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Feªdere

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Eintrag · Westfälisches Wb.

Feªdere f.

Bd. 2, Sp. 595
Feªdere f. [allg.] Feder. — 1.1. Feder eines Vogels. De Pogge (Pfau) hiät bunte Fiärn (Kr. SoestSos Kr. Soest@VöllinghausenVö). De Ennerk (Enterich) hät schoine Feddern (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@HumfeldHf). De Höhne wesselt de Fehr die Hühner mausern sich (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@HülstenHü). Fell un Fiärder (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@NeuenheerseNh). Haoll em ne Fēr vüör de Lippen, dann kāß seihn, of he nao aomt (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Ra.: Sou lichte osse ne Fïedere sehr leicht (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh || mehrf.). Dä hätt auk Feddern an’n Foiten er ist sehr leichtsinnig (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@LüerdissenLü || mehrf.). De geon Fiarn up en send woinig er hat nur wenige gute Eigenschaften (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Hä treckt em ne Fie’er uut’m Stiärt er redet schlecht über ihn (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Dat dachte ieck mi wuol, datte mi wuier ne Fiär iut me Stäte trecken wollst sagt man, wenn jmd. etwas von einem haben will (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || mehrf.). Dai stack sick ne Fiar an’n Haut a) er zog seinen Nutzen aus einer Situation, Angelegenheit (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || mehrf.); b) er durfte sich rühmen (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BödefeldBö). Lott den Wind kumen, un suine bunten Feddern sind wege er ist nicht das, wofür er sich ausgibt (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). He weet noch nich, of he Fiarn an’n Bort krigg of Hor er ist noch ein junger Mann, er wird noch nicht als vollwertig angesehen (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BorkenBo || ähnl. mehrf.). He geht inne Fïedn er geht ins Bett, schlafen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Froo ut de Feren mütten früh aufstehen müssen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). Fan Fēän’n op Strau komm’m verarmen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Sprichw.: Wä sick äärlick well ernearen, maut sick rüstern uut de Fearen ..., darf kein Langschläfer sein (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd || mehrf.). Junge Vüegel hät auk junge Fie’ern neue Herren haben auch neue Gewohnheiten (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Den Vugel kennt man ann Feern an der Kleidung erkennt man den Menschen (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@OndrupOn || mehrf.). Büi enkelten Fedderkens plückt man den Vurel kahl (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd). Vüegel mit glike Fiärden fleiget gären tohaupe „gleich und gleich gesellt sich gern“ (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). Ne grooten Vaogel häff siene Fern so nödig as ne kleinen (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BorkenBo || ähnl. mehrf.). ’n Stück Bräout in de Taschke is biätter es ne gräoute Fiähr am Haute (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HemmerdeHm || verbr. bes. SWestf). We de Hauner frïettet, kann ok de Fïern kriegen (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HattingenHt || mehrf. Mark). Mancher well fleigen, bekker keine Fiarn hiat mancher nimmt sich zuviel vor (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — Sagw.: Wä fröih opstäiht, es fröih ferrig, sag dä Schauhmiäker; do stonn he üm tiän Uhr op un kroup üm seß Uhr wie’er in dä Fie’ern (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). — Scherzfrage: Wat is lichter, ’n Pund Fïedn of ’n Pund Isen: keins von beiden (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). — 1.2. (Pl.) Fian’n (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@DattelnDa) Gefieder, Gesamtheit der Federn eines Vogels [Rek]. — 2. Schreibfeder. Fēär un Dinte (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Ra.: An de Fīär komm’m zum Schreiben kommen (Kr. IserlohnIsl El). Dat es mi so ūt’e Fēär laup’m das habe ich gedankenlos geschrieben (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Sprichw.: Wenn en Schriwer nix dög, dann giw he de Fiärden de Schuld (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). — 3. in verschiedene Mechanismen eingebautes elastisches, spiraliges oder blattförmiges (Metall-)Teil, das einen Druck oder Zug aushalten oder ausüben soll. Met ne Fiär de Mechanik in Gang setten (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). — Spez.: 3.1. (Bandwirkerei) a) Mechanik zum Bremsen der kleinen Spule. — b) Feder, die den „Kläpper“ treibt (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@SchwelmSw). — 3.2. Teil der Lochzange. Päipe un Fīer (Mark ELL-BRACHT 46). — 4. Teil des Ackerwagens: Gleitholz, das sich unter dem Langbalken des Ackerwagens hin- und herbewegt (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@SpexardSp); zum Drehen des Vorderwagens dienende, an der hölzernen Umkleidung der Achse zwischen den Rädern sitzende Vorrichtung (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@RöckinghausenRö). De Wāgen wippet in’e Fēär (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 5. Leiste, die in die rinnenförmige Vertiefung zwischen zwei Brettern eingeschoben wird (ä.); an ein Brett eingearbeitete Leiste, die in die rinnenförmige Vertiefung eines anderen Bretts eingepaßt wird und so eine Verbindung zwischen beiden Brettern herstellt (j.) [verstr. SWestf]. ⟨Aufgrund der schwierigen lautlichen Situation werden nur lautschriftliche Belege verwendet: ›Feªder‹ [nördl. Münsterl (Kr. AhausAhs Kr. SteinfurtStf Kr. TecklenburgTek Kr. MünsterMün Wdf) südl. OWestf, verstr. KSauerl], Fedder [bes. Kr. BielefeldBie Lippe Höx], ›Fēªr(e)‹ [südl. Münsterl (Kr. MünsterMün Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. LüdinghausenLhs Bek) SWestf Bür], ›Fēªn‹ [Ravensbg Wie], ›Feªr‹ [verstr.]; Fēr(e) [verstr. westl. Münsterl], ›Fī(e)r‹ (bes. Bed. 5) [Kr. IserlohnIsl Kr. SoestSos Bür]. — Kr. MünsterMün Kr. Münster@MünsterMü etwa belegt sowohl ›Feªder‹ als auch ›Fēªr‹. — Kr. SoestSos SCHMB etwa differenziert zwischen ›Fēªr‹ Bed. 1f. u. ›Fīr‹ Bed. 5⟩ ¶ Vgl. RHWB 2,347: Feder; NDSWB 4,110: Fedder, Fēder. Zus.: → Ānd~, Bārd~, Bedde~, Blī~, Blō¹d~, Dūnen~, Eªksteren~, Fet~, Floªte~, Flūm~, Fuᵉgel~, Fülle~, Gō²se~, Hānen~, Hō¹ner~, Inkest~, Kreiter~, Krül~, Leie~, Mō¹d~, Pawen~, Plat~, Plō¹g~, Plūme~, Schrīf~, Siᵉkel~, Slūt~, Smeªr~, Soªlen~, Span~, Spiral~, Spō¹l~, Springe~, Sprung~, Stal~, Stok~, Strūs~, Swīne~, Swung~, Tē²ken~, Ūlen~, Wind~.
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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit feadere

29 Bildungen · 29 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von feadere

feaderen + -e

feadere leitet sich vom Lemma feaderen ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

feadere‑ als Erstglied (29 von 29)

Feªderebedde

WWB

Feªdere-bedde n. [verstr.] Fierbedde ( Lst Ag ) „Federbett“ (im Gegensatz zum Strohsack).

Feªderebred

WWB

Feªdere-bred n. Ferbrett Teil des Ackerwagens: Stück Holz, auf dem der Drehschemel ruht ( Min Wl).

Feªderebüsse

WWB

Feªdere-büsse f. [verstr.] Fäenbüssen ( Min Ha ) (verschließbare) Büchse, Dose zum Aufbewahren von Schreibfedern.

Feªderebusk

WWB

Feªdere-busk m. [verstr.] Fiarnbusk ( Hal Bh ) mehrere zu einem Büschel zusammengefaßte Federn als Zierde auf Hut oder Helm.

Feªderedop

WWB

Feªdere-dop m. Fiar(de)ndopp kleiner, runder Behälter bes. für Schreibfedern, aber auch Bleistifte u.ä. ( Hal Bh).

Feªderefē

WWB

Feªdere-fē n. [verstr.] Geflügel. — Sprichw.: Flass, Wass, Feadervei daut der armen Seile wei ( Bür Bü = KUHN 2,64 || mehrf.).

Feªderefittek

WWB

Feªdere-fittek m. [ Wal Wol] Fïederfittek ( Wal Bh ) Handfeger, -besen (aus Gänseflügeln).

Feªderefreªter

WWB

Feªdere-freªter m. Feernfrääter, -fretter bes. bei Käfighaltung auftretende Hühnerkrankheit, bei der sich die Hühner gegenseitig die Federn …

Feªderefukser

WWB

Feªdere-fukser m. [verstr. SWestf] Fiärnfuxer ( Olp At ) „Federfuchser“ [verstr.]; jmd., der viel schreibt ( Mes Br).

Feªderehålder

WWB

Feªdere-hålder m. [verstr.] Fīärenhalter ( Isl Dh ) Federhalter, stielförmiges Schreibgerät, an dessen vorderem Ende eine Schreibfeder einge…

Feªderehō¹d

WWB

Feªdere-hō¹d m. [verstr.] Hut mit Federschmuck. — Reim: Här Schmid, Här Schmid, wat kriegt unse Bräutken mirt? / En Schleierhaut un ein Feir…

Feªdereholland

WWB

Feªdere-holland n. idW.: No Fēärn’nholland gōan ins Bett gehen ( Dor Wl ).

Feªderekāre

WWB

Feªdere-kāre f. Feernkaore gefederter Wagen (WMWB).

Feªderekaste

WWB

Feªdere-kaste m. [verstr.] FEärnkass’n ( Enr Sw ) 1. Kasten, Dose zum Aufbewahren bes. der Schreibfedern. — 2. (Bandwirkerei) „Federkasten z…

Feªderekiᵉle

WWB

Feªdere-kiᵉle m. [verstr.] Fïederkiil ( Wal Wh ) „Federkiel“, Schreibgerät.

Feªdereleªsen

WWB

Feªdere-leªsen n. idW.: Se mäck nich völle Fäanläsen sie macht keine großen Umstände, sie nimmt keine Rücksicht ( Rek Er).

Feªderemets

WWB

Feªdere-mets n. [verstr.] Fäenmest ( Min Ha ) „Federmesser“, kleines Messer (zum Schneiden der Gänsekiele).

Feªderemūs

WWB

Feªdere-mūs f. [verstr.] Fledermaus. ⟨ ›Feªder‹- [HPaderb], „Fer(re)“- [verstr. Münsterl Wie] ⟩ ¶ Vgl. → Fleªder~ .

Feªderesak

WWB

Feªdere-sak m. Sack zum Aufbewahren der (Schreib-)Feder (WMWB).

Feªderespō¹le

WWB

Feªdere-spō¹le f. [verstr.] Fïederspoule ( Wal Bh ) „Federspule“.

Feªderestriᵉke

WWB

Feªdere-striᵉke m. Fēärn’nstrïek mit einer Schreibfeder gezogener Strich ( Dor Wl ).

Feªderewāge

WWB

Feªdere-wāge f. Fēärn’nwōage Federwaage ( Dor Wl ).

Feªderewāgen

WWB

Feªdere-wāgen m. [verstr.] Fiar(de)nwagen ( Hal Bh ) gefederter Wagen (für Spazierfahrten).

Feªderewolke

WWB

Feªdere-wolke f. [verstr.] Fedderwolke ( Höx Ko ) zarte, faserige, aus Eiskristallen bestehende Wolke.