Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
fizzusâri st. m.
st. m. — Graff I, 1 123 s. v. wîzisari.
uuîzzesare: acc. sg. Np 5,7 (als Verschreibung anzusehen).
listiger Betrüger: manslekken unde uuizzesare virum sanguinum et dolosum. Sehrt, N.-Wortsch. S. 615, N.-Glossar S. 300, Schützeichel, Ahd. Wb. S. 240 setzen nach der Hs. ein uuîzzesare mit der Bed. ‘Peiniger, Folterer’ (Sehrt), ‘Peiniger’ (Schützeichel) an. Graff (s. o.) stellt sein wîzisari zum uuîzinari carnifex, tortor, ultor. Dem steht entgegen: Das Lemma (vir) dolosus bedeutet nicht ‘Peiniger, Folterer’, auch nicht in der Position neben mansleggo vir sanguinum, wie der weitere Kontext zeigt: (du) ferliusest die . die lugi sagent . also heretici tuont . die mit luginen ilen die meniscen besuichen. Manslekken unde uuizzesare . daz chit trugenare leidezet unser truhten perdes omnes qui loquuntur mendacium. Virum sanguinem et dolosum abominabitur dominus. Vielmehr führen das Interpr. daz chit trugenare u. das vorausgehende mit luginen ... besuichen eindeutig auf die Bed. ‘listiger Betrüger’ u. damit auf die Abl. fizzusâri zu fizzusôn u. letztlich auf fizzus, das mehrfach dolosus ‘betrügerisch’ wiedergibt. Bestätigt wird diese Deutung vor allem durch das unserer in Frage stehenden Stelle auf lat. Seite gleichlautende manslekken unde uizese viri sanguinum et dolosi Np 54,24 u. durch dolosi (ficise) unde ypocrite Npgl 34,19.