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eintränken

nhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
9 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

eintränken

Bd. 3, Sp. 326
eintränken, dare bibere, ein von alters her bis auf heute bei uns beliebtes wort, um bildlich vergeltung und rache auszudrücken, wie man auch sagte einschenken und trank schenken (vgl. Reinhart xcv), eine frische, lebendige, von Adelung 'gemein' gescholtne redensart: mhd. sîn tumplicher muot wirt im dâ in getrenket. Neidhart 50, 32; ich getrenke in în den spot. Ulrichs Wh. 183a; ëʒ wurde im getrenket în von dem êrsten amplicke. Renn. 17007. nhd. und meint er wöll im eintrenken, was im ein ander verne hat getan. fastn. sp. 349, 17; und meint er wöll im dann eintrenken was er im vor eim jar hat getan. 754, 18; wan mich mein man het oft geschlagen, das will ich im des nachts eintrenken. 369, 23; das wär im alles eingetrenkt. Ring 42c, 16; ich bit got, das ich mög ewern tod vor meinem ende den verrätern indrenken. Aimon n 6b; aber es sol euch eingedrenkt werden. o 5b; ich glob dir, es sol dir wol eingedrenkt werden. Fierabras B 4; das er (gott) schlechts dieselbige (gift des todes und der hölle) durch Christum aus unserm leib und seele nemen und dem teufel und tod alle zumal eintrenken wird, das im der bauch davon zureiszen musz. Luther 6, 269b; und ward ihm ubel eingetrenkt, dasz er sich unter den adel hatte gemenget. Alberus 7; wie lang denken sie nun daran, wann in unrecht geschehen ist, wie trenken sies nun so redlich einander ein? Petr. 107b; ich meine, es ward ihm eingetrenkt. Witzenbürger 176; und dir die hundesfliegen dein wol wissen einzutrenken. Ringwald laut. warh. 31; komb her, lasz dir wider eintrenken! Ayrer 394c; was gilts, ich wil dirs eintrenken. 416d; wie ich nun fröhlich und guter dinge gewesen, wird mir mein freude eingetränket. Schweinichen 2, 41; nein man musz die leichtfertigen vögel zuvor rechtschaffen quälen und ihnen eintränken, was sie an diesem reuter verdient haben. Simpl. K. 95; und wann unserer mehr zu pferd gewesen wäre, so würde den Franzosen ihre frechheit übel eingetränkt sein worden. Springinsfeld cap. 18; mit müh erworbne braut! nun spare keine küsse, und tränk ihm den verdrusz des langen wartens ein! Günther 600; er hat auch dem könige von Burgund in seinem eigenen lande einzutränken gesucht, dasz er Clodowigs freundschaft der seinigen vorgezogen. Mascou 2, 31; gleichwol verdrosz mich seine schleichende feindseligkeit und ich tränkte sie ihm in der vorrede ein. Reiskens lebensb. 117; aber ich will es ihm schon indes auf eine andere weise eintränken. Lessing 12, 530; und seid ein besserer edelmann und sollt ihm das eintränken und sollt es nicht dulden! Schiller 156a; dem wirds in jener welt sauer eingetränkt werden. Stillings wanderschaft 10; die sonne mag uns tausend segen schenken, das wissen wir und dankens herzlich ihr, doch weisz sie auch es wieder einzutränken und sengt und brennt oft desto basz dafür. Bürger 55b; himmel und hölle, was erblick ich! gott, wie wird mir mein politisches geschwätz eingetränkt werden! Thümmels reise 3, 545 vgl. 556; er hat mirs eingetränkt! Lenz 1, 291; was sie mir gewis wieder eintränken werden. Tieck 9, 287; das gelehrte reich sollte sich einen recensiergrammatiker halten, der jedem journale mit rechter sprachpolizei boshaft eintränkte. J. P. aesth. 3, 38; wart amtmann, ich will dirs eintränken (dasz du meinen geliebten hast hängen lassen). Hebel schatzk. 150. Schambach 91a verzeichnet nd. indrenken: toif, ek wil et dek indrenken! bezieht es doch zu eng auf schläge, da es für jedwede vergeltung, ursprünglich wol von gewaltsam eingegosznem (vgl. Simpl.) oder besser von dargereichtem bitterem trank gilt. nl. schw.n. entsprechende ausdrücke finde ich nicht angemerkt. Übrigens hat eintränken auch noch die bedeutung von überschwemmen: alle wasserenger von der Schwalmsteinmül bis auf Dallkürchen seint eingetränkt gewesen, als wanns éin see gewesen wer. Schmeller 1, 493. den schmelzern heiszt eintränken derbe erze in flüssiges blei werfen, damit sie desto eher in flusz kommen.
3965 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Eintränken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Eintränken , verb. reg. act. 1) In den Trank oder einen andern flüssigen Körper legen. In dieser Bedeutung tränken die S…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    eintränken

    Goethe-Wörterbuch

    eintränken ‘es jdm e.’ iSv vergelten, heimzahlen [ Reineke üb Isegrim: ] Was er auch lügt, ich tränk’ es ihm ein [ Reink…

  3. modern
    Dialekt
    eintränkenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ein-tränken schw. : jemand etwas e. 'vergelten, heimzahlen'. Dem han ich's eiⁿgetränkt [KL-Fischb, verbr.]; vgl. zurückz…

  4. Sprichwörter
    Eintränken

    Wander (Sprichwörter)

    Eintränken Ich will's ihm eintränken. Drohend.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit eintraenken

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Zerlegung von eintraenken 2 Komponenten

eint+raenken

eintraenken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „eintraenken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/eintraenken/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „eintraenken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/eintraenken/dwb. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „eintraenken". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/eintraenken/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_eintraenken_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„eintraenken"},
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