fenīnig
Adj. [Münsterl nördl. OWestf Kr. PaderbornPad Bür, verstr. die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Hellweg Kr. IserlohnIsl Kr. ArnsbergArn Kr. MeschedeMes Kr. BrilonBri südl. OWestf] 1. giftig (von Pflanzen, Tieren u.ä.) [Münsterl Kr. WiedenbrückWie Sos]. — 2.1. eitrig entzündet, stark entzündet. ’n fanīnich Swǟr (Kr. AhausAhs We). Häi hett en verninigen Finger (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Ne vöninige Klaon (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@ElvertEl). Nen vernienig Auge (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). ’n vernīnigen Kopp Hautausschlag auf dem Kopf (Kr. MindenMin Kr. Minden@StemmerSt). — Spez.: bösartig eitrig, eiternd [verstr. OWestf]: Verneïniger Ätter (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@WewerWw). — 2.2. leicht entzündlich, empfindlich. Häi hett en verniniget Fell (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Eune vernuinige Hiut (Lippe FROMMANN 6,492). — 3.1. schlecht gelaunt, wütend, zornig; verärgert, unzufrieden; überdrüssig; verdrießlich; gehässig; leicht reizbar, streitsüchtig, jähzornig. Fürneiniger Hitzkopp (Kr. BürenBür Kr. Büren@HerbramHb). En fernoinigen Bengel (Kr. HöxterHöx Kb). Dat Meken eß ’n vernuinigen Gast (Lippe FROMMANN 6,492). En voninig Ding ein „schnippisches“ Mädchen (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@IsselhorstIs). Wat bis diu voneïnig? (Kr. HalleHal Kr. Halle@BorgholzhausenBo). Hai wur ga(ⁿ)s vernuinich (Kr. SoestSos SCHMB). He kik mi ganz vernienig an (Kr. MünsterMün Kr. Münster@AmelsbürenAm). Kiek mi nich so vänienig an (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@WarendorfWd). — Ra.: Vernuinig os Raddenkriut (giftige Arsenverbindung) sehr verdrießlich, sehr streitsüchtig (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Fernuinich ǟs ne Suege dass. (Kr. SoestSos So). Verneynig äs ne Spenne dass. (Kr. PaderbornPad NDKBL 68,40). — Spez.: bösartig, angrifffslustig; bissig (von Tieren): Pack de Rüe nich an, he is vönienig (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@DülmenDü). De Imme sint vandage so värneïnich (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@WiedenbrückWb). — 3.2. hinterlistig, heimtückisch. — 4.1. eifrig, ehrgeizig, voller Willenskraft; schlau, aufgeweckt. En venienig Gesicht (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@VeltrupVe). — Ra.: Vernienige Augen maken voller Lebensmut sein; auch: zornig sein (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@SeppenradeSr). — 4.2. erpicht, versessen. Use Teckel is hellske verninig up Ratten (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Ra.: He is so verninig up de Arbeit, he wull up liggen gaohn er ist sehr faul (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@HorstmarHo). — 5. scharf (von Werkzeugen mit Klingen). De Saßen (Sense) es ve(r)nīnsk (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — 6. In
adv. Gebrauch verstärkend: sehr, äußerst. Et is venient kold (WMWB). ⟨›fernīnig‹ [verbr.], ›fenīnig‹ [Kr. TecklenburgTek Kr. MünsterMün Wie, sonst verstr.], ›fönīnig‹ [verstr. Münsterl], ›fonīnig‹ [bes. Ravensbg Kr. LemgoLem Wie]
u.a.; fennig/finnig [Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Isl], fönnich (Kr. IserlohnIsl Is), „fernig“ (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). — Differenzierung: eiterig (unter →
etterig) ’gut eitrig’, „vonuinig“ ’böse eitrig’ (Kr. HerfordHfd Bi)⟩