Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
eitrig
eitrig
Eiter m. ‘gelbliche Flüssigkeitsabsonderung bei Entzündungen’ (weiße Blutkörperchen und Gewebszellen enthaltend). Mit asächs. ēttar, mnl. nl. etter, afries. atter, aengl. āt(t)or, anord. eitr, schwed. etter führen ahd. eitar ‘Gift, Eiter’ (9. Jh.), mhd. eiter (mit unverschobenem -tr-) auf germ. *aitra-, während die eng verwandten ahd. (11. Jh.), mhd. eiz m., nhd. (obd. schweiz.) Eiß m., Eiße f. ‘Eiterbeule, Geschwür’ germ. *aita- voraussetzen. Beide germ. Stämme gehören mit griech. oidé͞in (οἰδεῖν) ‘schwellen’, ó͞idos (οἶδος) ‘Geschwulst, Schwellung’ (s. Ödem), aslaw. jadъ, russ. jad (яд) ‘Gift’ zur Wurzel ie. *oid- ‘schwellen’. – eitern Vb. ‘Eiter absondern’, mhd. eitern ‘vergiften’; vgl. ahd. gieitarit, gieitarōt ‘giftig’. eitrig Adj. ‘Eiter absondernd’, ahd. eiterīg ‘giftig, verwesend’ (10. Jh.); beide in der heutigen Bedeutung seit dem 16. Jh.