ERZEIGUNG f. mhd. erzeigunge.
abl. von erzeigen
vb. 1
bezeigung, erweisung. zu erzeigen
vb. 2.
hauptgebrauch: hs.u1300 der junger sprach: ‘waz betútet unser herre da mite daz er dez dages sinen jungeren ir fuͦze twuoc?’ do sprach der meister: ‘alle die bezeichenunge sint siner demuͦte erzeigunge’
Lucidarius 51 DTM. 1478 die bemelten von Uberlingen haben uns zu merrer ertzaigung irs undertenign und guten willens .. zugesagt ain öffnung der bemelten irer stat
mon. habsb. I 2,479. 1593 daher sicht man dz ein wort, ein lachen, ein geberd der guͦtwilligkeit .. vonn einer ehrlichen frawen, vil hoͤher gehalten wirdt, als alle die freundtliche erzaigungen vnnd liebkosen der jenigen, die also ohne ainige hinderhalt, wenig scham erzaigen Noyse
hofmann 222a. ⟨1650/60⟩ hat er ihn gantz Vngerlandt .. den selben verkundtschafften vndt proscribiren lassen, .. ob er
(der verräter) ihm vielleicht zu henden gebracht könte werden, allss wollte er demselbigen, so ess thun würde, neben erzeigung seiner genaden höchlig begaben
font. rer. austr. I 3,27. 1782 daß diese tugenden das mittel sind, unsre mitmenschen zu erzeigungen ihres wohlwollens zu bewegen Bahrdt
br. über d. bibel 1,262. ⟨1878⟩ der ausdruck des dankes muß mit dem, wofür man dankt, in richtigem verhältnisse stehen. es kommt auch wesentlich darauf an, ob man uns mit der erzeigung einer gefälligkeit zuvorgekommen ist, ob man mehr empfing, als man erbat Ebhardt
ton (1882)710. 2
äußerung im verhalten, verhaltensweise zu erzeigen
vb. 1.
überwiegend abwertend, zurschaustellung, prahlerisches vorzeigen von vorzügen: hs. 1393 wie gehorsam
(war Christus) sinem vatter vnd siner muͦter, wie er sich huͦt vor allem ruͦme vnd vor aller erzeigunge einrichtiger vnd sunderiger wisen
franziskan. schrifttum 1,143 R. 1472 yedoch ist solicher reichtum zuloben, der on hoffart, on weltlich erzeigung, on geschreye vnd on zierung .. ist Eyb
dt. schr. 1,36 H. 1502 vnd die diemuͤtigkeit ist ein hochfart, so die geschicht von erzeigung wegen vnnd darumb das man gesehen werd von den menschen
Birgitte, offenbarung T3b. 1612 vnangesehen gleichwol das widerspil inn den heuchlern erscheint, dern wandel mit der äusserlichen erzeigung keins wegs vbereinstimmet Albertinus
tummel-platz 912. –
beweisung, bewährung von fähigkeiten: 1576 obgleichwol etzliche toͤrechter weis, mer auß vnerfarenheit, vnd grossem mißuerstandt solches mit mer gespoͤt der menschen, dann erzeigunge jrer wissenheit vnd kunst .. verlaugnet haben Thurneysser
confirmatio 20b. ⟨1633⟩ welche
(schwäbische wachtposten) aber grosse ehr eingelegt, und den feind ein gute zeit .. auffgehalten, .. mithin die ihrer tapfferen nation angedichtete schimpff=fabel, als hätten 7. schwaben ab einem haasen sich entsetzt, mehrmahlen mit erzeigung mann= und hertzhaffter thaten und martialischen muths widerlegt haben
in: Speth
Constantz (1733)107. 3
das hervorkommen zu erzeigen
vb. 3. a
das erscheinen, erscheinung: hs.u1430/50 von des richters erzaigung dem statfolk .. der richterr sol sich dem statfolk vnd der gemain erzaigen
ofner stadtrecht 82 M. 1529 durch diese erzeigung hat Christus erstlich seine aufferstehung von den todten seinen juͤngern offenbaren .. woͤllen. denn weil er sich lebendig erzeiget und dazu seine hende und seiten zu sehen darbeut, so werden jre augen und vernunfft uberzeuget
(nachschr.) Luther
w. 28,465 W. 1578 wann dises gestirn deß Arcturi, morgens, vor erzeigung deß feurrotten wagens deß Apollinis, auffgeht Thurneysser
erdgewechsse 78. 1637/41 mit disem gesprech
(mit Christus, in einer vision) wurde die süeße muetter
(äbtissin) inigklich getröst und gestörkt, und entet sich die gnadreich erzeigung
chr. Villingen 119 LV. –
die entstehung, das vorkommen: 1700
(im schöpfungsbericht ) die herfürwachsung der bäume und kräuter; die erzeigung der fische, vögel, und irrdischen thiere, und zuletzt die erschaffung des menschen Clüver
geologia 59. ⟨1754⟩ daß man von denen lerchenbäumen im teutschen reiche keinen sogenannten venedischen terpentin zu hoffen habe, massen zu dessen erzeigung ein wärmeres clima und boden erfordert werde
in: allg. forstmagazin (1763)1,17 S. b
etwas, das sich zeigt, zeichen anzeichen, phänomen: ⟨1483⟩ spricht sant Augustin, .. die
(wunden Christi) waren gar schoͤn der tuͦgent vnd gar ein wirdige ertzeigung vnd was ein zeichen des sigs
erklerung d. gelaubens (1485)47a. ⟨1563⟩ vnd so man jro vilen, so vom biber schreyben, glauben gibt, als Plinio, so ist ein sondere scheynbare erzeigung der natur, wie gwaltig sy seye, an disem thier zuͦ ersehen, wie auch an anderen, so jr natur halben im wasser vnd auff dem land, ein feüchtrocken laͤben fuͤren Forer
thierb. (1583)22b.Albrand