. — γ. lose verb. mit bleiben, dürfen, können, kriegen, lassen, müssen, sollen, wollen, z. B. de krit de Ben net mih f.; loss et f. usw. Rip, Allg. — c. verb. mit andern Adv. α. he (et) es f. on eweg auf u. davon Allg.; er es f. on e. schmächtig MüEif; f. en tröck hin u. wider Eup, Westerw; eich hon gedocht f. on zereck; f. on hinne is ent f. u. hin ist eins Birkf. — β. er sät et rit (richte) f., wie en denkt gerade heraus; et os r. f. on (in) dem Haus einfach, schlicht Prüm-Ihren; et geht r. f. wie de Pelicher (Pölich) Ranzen in P. ist wöchentl. nur einmal Messe; ein Bauer ist Küster, der immer dasselbe singt Trier-Mehring. — γ. əlō:fǫt von da her; eich komme vun e. Bitb-NWeis. — δ. ərfǫrt (her-) nach vorne, auf die Frage ‘wohin’ Bitb, Prüm.d. verb. mit Verben zu Komp.; jedes Verbum, das eine Bewegung ausdrückt, kann mit f. verb. werden, wobei Ziel u. Richtung unbestimmt bleiben können. α. verb. mit Verben, die an sich eine Bewegung bezeichnen, um dieser Bewegung die Bed. des ‘sich Entfernens’ zu geben, z. B. -bechen, –britschen, -brennen, –brausen, –fahren, –fallen, –fitschen, –fliegen, –fliessen, –flitzen, –flutschen, –gehen, –glitschen, –gatscheln, -hüpfen, –keilen, –kommen, –kratzen, –krauen, –kribbeln, –kriechen, –laufen, reisen, –reiten, –rennen, –rutschen, –schiessen, –schibbeln, –schörnen, –schwimmen, –springen, –stinken, –stöven, –tatschen, –tratschen, –trecken, –treiben, –wischen, –ziehen. Einige RA.: De Vol fliet f. wenn ein Hosenknopf aufsteht Hunsr. De ös wie f.gefloəge wenn jmd. schnell gestorben ist Kemp-SPeter, Rees. De geiht nit mehr f.; den hät de Schöpp metgebrach von einem unbeliebten Pfarrer, den man f. wünscht, d. h. er wird hier begraben Mörs-Schwafh. Wo de Frau f. geht (stirbt), steht de Uhr stell Aach-Merkst. Dat geht f. wie geschnedde Brut Rip, Nfrk, — en Schnüffche Köln, — Schum Rip, — Rofgot Sieg-ODollend. Et läft (läuft) seine Ben f. von kleinen Kindern Trier-Beuren. De Kirchen on de Scholden lafen net f. Trier. Op F.lofeschkärche derhem blive Schleid-Hellenth. Mach, datste f. kömms, sos kres de e Foss honnebei! Malm-Vith. Stell dich f. für de Lüt! geh vor den Leuten f. MGladb. — β. refl. sind zu solcher Funktion Verba gekommen, die mit intrans. Bewegung eigentl. nichts zu tun haben. z. B. sich fort-däuen, –fegen, –fischen, -fisten, –fuschen, –geben, –machen, –packen, –pissen, –scheren, –stehlen, z. B. he hät sech su stellches f.gefusch; he hät sech hörsch f.gemach; he hät sech f.gegen ist gestorben Rip, Allg. — γ. verb. mit trans. Verben, denen f. erst die Bed. ‘entfernen, wegbringen’ gibt; dabei besagt die Komp. mit f. mehr als etwa die mit ‘ab’, die Trennung wird dadurch eine vollkommene, z. B. fort-beissen, –blasen, –bohren, –brechen, –bringen, –bügeln, –bürsten, –dämpfen, –däuen, –denken, –drehen, –drücken, -ekeln, –fegen, –feilen, –fischen, –flummen, –fressen, –geben, –gräueln, –gripschen, –hauen, –helfen, –hobeln, –holen, –jagen, jücken-, –kämmen, –kehren, –klopfen, –kratzen, –lecken, –leiten, –lenken, -nagen, (-knagen), –nehmen, –pflücken, –picken, –pitschen, –placken, –pricken, –pumpen, –putzen, –raffen, –rapschen, –raspeln, –ratschen, –ratzen, –räumen, –rechnen, –reiben, –reissen, –rücken, -rufen, –schaffen, –schenken, –scheppen, –scheren, –scheuern, –schicken, –schiessen, –schlagen, –schläumen, –schleppen, –schleudern, –schmeissen, –schnappen, –schneiden, –schnicken, –schnippen, –schnützen, –schuppen, –schütten, –schuven, –spritzen, –stechen, –stehlen, –stossen, –stuppen, –tragen, –treiben, –tun, –waschen, –werfen, –wippen u. a., z. B. döht dech dat ens f.! denke dir das einmal Aach-Walh.; jet f.hauen wegschlagen, auf einen Schlag verkaufen Rip. RA.: Wat me f.get, es me quitt Rip, Allg. Wat de f.get, dat stenkt Aach. He git et Letzte f. Allg. En Gesicht, als wenn e de Mösche f.jage wull Grevbr-Kapellen. De kratz de Ross unge dem Kessel f. wenn der Mann schimpft, dass die Frau nicht zeitig gekocht hat Sieg-ODollend. De Schmeck f.lege sterben, vom Fuhrmann Rip. De schmitt et Geld f. Nfrk, Allg. Wat me am wittste f.schmitt, mutt me dückes (oft) am earste wiər hole Mülh-Ruhr. Me moss de au (alte) Schong net iəhder f.setze, bes men e Paar neue hat Aach. E Kengk zom f.steəhle Erk-Körrenz. Wat der Mann möt de Kar erenbrengt, dat kann de Frau mit der Schuət f.drage SNfrk, Allg. Heit draht der de Katz de Maə (Magen) nit f. Saarbr. De ka jet Schnedde f.dohn verzehren Rip. De werf dat wit f. tut, als ob ihm an der Sache nichts läge Rip. Sech f.geworpe ha unter seinen Stand geheiratet haben Aach, Allg. — δ. mit einigen Verben verbindet sich noch die Nebenbed. ‘jmd. etwas unberechtigt u. früher f.nehmen’, z. B. fort-essen, –kaufen, –mähen, –schnappen, -saufen, –trinken, meist für de Nas (de Oge), z. B. enge jet för jen Nas f.schnappe. — ε. mit andern Verben verb., verleiht f. die Bed. ‘an eine andere Stelle bringen’; das Ziel bleibt unbestimmt, z. B. fort-geben, –halten, –hängen, -heben, –krasen, –knösen, –knuffeln, –knuscheln, –legen. –leihen, –mausen, –scheppen, –setzen, –stellen, –stiefeln, –tun Allg. RA.: De Pann es noch te schmereg, f.tehangen von einer jungen Witwe Sol. De Hühner, die emol f.leən wellen, leən och f. die einmal betrügen wollen, b. auch Waldbr. Ene F.träger Ohrenbläser Altk-NFischb. — e. weiter, nach vorne. α. in Verb. mit ‘an’; f.an , z. B. de Desch f. an rötsche; de Stohl f.an setze; he kann net mih f.an (kunn) kann nicht gut gehen; alles geng f.an gut vorwärts; he mat e Gedöhns, as wenn e de Dom f.an drage wöll; f.an (met dir)! vorwärts Rip, Allg. — β. in Verb. mit Verben, z. B. fort-bringen, –fragen, –gehen, –helfen, –kommen, –machen, –pflanzen, –packen, –pfählen, –sagen, –schrecken (-schreiten), -schaffen, –schreiben, –spannen, z. B. do es ken F gang dran nach dem Nhd.; geht die Krankhet f.? ist sie ansteckend Bernk-Neumag; enen f.frogə ausfragen Ottw-Theley; et get äver noch f.hölfəlech Löckt hilfsbereite Leute Malm-Amel; de kickt üver klen Lüə f. ist stolz Heinsb, Allg.; e kimmt fir (vorn) net f. on henne net no der Langsame May, Koch; mat him as gar ke F.kommes kein Vorwärtskommen Bitb; hen hot sei F.kommes gute Bestallung, Aussicht ebd., Allg.; macht f ! macht voran Allg.; de Deig wird engemacht (eingemengt), en Zeitlang dono f.gemacht (weiter vermengt), dann gemacht endgültig geknetet Simm, Goar; f.make schnell machen Klev, Rees; et es ke F.maches met em kein Vorwärtskommen Birkf; f.pagge den Pflock auf der Weide an eine andere Stelle in die Erde schlagen, nachdem die Kuh die erste Stelle abgeweidet hat Grevbr-Hochneuk, ebenso f.pöle (-pfählen) Erk; wat f.sägge weitersagen Kref; f.schrecke weiterschreiten Kobl.; die Kuh schafft f. hat Gebärmuttervorfall Simm-Laub; en Steck (Feld) beim F.schreiwer f.schreiwe losse beim Geometer auf seinen Namen schr. lassen Saar, Hunsr, WEif; f.spanne Kühe auf der Weide weiter anpflöcken; auf etwas warten SNfrk. — 2. zeitl. a. weiter; in folg. Verb. nach dem Nhd.; he drift et so lang f., bes he in der Kul lit im Grabe, Waldbr, Allg.; wellschte noch lang eso f.leiere? unausgesetzt von einer Sache reden Saarbr, Allg, (u. so ä.). — b. sofort, gleich; ich rap furt de Sten op Heinsb; fa(r)t Heinsb-Breberen Karken Birgelen Hülhv (örtl. furt); sufortemang (= direktemang) Verbr. — c. in adv. Verb. α. alsfort (alt-); et rent (regnet) altf. immer Rhfrk, Hunsr, Saarbr; luter-, schieərfurt Waldbr. — β. f.eweg(s) sofort; da's ewevöl, gej duht et nouw f.eweg(s)! Klev, Rees, Mörs (fortseweg Mörs-Birten Xanten). — γ. fǫrtəšnaus, –tnəršnǫus in Zukunft Westerw; fodōse (-aushin) Birkf. — δ. während f. immerzu; der ös och w. f. krank Altk-Bachenbg [f.während nach dem Nhd. allg. in Gebrauch]. — ε. richtfort gewöhnlich, werktags, z. B. richtfort Leffeln (Löffeln) Bitb-NWeis; e richtfortənə Blus udgl. eine sehr einfache Bluse Trier-Mehring. — ζ. en enem f. beständig, immer Allg. — d. mit Genit.-Endung des Adv.; fǫts Geilk, Heinsb, Kemp, Mörs; fts Mettm-Velbert (u. ftənts); -ōə- Gummb; fǫts u. -tənts Dinsl, Rees, Ess; fats Heinsb, Geilk-Brüxgen, Erk-Doveren; fǫtənts NBerg. Ruhr, Dinsl, Rees, MGladb-Rheind; fōətənts Gummb, Lennep-Hückeswg, Mettm-Wülfr Velbert Cronenbg; fǫrtəs Rees: sofort, auf der Stelle, direkt, hintereinander; jetz kömms de f.! — e. fǫrtərš weiterhin Kemp-Burgwaldniel. — 3. modal. a. fǫt sehr; he es f. kodd sehr böse; dat es f. got sehr gelungen Aach, MGladb-Rheind. — b. frt, –ōə-, –təs, –tənts uWupp; sonst NBerg, Ruhr fǫtənts; Gummb -ōə-; Wermelsk fǫutənts; Wippf, Waldbr fōət; Kemp, Kref vrts; Mörs fǫts: ganz u. gar, total, vollends, erst recht; we nicks es on ment (meint) sech nicks, es f. nicks Mettm-Haan; dat hät öhm f. (vollends) den Hals gebroəke; wenn de't em säs, deht en et üərsch f. nit erst recht nicht Allg.; f. doll total verrückt Kemp; he es f. net mih em Hüs-chen närrisch OBerg, Allg. — c. ft besonders, unter allen Umständen; un de Kegelbahn noch f.! Köln (XIX/1). — In den modalen Bed. kann auch franz. fort, fortement mitwirken. — Für f. 1 auch eweg, opsit, hönn.
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Cotta, M. (2026). „fortii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fortii/rhwb?formid=F05288
MLA
Cotta, Marcel. „fortii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fortii/rhwb?formid=F05288. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „fortii". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fortii/rhwb?formid=F05288.
BibTeX
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