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Fieschi

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Fieschi

Bd. 6, Sp. 556
Fieschi (spr. fjéski), 1) Giovanni Luigi de ' F., Graf von Lavagna, gewöhnlich Fiesco genannt, geb. 1524 aus einer berühmten genuesischen Familie, aus der drei Päpste hervorgingen, kam durch den frühen Tod seines Vaters in den Besitz einer bedeutenden Erbschaft. Eifersüchtig auf die auf seiten Karls V. stehenden Doria, beschloß er mit seinen Brüdern Girolamo und Ottobuono und andern unzufriedenen Edelleuten den Sturz jenes Geschlechts, an dessen Spitze der Doge Andreas Doria und sein übermütiger Neffe Gianettino Doria, von dem F. persönlich gekränkt war, standen. Das Unternehmen, das zugleich Genua vom Bund mit dem Kaiser losreißen sollte, wurde im geheimen von dem Papst und von Frankreich unterstützt. F. sammelte unter dem Vorwand von Rüstungen gegen die Türken mehrere hundert Söldner, besetzte in der Nacht vom 1. zum 2. Jan. 1547 das Tor von St. Thomas, überrumpelte den Hafen und bemächtigte sich der Galeeren und der Hauptplätze der Stadt. Gianettino Doria wurde niedergestoßen, Andrea flüchtete. F. aber verunglückte, indem er durch das Umschlagen eines zu den Galeeren führenden Brettes ins Meer stürzte und durch seine schwere Rüstung auf den Grund gezogen wurde. Die Bewegung endete hiermit, und Doria kehrte zurück. Fieschis Familie und die übrigen Verschwornen wurden aus Genua verbannt; Girolamo F. wurde hingerichtet. Ottobuono entkam nach Frankreich, geriet aber 8 Jahre später in spanische Gefangenschaft, wurde an Genua ausgeliefert und ertränkt. Durch Rousseau ist Schiller auf diesen Stoff hingewiesen worden und hat F. zum Helden seiner Tragödie »Fiesco« gemacht. Vgl. Brea, Sulla congiura del conte G. Luigi F. (Genua 1863); Celesta, La congiura del conte G. Luigi F. (das. 1864); Canale, Storia della repubblica di Genova 1538–1550. ossia le congiure di F. e Giulio Cibò (das. 1874); Gavazzo, Nuovi documenti sulla congiura del conte F. (das. 1886); Callegari, La congiura del F. (Vened. 1892). 2) Joseph (auch Joseph Gérard Marco), bekannt durch das Attentat auf das Leben des Königs Ludwig Philipp von Frankreich, geb. 13. Dez. 1790 in Murato auf Korsika als Sohn eines armen Schäfers, gest. 19. Febr. 1836, machte den Feldzug von 1812 in Rußland mit, trat dann in neapolitanische Dienste und kehrte nach dem Frieden 1814 nach Korsika zurück. 1815 nahm er an der Expedition teil, durch die Franceschelli Murat wieder auf den Thron von Neapel erheben wollte. Nach seiner Rückkehr nach Korsika hatte er wegen mehrerer Diebstähle eine zehnjährige Freiheitsstrafe zu verbüßen und ging beim Ausbruch der Julirevolution (1830) nach Paris. Der äußersten Not preisgegeben, faßte der Abenteurer den Plan eines Attentats auf den König. Er erdachte sich zu diesem Zweck eine aus 24 Flintenläufen bestehende Höllenmaschine, deren Explosion 28. Juli 1835 auf dem Boulevard du Temple stattfand. Der Marschall Mortier und elf Personen aus dem Gefolge des Königs wurden getötet, der König selbst nur leicht verletzt. F. wurde mit seinen Mitschuldigen Pepin und Morey guillotiniert. Vgl. M. Ducamp, Les ancêtres de la Commune; l'attentat F. (Par. 1877).
3083 Zeichen · 57 Sätze

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fieschi

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Fieschi (Fiéski), Jos. Marco, Corse, geb. 1790, zuerst Soldat, dann Arbeiter, 1815 wegen Diebstahl zur Zwangsarbeit veru…

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Cotta, M. (2026). „fieschi". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 8. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fieschi/meyers
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Cotta, Marcel. „fieschi". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fieschi/meyers. Abgerufen 8. May 2026.
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Cotta, Marcel. „fieschi". lautwandel.de. Zugegriffen 8. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fieschi/meyers.
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