Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
entnim stv.
1. fortnehmen. Genes. fundgr. 2,55,41: abe dem pûman er niweht in nam mit unrehteme gedinge noch mit deheinem geduenge vermuthete Benecke in nam für entnam gesetzt, da der schreiber oft in statt en, nie aber statt ne setze; die millstädter bearbeitung hat indes nur niht nam.
2. zu borg aufnehmen, entleihen. nu was diu zeit chomen, der diu ros hete entnomen, daʒ er siu gelten solte Hahn ged. 43,53. der des andern guot entnimt, swenn eʒ ze geltenne gezimt, daʒ er im geltes ist bereit Iw. 290. entnemen daʒ ist ringe: wie manʒ ze gelte bringe, daʒ ist ein swæriu sache warnung 1375. der guote sant Oswalt, der ein künicrîch teilt ume: daʒ het er von got entnumen, war umbe solt er daʒ versparn? Teichn. 53. daʒ ander ist uns alleʒ angelihen, als der zeinem spile ein vremedeʒ kleit entnimt myst. 333,2. vgl. wiener handf. 287. Westenr. beitr. 7,98. 170.
3. refl. (oder passivisch), sich entfernen, fort begeben.
a. mit von. sît er hât sich von mir entnumen und andern herren ime erkorn Marleg. 24,496. hie von er von Hêrôde sich entnam. hin zu Rôme er bequam Pass. 353,40. von dannen er sich entnam Pass. K. 338,71. vgl. das. 412,49. nu vant ir arclistiger sin die kunst, daʒ si wol quêmen von in und sich entnêmen von der kirchen arbeit das. 150,44.
b. mit ûʒ. binnen dirre selben zît, dô Augustînus besît ûʒ sîner wîsheit was entnumen und nâch gotes willen kumen vor rehtes gelouben tür Pass. K. 419,63.
c. mit dativ. sumelîche doch der nôt sich mit der vlucht intnâmin Jerosch. Pf. 96. c. vgl. das. 170. d. intnemit mich den hendin der menigen sundêre das. 150. c. si wârn sô verre kumen, daʒ si sich intnumen dûchtin vîentlîcher vâr das. 156. b.