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Fauder1

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Fauder1 n.

Bd. 2, Sp. 823
Wossidia Fauder1 , Foder n. Futter: fǫu·rə Jac. 1, 117; Kolz 93, woneben aus der landwirtschaftlichen Fachsprache die jungen Formen Fudder (lautl. frə Kolz 93) und Futter auftauchen; in der Bedeutung bestimmtes, gewisses Futtermaß, eine festgesetzte Menge an Futter besitzt der W die Form Fauders. 1. Futter fürs Vieh wie Rüben, Kartoffeln, Treber, Schrot, Häcksel, Heu, Stroh: 'kost, voder, hfslag' (HaHagenow@BoizenburgBoiz 1357) UB. 14, 180; 'de scal em de kOeste und vudere gheven' (1372) 18, 150; 'voder unde brot gheven' (Gü 1397) 23, 243; pabulum 'Voder' Chytr. 427; 486; de ... Mähren ... wiren ganz gaut unner Fauder hollen Stend. Bill. l; de Käuh krigen man schrag' (knappes) Fauder GüGüstrow@KobrowKobr; Fauder wat, satt Natt wenig Futter, reichlich Saufen Bütz; Fauder Mi 21a; fast Fauder festes Futter, bestehend aus Korn, Schrot, Heu, Stroh; rug' Fauder ist Heu und Stroh; weitere Unterscheidungen geben die Zss. in bezug auf Stoff und Art: Frucht-, Gräun-, Halm-, Heu-, Roggen-, Schelpfauder; Nacht-, Schüddel-, Tau-, Winterfauder; Bestimmung für einzelne Viehgattungen: Bullen-, Hingst-, Kalwer-, Katten-, Kauh-, Kunen-, Ossen-, Swinfauder; Pürrickfauder. Im besonderen versteht man unter Fauder im ganzen Lande mit Ausnahme des SO das Wiesenheu; für das Pachten einer Wiese zum Heumachen wird neben de Wisch, dat Gras pachten, meiden überwiegend gebraucht Fauder pachten, meiden, hüren; wi willn tau Fauder zum Heuen Ha Hagenow@WittenburgWitt; dat Fauder heu'n Reut. 5, 363; dat oll Fauder die Vor- im Gegensatz zur Nachmahd HaHagenow@RedefinRed; Fauder meihen allgem.; Fauder ströden Gras streuen beim Heuen Schö; Fauder höpen das Heu in Haufen bringen Schö; schon früh in hd. Form: he (der Wind) nimmt dat Futter (das gemähte Heu) von de Ierd' up (1889) SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; die Mähmaschinen maken slicht Futter (1887) MaMalchin@RemplinRempl; Bauernregeln: wenn an Marien (25. März) Druppen an de Böm hängen, gifft 't väl Fauder GüGüstrow@WarnowWarn; wenn 't Maidag rägent, is dat Fauder nich hülpig Ha; up Lichtmess (2. Febr.) möt noch dat hälft Foder in 'n Stall sin Bartsch 2, 251; am ersten Pfingstfeiertage sagten in LuLudwigslust@GrebsGrebs die Pferdejungen den Spruch vor den Bauernhäusern auf, der beginnt: Gaun Dag, gaun Dag, Fru Mauderin, Hett jug' oll Kauh ok noch Fauder in? 276; ein Spruch gegen das Verfangen endet: Hest du di verfungen int Foder, Help di uns' Herrgott sin Moder 439; nasses Futter, das durch Besen gegossen wird, welche in den Zwölften gebunden sind, heilt und sichert das Vieh vor Krankheiten 248. 2. im niedrigen Stil für menschliche Nahrung: denn' kann 'n dat Foder in 'n Liw sehn Wa; dei hett ok bald 't letzt Fauder in 'n Liw stirbt bald RoRostock@KühlungsbornKühl; em steiht dat Foder nich er hat den Durchfall StaStargard@GrammertinGramm; bi sin eigen Fauder wedder gaut warden an der eigenen Nahrung gesunden, wieder gut werden, d. i. die üble Laune aufgeben, auch sich wieder vertragen: Eheleute, die sich zanken, warden bi ehr eigen Fauder wedder gaut WaWaren@KisserowKiss; Zs. Büdelfauder. 3. festes Futtermaß, eine bestimmte Menge Futter für ein Stück Vieh und eine Fütterung (zur Form s. ob.): he hett dat Pierd dat letzt Fauders ingäben, inschüdd't hat zur Nacht abgefüttert WiWismar@PoelPoel; as Jochen ehr (den Pferden) noch 'n Faures inschürrn deer Rehm Joch. 11; 34; 'n Fauders Arten eine bestimmte Menge Erbsen als Futter SchöSchönberg@RehnaRehna; twei Fauders Hö SchwSchwerin@PeckatelPeck. 4. übertr. Schläge, Prügel: lang' Foder d. h. mit einem langen Gegenstande, mit dem Stock StaStargard@WulkenzinWulk; gäl Fauder Schläge mit dem gelben Stock RoRostock@GresenhorstGres. 5. Unterfutter: 'Item gheve ik to deme vrowenclostere mynen swarten korten kerl myd deme vodere' (Ro 1390) UB. 21, 380; Zs. Unnerfauder; in der heutigen Sprache meist die hd. Form gebräuchlich, diese auch in der Tischlersprache für die innere Verschalung der Türzarge und in den Zss. Ass-, Finsterfutter, -fudder. Futteral: corytus 'ein BagenkOeker, Foder' Chytr. 217; theca cultellaria 'MesserkOeker effte Foder' 412; Zs. Pietschenfauder. — Mnd. vôder. — Br. Wb. 1, 433; Dä. 127a; Kü. 1, 497; Me. 2, 174.
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    Fauder1n.

    Mecklenburgisches Wb.

    Fauder 1 , Foder n. Futter: fǫu·rə Jac. 1, 117; Kolz 93, woneben aus der landwirtschaftlichen Fachsprache die jungen For…

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Cotta, M. (2026). „fauder1". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fauder1/meckwb?formid=F00357
MLA
Cotta, Marcel. „fauder1". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fauder1/meckwb?formid=F00357. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „fauder1". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fauder1/meckwb?formid=F00357.
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