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Erdteil

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Erdteil

Bd. 6, Sp. 29
Erdteil (auch Weltteil), ein konventioneller Begriff, der zur Einteilung des festen Landes auf der Erdoberfläche dient; man pflegt fünf Erdteile (Europa, Asien, Afrika, Amerika und Australien) zu unterscheiden. Die Anzahl war entsprechend der Ausdehnung des geographischen Gesichtskreises im Verlauf der Geschichte verschieden. Im Altertum unterschieden die griechischen Geographen bald zwei, bald drei Erdteile, indem sie die runde Erdscheibe durch das Mittelländische Meer in zwei Hälften, oder in Verbindung mit diesem noch durch die Tanais (Don)-Nillinie in drei Teile schieden (s. Erdkunde, S. 7). Als man das Rote Meer kennen gelernt hatte, verlegte man die Grenze zwischen Afrika und Asien hierher. Der Don dagegen wurde im allgemeinen noch bis in das 18. Jahrh. als die Grenze von Asien und Europa betrachtet; erst 1730 verlegte man sie in den Ural und Obschtschij Syrt (s. Europa). Inzwischen waren auch Amerika und Australien entdeckt worden. Amerika wurde zuerst für den östlichen Rand von Asien gehalten, und noch lange, nachdem man den Stillen Ozean kennen gelernt hatte, glaubte man wenigstens an einen breiten Landzusammenhang im Norden; es wurde daher erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. allgemein als besonderer E. anerkannt. In der Mitte des 17. Jahrh. trat Australien als fünfter E. hinzu (s. Erdkunde, S. 10). – Der Begriff E. ist ursprünglich jedenfalls gleichbedeutend mit Festland (s. d.) gewesen, d. h. er sollte durch Meer voneinander getrennte Landmassen bezeichnen. Aber im Fortschritt unsrer Kenntnisse hat sich herausgestellt, daß gerade die beiden zuerst unterschiedenen Erdteile, Europa und Asien, breiten Landzusammenhang besitzen. A. v. Humboldt und Peschel haben daher mit Recht darauf hingewiesen, daß Europa eigentlich ein Teil oder, wie sie sich ausdrückten, eine Halbinsel von Asien sei. Auch in den Natur- und Kulturverhältnissen steht das östliche Europa in engster Beziehung zu Asien. Umgekehrt sind Nordamerika und Südamerika zwei selbständige Festländer, die weniger eng miteinander zusammenhängen als Afrika mit Asien und Europa. Selbstverständlich läßt sich der Jahrtausende alte Sprachgebrauch nicht mehr beseitigen, aber man muß sich hüten, dem Begriff der Erdteile eine selbständige Bedeutung beizulegen und ihnen einen einheitlichen Charakter der Natur und Bevölkerung zuzuschreiben.
2342 Zeichen · 34 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ERDTEILm.

    Grimm Neubearbeitung (1965–)

    ERDTEIL m. (n.?). zuss. mit erde f. älter auch mit fugenelement -en-, bes. unter 1 . die bed. 2 und 3 sind unabhängig vo…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Erdteil

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Erdteil (auch Weltteil ), ein konventioneller Begriff, der zur Einteilung des festen Landes auf der Erdoberfläche dient;…

  3. Spezial
    Erdteil

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Erd|teil m. (-[e]s,-e) continënt (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit erdteil

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Zerlegung von erdteil 2 Komponenten

erd+teil

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