Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Eroberer
Eroberer
erobern Vb. ‘fremdes Gebiet durch Waffengewalt in seinen Besitz bringen’, übertragen ‘für sich gewinnen’, präfigierte Bildung wie ahd. giobarōn in der Bedeutung ‘überwinden, hinauszögern’ (9. Jh.), mhd. geoberen ‘die Oberhand gewinnen’ (neben unpräfigiertem ahd. obarōn ‘verzögern, aufhalten’, 9. Jh., mhd. oberen ‘die Oberhand haben, siegen’) zu der unter ober (s. d.) behandelten Komparativform. Die eigentliche Bedeutung aller Verben ist ‘der Obere bleiben, werden’. Die mit er- präfigierte Bildung begegnet zuerst in (vereinzelt) mhd. eroberen ‘gewinnen’, dann frühnhd. erober(e)n ‘übertreffen, überwinden, erlangen’. Im 16. Jh. wird der Gebrauch auf den militärischen Bereich (eine Stadt, ein Land erobern) eingeengt. Aus dieser Verwendung entwickelt sich in nhd. Zeit übertragener Gebrauch (das Herz, Sympathien erobern), wobei die alte Bedeutung ‘gewinnen’ wieder in den Vordergrund tritt. – Eroberung f. in militärischer Verwendung zuerst im 15. Jh., übertragen seit etwa 1700. Eroberer m. (16. Jh.).