Fer-stand m.
n. [verbr.] 1.1. Fähigkeit zu verstehen, Begriffe zu bilden, Schlüsse zu ziehen, zu urteilen, zu denken; Denkvermögen, Denkkraft. Bäädt uh, dat usse Häärgott uh den Verstand lött dass ihr im Kopf klar bleibt (WmWb). Hai arbäit mïet Verstant (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@AfferdeAf). Dat gǟit öäwer mīn’n Vestant das begreife ich nicht (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). He kümp nich to Verstand kommt nicht zur Ruhe, zum Abschalten von der Hetze (WmWb). Wīer te Vestanne kūm’m wieder zur Besinnung, zur Vernunft kommen (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb). — Ra.: Dao steht mi de Vestand stille das finde ich unbegreiflich (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe || mehrf.). Hä hïet Vestant föä drai ist sehr klug (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Hei hiät sinnen Verstand verluaren ist verrückt geworden (Kr. SoestSos Vö). He häff ’t Verstand versoppen ist ein Trinker (WmWb). Hä hïet ’n Vestant met’m Schǖmlïepel freäten ist recht dumm, bildet sich aber ein klug zu sein (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.). Man kann em nich moir Ferstand afföddern, os hoi hät er ist nicht besonders klug (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Du bis wall nich rächt bi Vestand bist wohl nicht im Vollbesitz deiner geistigen Kräfte (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). He is gudd bi Verstand vernünftig, klug (WmWb). Se was rāin von Verstant war ganz von Sinnen (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). No mīn’n dumm’m Vestant (meiner unmaßgeblichen Meinung nach) es dat richtich (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.). — Sprichw.: Wat de Leuwte bütt, kann vergohn; wat de Verstand meunt, dat blifft bestohn (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Stigg de Liebe inn’n Kopp, kümp de Verstand in de Mäse (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Is de Fuesel inn’n Mann, is de Verstand in de Kann (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl || mehrf.). Kritt äiner ’n Amt, kritt hä auk Verstand (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || ähnl. mehrf.). Wur kein Verstand inne sitt, kümmt ok keiner harut (Kr. MindenMin Kr. Minden@MeißenMe || mehrf.). Waor de Verstand wöss, daor fallt de Haore (WmWb). Bruk dinen Verstand un brake nich mit den Kopp dür de Wand! (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). Fraulüh hät lange Hoh un kuerten Verstand (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.); aber auch: Hei hätt lange Haore un kuotten Vöstand (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@BeckumBk). Krūse Hoar, krūsen Vöstand (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RamsdorfRd). Biätter lange Hoare un kuotten Verstand ärr kuorte Hoare un gar keinen Verstand (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Dei Verstand küömet eärst met diän Joahren (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.); dat Vestand kümp nich vör de Jaoren (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt). — 1.2. Gedächtnis: Monks denk ik, dat Verstand lött a nao (WmWb). — 2. Bewusstsein; Besinnung. Hä lach do ōane Vestant bewusstlos (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). He is sonder Verstant west, dann kamm he weer to sik (WmWb). — 3. Mit hebben und van: Kenntnis, Ahnung. Hä hïet Vestant van Peäre (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Ïek hewwe kāin’n Vestant van’e Plaug verstehe nichts vom Pflug (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh). Daor häf he kin’n Verstand vön das kann er nicht (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). — 4. Hirn, Gehirn: De Milt un dat Verstand, dat kreeg de Katte am Schlachttag (WmWb). — 5. Person; idW.: Dat Kint is en allen Ferstant ist altklug (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Bh). ⟨Genus:
n. [WMünsterl Kr. SteinfurtStf Rek], sonst (daneben)
m.⟩ Zus.:→ Åld-fer~, Būren-fer~, Mensken-fer~, Piᵉrde-fer~.Bī-fer-stand
m. [Lippe] Ehemann, -frau (scherzh.). — Ra.: Heu hätt ’n goen Buiverstand kriegen hat eine verständige, gute Frau bekommen (Lippe WWB-Source:82:FrommannFrommann || mehrf.), wenn ein Ehepaar sich gut ergänzt (Kr. DetmoldDet Is).