Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
enphliehen stV.
2 mit Dat.d.P.
3 mit Dat.d.S.
4 selten tr. (evtl. durch lat. Einfluss [ effugere aliquem ], vgl. 2 DWB 8,1379)
5 mit Gen. in der Wendung des niht ~ kunnen/ mugen
1 ohne Obj.: so der piber gesihet daz man in iaget. unt er inphliehen nemach JPhys 16,4. 16,7; vnd daz ich vursuchte, / ob ich enpflihen mvchte Herb 2091; jst aber, das er enpflihet, der suslich getat het bigangen UrkCorp (WMU) N238A,6. – mit präp. Erg.: und die in der ahte weren / [...], / entvluhen sie in den templum / zu Jerusalem Macc 4823; daz der valant niht enfloch / von in, daz ist wunder WhvÖst 12678; ir slangen vnd gewehse der vipern. wi entfliehet ir von dem vrteil der hell EvAug 58,11 2 mit Dat.d.P.: sine mugen uns nicht enphlihen; / wir sculn in nach ilen Rol 6985; ir en mvget mir niht enphlihen Herb 14522; Wh 161,4; BdN 164,4; ê daz diu sunne im entvlôch [entschwand] , / er reit hin ûf bî schœnem tage Wh 198,16. – mit präp. Erg.: den [Sperber] warf er her, den warf er dar, / biz er sich in die wîte enzôch / und im von ungeschihte enpflôch [davonflog] / schier in den boumgarten hin KvWEngelh 3216; er jagt sie lang, biß sie im in den walt enpfluhen Lanc 322,18. 98,1; de erde is dat alre verste van dem hemele inde hait sych gecrumpene in eynen wynkele inde schampt sych inde solde gerne deme schonen hemel intflyn van eynem wynkel zo deme anderen Eckh 1:233,7 3 mit Dat.d.S.: daz er unt sîniu chindahe deme hungere inphlihe Gen 2448; dinem gwalt mach niemen enphliehen noch entwichen Himmelr 1,4; Wig 10233; als er wonde wese fro / vnde siner grozzen swere / gar enpflohen were Herb 2049; das si dem ungeloͮben nit anders moͤgent entvliehen Mechth 6: 15,35; jst aber, daz der den doͮhtslag [Totschlag] hat getan, der pênin inpflúhet vnde ingât UrkCorp (WMU) 1653,11 4 selten tr. (evtl. durch lat. Einfluss [effugere aliquem], vgl. 2DWB 8,1379): emphliehe wir hie die sunde AvaJG 31,6; den werdent die fvͤzze gebunden, die di svnde hin nach nimmer mer mvgen enphliehen denne vor PrBerthKl 6,78; si müezen uns genâhen, / wand wir si niht enphliehen Ottok 25366; Tauler 198,7; Himmelr 10,26 5 mit Gen. in der Wendung des niht ~ kunnen/ mugen: dâ bî ich rehte an mir selben erkande, / daz ich des niemer enpfliehen enkan, / in sî ir stæte KLD:HvSw 18:1,8; daz dritteil muost diu schef ziehen, / des mohten si niht enphliehen EnikWchr 19008
MWB 1 1737,39; Bearbeiter: Diehl