Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
ei, eia Interj.
2 Aufmerksamkeit heischendes/ Kontakt herstellendes Signal bei der direkten Anrede
1 lautmalerisch für einen Seufzer zum Ausdruck jeder Art von emotionaler Berührtheit (Trauer, Ärger, Freude usw.); oft direkte Rede einleitend: diͤ nidge hamerslege / damide si dich [Christus] slent, / – ei, wiͤ na si mir [Maria] gent MarlbRh 27,3; eya arme wie ich nu uirstozin bin Roth 1466; ‘ei’, sprach mîn her Îwein, / ‘der tac der dâ hiute schein, / daz swert daz den slac truoc / den ich hiute ûf iuch gesluoc, / diu müezen gunêret sîn.’ Iw 7523; ‘eya nein’, sprach min sele, ‘gedenke noch aller trúwe und lob dinen herren alsust: gloria in excelsis deo’ Mechth 2: 7,6; ei wol vnmazliche froide! Lucid 156,5; eiâ waz er wunders tæte! Volmar 550 2 Aufmerksamkeit heischendes/ Kontakt herstellendes Signal bei der direkten Anrede: als er die knappen komen sach, / der garzûn trûriclîche sprach / ‘ei, guote knappen, tuot mir kunt / [...] / wes sî ditz gesinde.’ Wig 11307; ‘jungfrauw’, sprach er, ‘ich heiß Gawan.’ ‘eya lieber herre’, sprach sie, ‘nu sint mir gott wilkumen!’ Lanc 201,30; he sprach eia koninc edele / nu ne halt dich nicht ouele / vnde gif mir daz boden brot Roth 3516. – oft nicht von 1 zu trennen: eya bruder, kvne degen, / daz uwer der tufel mvzze pflegen / waz woldet ir zv strite Herb 2261; er gedâhte in sînem muote / ei herre got der guote, / wer gît mir sô starke sinne / daz ich die sô sêre minne / diu mir zem tôde ist gehaz? Iw 1610; eyâ, herre, ich wölte gerne loben und ich enkan! Eckh 5: 268,3
MWB 1 1509,44; Bearbeiterin: Baumgarte