Eintrag · Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)
erheben
erheben
- ›sich erheben, in die Höhe ragen‹ (von unbeweglichen Bezugsgrößen); auch bildlich; generalisierend: ›sich wo befinden‹
- ›sich nach oben, an die Oberfläche bewegen‹ (von sachlichen Bezugsgrößen); im Einzelnen: ›sich auftürmen; entspringen‹ (von Wasser); ›aufsteigen‹ (z. B. von Sternen, Nebel); ›anschwellen‹ (von entzünd
- ›von einem Platz aufstehen, sich erheben, um sich wohin zu bewegen‹; ›sich aufrichten‹
- ›aufbegehren, sich gegen jn. erheben‹; ›gegen jn. in den Kampf ziehen‹
- ›sich überheben, vermessen, Hochmut zum Ausdruck bringen‹; ›sich jm. (in Bezug auf eine Leistung, ein Verhalten, eine je spezifisch definierte Hierarchie von Werten) überlegen fühlen und dies durch da
- ›sich von etw. freimachen, etw. lassen‹; in religiösen Kontexten überwiegend speziell: ›etw. durch einen Erkenntnisprozess als überwunden Gedachtes loslassen‹; ›geistig, mental (in der Kontemplation,
- ›beginnen, anbrechen, aufkommen, seinen Anfang nehmen‹ (von Handlungen, Ereignissen unkontrollierbarer Art gesagt); generalisierend: ›sich ereignen, zutragen, stattfinden‹
- ›aufkommen; aufsteigen, Macht erlangen‹ (von Personengruppen, -verbänden); ›sich breitmachen‹; auch: ›sich konstituieren, gründen‹
- ›etw. anheben, hochheben‹; speziell im Kontext religiöser, kultischer Praxis: ›die Hostie im Rahmen der eucharistischen Wandlung hochhalten‹; ferner: ›Teig auf-, hochgehen lassen‹; mit Objekt der Pers
- ›etw. ausgraben, ausheben, bergen‹
- ›etw. errichten, (wieder) aufbauen‹; ütr.: ›etw. (z. B. einen Orden, ein Spital) gründen, stiften‹
- ›das seelische, geistige Erkenntnisvermögen (repräsentiert durch das herz, die sele, die vernunft, das verständnis o. Ä.) auf göttliche Dinge richten, für die Gottesbegegnung freimachen, vorbereiten‹
- phras.: den mund / gesang, die stimme erheben ›zu sprechen, zu singen beginnen‹; die stimme sich erheben: ›die Stimme höher werden, klingen‹; Spezialisierung zu 9.
- ›jn. (auch: eine Institution, einen Personenverband) auszeichnen, mit Privilegien ausstatten‹; speziell: ›einen Orden approbieren‹; ›jn. über seinen Stand erheben, adeln‹; ›jm. Ansehen, Würde, Einflus
- ›jn. selig, heilig sprechen‹; in der kirchlichen Praxis durch rituelles Ausgraben und Umbetten des Leichnams (Translation und Elevation) initiiert, deshalb, auch unter Einfluss von lat. elevare häufig
- ›jn. / etw. preisen, rühmen‹; speziell auf Gott bzw. die Heiligen bezogen: ›jn. / etw. verehren, anbeten‹; speziell: ›e. S. (z. B. den werken) Heilsrelevanz zusprechen‹
- ›etw. (zu tun) anfangen, etw. durchführen‹; häufig in Verbindung mit Abstrakta in der Objektposition (z. B. Macht); auch: ›etw. durchsetzen‹; ›etw. vollziehen, geltend machen‹
- ›etw. erreichen, ausrichten‹; ›etw. erlangen, erhalten‹; generalisierend: ›etw. haben, festhalten‹
- ›(Geld) einnehmen, (mit e. S.) Gewinn machen‹; auch: ›einen zweckgebundenen Geldbetrag (z. B. Steuern, Zinsen) erheben, einfordern‹; mit Bezugsgrößenverschiebung (mit Subj. d. S., z. B. grosche): ›(Ge
- ›jn. e. S. entheben, jm. etw. erlassen‹
- ›jn. vertreten‹
- bedeutungsverwandt zu auferwecken 1.
- bedeutungsverwandt zu treiben (V.) 12.