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enphâhen

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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

enphâhen stV.

Bd. MWB 1 1725, Sp. 18
enphâhen stV. auch enpangen, impingen, Prät. auch enphunge MarcoPolo 71,21. 1 ‘etw. anfangen’
2 tr.
2.1 ‘etw. nehmen, ergreifen’
2.2 ‘etw. entgegennehmen, bekommen’
2.2.1 allg.
2.2.2 ‘das Abendmahl empfangen’ , meist phras. gotes lîcham ~
2.2.3 ‘Worte aufnehmen, hören’
2.2.4 in Verbindung mit etw. Negativem ‘erleiden’
2.2.5 rechtl. (z.B. bezogen auf Lehen, Amt, Rechte u.ä., zahlreiche weitere Belege DRW 2,1518ff.)
2.3 ‘jmdn. aufnehmen’
2.3.1 als Gast
2.3.2 einen Gegner ‘erwarten’ , ‘sich stellen’
2.3.3 ‘jmdn. als etw. annehmen, in eine (Rechts-) Gemeinschaft aufnehmen’
2.4 selten mit sachl. Subj.
2.5 ‘ein Kind empfangen, schwanger werden’
3 selten mit Gen. ‘etw. empfangen’
   1 ‘etw. anfangen’ einen camf han ih entfangen Litan 13; den eber er ze vragen enpfienc, / daz er im sagte mere ReinFu K,1746. – mit Ersparung des Obj.: du entfehes vnde letzes Litan 64    2 tr.    2.1 ‘etw. nehmen, ergreifen’ ein gezimieret sper. / Diepalt brâhte ouch einz dâ her: / daz enpfie sîn herre küene UvZLanz 2973; da er die glene in die hant enpfing Lanc 381,28; ir hant er in die sîne enpfienc Parz 640,6. Achilles sie dâ schôn enpfie / bî der hant EnikWchr 15352    2.2 ‘etw. entgegennehmen, bekommen’    2.2.1 allg.: ôwî wan het ich sîn gewant / enphangen von des künges hant Parz 148,16; ub er ir oppher geruocht inphâhen Gen 608; swer die touffe hat enphangen, / dem wære ez wol ergangen Hochz 91; alle die die in der heiligen tauffe christenlichen namen enpfahent PrOberalt 162,28; Rol 2874; wiltu hie brvderschaft enpfan ReinFu K,686; lâ den [Geliebten] hie, / der minne brâht und minne enpfienc MF:Wolfr 2: 4,3; minne enphâhn und minne gebn Parz 77,15; er muoz dar umbe enpfâhen strît ebd. 529,12. 604,29; ze sînen kampfgenôzen, / die manegen slac grôzen / heten enpfangen und gegeben Iw 5393; Parz 288,21; daz sie binamen des todes pfliht / enpfiengen [starben] in kurtzen ziten Rennew 18263; der schol [...] bucze emphahen StRBrünn 404; di enphahent ablaz irr sunde von den byssoffen UrkCorp (WMU) 3581,34; Spec 130,4; PrOberalt 78,25; aber wê den, die allain enpfangner guottæt niht gedenkent BdN 208,16. wir sun den winder in stuben enpfâhen [erwarten] KLD:BvH 1: 1,1. daz urinâl brâht man im dar [...] / dar inn er sînen brunnen enpfie [auffing] EnikWchr 15021    2.2.2 ‘das Abendmahl empfangen’, meist phras. gotes lîcham ~ : daz ir den gotes lichenamen hivte also enphahet Spec 21,28; den gotes lichenamen si enphiengen Rol 3398; StatDtOrd 27,20; RvEBarl 14318; Mechth 4: 8,9; swenn wir sinen hiligen lichnam und sein heres blut enpfahen PrOberalt 80,7; unsers herren lichnam ebd. 80,11; den vrônen lip Spec 51,15; daz wirn [Christus im Abendmahl] durch die gehuge sines tôdis schulin enphahin ebd. 49,28    2.2.3 ‘Worte aufnehmen, hören’ sâ warin ir orn horinte daz gotis wort, daz si vil wirdechlichen enphiengin Spec 8,12; niwan eines von sînem munde / enpfie ich die âventiure Wig 11690; so sulnt sie swern, gezv́ge vnd vrkv́nde ze sinne vmbe die warheit êwecliche vber alle die ding, die sie enpfahen vnd derzuo sie gezogen werdent UrkCorp (WMU) N238A,9; vur ein michel wunder / entpfienc der herre die geschicht Pass III 455,93    2.2.4 in Verbindung mit etw. Negativem ‘erleiden’ swer magir ist vnde badet in dem kalden wazzere. der enpfet da uon schaden SalArz 26,12; Vateruns 44; thaz martyrium untfan MfrkReimb 420; Jêsus [...], / der sît durch uns vil scharpfen tôt / ame kriuze mennischlîche enphienc Parz 113,21; RvEBarl 14260; des intfienc her eine wunden ureissam Ägidius 518; NibB 2067,3; die mvsten enphahen / iamer vnd ruwe Herb 16469; die in aver unwirdichlich enpfahent, die empfahent die ewigen verlornuͤsse der sel und des leibs PrOberalt 80,12    2.2.5 rechtl. (z.B. bezogen auf Lehen, Amt, Rechte u.ä., zahlreiche weitere Belege DRW 2,1518ff.): ich möht mit êrn von sîner hant / mit vanen enpfâhen mîn lant Parz 420,14; ir lêhen si enpfiengen / von dem künege wol gezogen, / fürsten, grâven, herzogen, / vrîen unde dienestman UvZLanz 8378; Lanc 27,21; do daz enpfahen [der Lehen] geshach Rennew 32405; daz fürstentuom ze Brâbant / zeim erbe enphâhent KvWSchwanr 1267; da mitte hant des gotzhus eigenlúte enpfangen lên vnd erbe WeistGr 1,2 (14. Jh.); Orilus den eit enpfienc Parz 452,14; enpfâhet jenez zinsreht Tr 7115; nu lânt mich bürgen / emphâhen unde sicherheit KvWHvK 287; swer och in der stat burchrecht enpfæhet vnd burchreht tvͦt UrkWittelsb 2,47 (a. 1294). – z.T. mit refl. Dat.: inphahint in selbin eine grimme hersaf [ adsumentes sibi tyrannidem ] BrHoh 65; ein edel mensche vuor ûz in ein verrez lant und enpfienc im ein rîche und kam wider Eckh 5: 109,21. enphahende hant ‘Lehensnehmer’ (vgl. DRW 2,1519): so sich die enphahende hant wandelt UrkBasel 4:137,3 (a. 1339). übertr.: daz si mînen dienst enpfâhe / lieblîch und in niht versmâhe SM:JvW 3: 2,4; MF:Mor 15: 1,6    2.3 ‘jmdn. aufnehmen’    2.3.1 als Gast: di engel her gahent, scone si dich enphahent AvaLJ 47,4; ze allen ziten ist vnser herre berait, die svndære ze enphahenne vnde ir schvlde ze vergebenne Spec 48,18; als tet diu künegin sîn wîp. / diu enpfienc Gâwânes lîp / und ander sîne geselleschaft / mit getriulîcher liebe kraft Parz 671,2; nu stant vf herre Constantin / vnd intfawir dise geste Roth 252; so er sine brut enphahit vnde si mit gesange fúr leitet Lucid 123,4; do enpfinc man in nach der gewonheit, / als des landes site was Herb 1936; dô kam sî wider gegangen / und wart baz enpfangen / dan sî verlâzen wære Iw 2078; ich werd verdriven of entfangen MarlbRh 12,21. – z.T. mit präp. Erg.: durch aller der heiligen willen di dich in himelriche impingen VatGeb 47; die iuch enpfahent in di ewigen herwerg PrOberalt 141,22; in sîne gnâde er in enpfie / und kusten ein ander beide Wig 7198; Ginovêr in ir pflege enpfienc / Itonjê und ir âmîs Parz 731,2; als Zacheus unsern herren in sin irdisscez hus enphienc mit grozzer wirtscefte Spec 136,34; daz unser herre diu haidenschaft ze sinen genaden enpfahen wolt PrOberalt 31,25. 33,26 u.ö.; dô inphienc in ce hûs [...] der kuniginne kemerêre PrMd (J) 350,18; KvHeimUrst 1296. subst.: ich pin iwers enpfâhens vrô Parz 306,8; dâ was grôz enpfâhen / von dem wirte und von den sînen Wig 8666; ir gruoz und ir empfâhen / was bî im, dô si in sach Sperb 86. – selten bezogen auf Tiere (z.T. mit Dat. commodi): selue intfinc he sin rosvert Roth 5104; si liefen im engegene und enpfiengen im daz marc [nahmen ihm das Pferd ab] NibB 957,3; als man in diu ros emphie, / mit dem getwerge er dô gie Er 1208    2.3.2 einen Gegner ‘erwarten’, ‘sich stellen’ an dem braiten uelde / wellent dise helde / enphahen sine recken / mit scarphen swertis ecken Rol 7665; die geste kunden sie wol enphân / mit manegem scharpfen pfîle Eracl 2732; Terramêr enpfangen / wart sus von der getouften diet: / si buten strîtes gegenbiet Wh 37,14    2.3.3 ‘jmdn. als etw. annehmen, in eine (Rechts-) Gemeinschaft aufnehmen’ welch meyster ouch eynen lerknecht entfehit UrkSchles 8,123 (14. Jh.). – meist mit präp. Erg.: so insal min sien zu burgeri nicht inpha Mühlh 160,20; ob si in ze kuninge wolden entfân / und ime werden undertân SAlex 963; die zwen konig die er zu búrgen hett enpfangen Lanc 304,29; da enpfing die ebtißinn den knecht zu bruder ebd. 16,11; ich enpfah uch also zu eim gesellen ebd. 544,6; ein ieglich man, der entphangen wirt zu brûdere zu unserm ordene StatDtOrd 61,18; diz ist, wie man einen brûder entphâhen sule in den orden ebd. 127,1; so enpfahe ich dich wiedder in die heilige kristenheit Lanc 538,24. do spranc si czuͤ der tvͤre vnd tet im vͦf vnd emphiench in fuͤr iren friedel Konr 6,42. – in der Wendung etw. ~ vür guot ‘wohlwollend aufnehmen’ den eit er vur gut enphienc, / swie er doch vbel vz ginc Herb 16022; dirre kranke presant, / vrowe, sî dir gesant. / empfâhe in von mir für guot SM:EvS 3: 1,3; diu vrowe daz für guot enpfie UvZLanz 4592. der helt daz houbet dahte / und enpfie die rede für ein gamen [Spaß] UvZLanz 1071; das er es [das Verhalten der Dame] úmmer fur húbscheit kunde enpfahen Lanc 253,17    2.4 selten mit sachl. Subj.: daz div selbe porte, div ze himele get, niemin enphahit wan den, der sich siner sundin hie erclagit hat Spec 70,31; Hochz 433; daz velt do den tou enphinc Herb 7888; Konr 11,23; do der tac vf ginc / vnde die werlt die licht enphinc / von der claren svnnen Herb 10954. nû het ouch vil der mâsen / diu veste Oransche enphangen / mit würfen von den mangen Wh 222,15    2.5 ‘ein Kind empfangen, schwanger werden’ du hast ein chint enphangen. / danne wahset ein man, der wirt geheizen gotesun AvaLJ 6,3; Abhrahâmis schôz sal mich intphâhin PrMd (J) 341,7; von deme héligen geiste wart er enphangen Lucid 4,5. 62,7; so emphehestu dinen svn gesvnten Konr 13,56; din kint, dat du, magt, entfiͤnges MarlbRh 42,30. 56,2. – mit Ersparung des Obj.: ein magit sal inphâhin unt sal ein sun gwinnin, der sal got geheizin werde PrMd (J) 344,11; nâch menschlicher gewonheit / wart sie swanger und enphie Eracl 317    3 selten mit Gen. ‘etw. empfangen’ priesterlicher wirdikeit / er von dem von Regenspurg enphie Ottok 8754; sô mugen wir enphâhen [...] / der gnâd ebd. 10683

MWB 1 1725,18; Bearbeiter: Diehl

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    enphâhenstV.

    Mittelhochdeutsches Wb. (MWB) · +1 Parallelbeleg

    enphâhen stV. auch enpangen, impingen, Prät. auch enphunge MarcoPolo 71,21. 1 ‘etw. anfangen’ 2 tr. 2.1 ‘etw. nehmen, er…

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Komposita & Ableitungen mit enphâhen

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