Fē n. [verbr.] 1. Gesamtheit der Nutztiere eines landwirtschaftlichen Betriebs. — Spez.: Haustiere im Gegensatz zu den wilden Tieren (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@EngerEn = MEIER 7). ’n Stück Vēh (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Fęi fǫudern (füttern) (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Wh). Dat Väi kann sik nit an den niggen Stall wïen’n (gewöhnen) (Kr. IserlohnIsl El). De Biuern hätt gräuten Wertbestand im Veuh; Veuh matt pfleget wären (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@KirchveischedeKv). — Ra.: Stück Voi uppen Klot deon Fleisch pfundweise verkaufen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Däi huset hier osse dat läiwe Väi der wohnt in menschenunwürdigen Verhältnissen (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — Sprichw.: Wer Voi hät un Kinner, es selten one Hinner (Hindernis) (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Fläisch kledt Menschen un Väih (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd). Schliäg döht weh vör de Mäsken un ’t Veh (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@MetelenMe). Sliäg sind gued för Mensken un Veh (Münsterl NIEDER-SACHSEN 18,209). Schlïege daut weh, se batt bi Menschken un Veeh (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HattingenHt || mehrf. bes. Mark). Sou dä Stall, sou dat Väih; sou dä Lüh, sou dä Kaih (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Sok Lö, sok Veeh bezogen
z.B. auf Hunde, die ihrem Halter nicht gehorchen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Me kann diem Voih keine Spuile (Querholz) in’n Hals setten das Vieh muß gefüttert werden (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). Man mut sin Veh nich alleene fö de Köttel fohren (füttern) (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RamsdorfRd). Klain Fǟi mǟket auk Mist (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Ött wesselt dät Veuh, obber dä Kribbe blifft däselbe auch bei neuen Personen (bes. Politikern) bleibt alles beim Alten (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü). Me draff et Fǟi bimm Slachen nit bedūern’n, süss kann ’t nit steärm’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Et Väe kennt säine Mote un, wenn et genäog hett, dann höert et up; ower de Suiper fänget dann äs an (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@DahlDa). — 2. Rindvieh; Bestand an Rindern. — Spez.: weibl. Kalb (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@HolzenHo). Vaih anpöälen (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@RüthenRü). Dreïf et Fäi op (Kr. IserlohnIsl Is). — 3.1. Tier allgemein. — Spez.: possierliches Tier [Wal]. Dat olle Fäi von einem aggressiven Hund gesagt (Kr. IserlohnIsl Is). — Ra.: Dat ies ’n Voih; dat dait, ä ’t wuis ies sagt man, wenn jmd. ein Tier für einen angerichteten Schaden strafen will (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). — 3.2. roher, brutaler, rücksichtsloser Mensch. Dat es en Stück Fǟi (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 4. Gesamtheit der Bienen. Dat daoe Veih die toten Bienen (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@BierenBr). ⟨›ē¹‹ [Hellweg Kr. IserlohnIsl Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt KSauerl Wal], ›ē²‹ [Münsterl Mark Hellweg], ›ē²ª‹ [HPaderb], ›ē²ᵇ‹ (= ›ē¹‹) [Kr. TecklenburgTek nördl. OWestf Höx], ›ē²ᵇ‹ (≠ ›ē¹‹) (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Bh)⟩ Zus.: →
Akker~,
Biᵉse~,
Fāsel~, Feªder~, Heiden~,
Ho¹de~,
Hō¹ner~,
Hōrn~,
Jung~,
Klein~,
Māger~,
Meste~, Miᵉlk~,
Rind~,
Stal~, Stam~,
Stāpel~,
Studenten~.