Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.
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undü̂disch -dü̂desch, -dü̂desk, -dü̂sk, -dü̂tsch (-duitzsch, -dwiitzsch), -dü̂ts, -dü̂sch, adj.: 1. fremd-, ausländisch, „in sunte Peters daghe vincula ward der undudesschen lude eyn uth Egipten, de dorch de land toghen ... dotgheslaghen” (Brschw. Beisp. ed. Mack 27), „szo ... wie villichte beschuldiget werden mith velen anderen worden, wo dat wie disse lande Lifland der undutschen nacien antohangende sulden bestan sien” (Hanserec. III 2, 287). 2. (Baltikum:) der nichtdeutschen Bevölkerung zugehörig, „Unnd ock als danne yn unßem rechte eyne wyße unnde wanheyth ßynn ßall, all datt an eynen undußchen vorstervett, ßall eyn erßame raedt des undußchen erve ßynn” (Johansen Deutsch 304), „Wat vor den mennern entquam an wif und kindern, dat slogen de undudschen wive doth” (J. Livl. Reimchr. 20), „de dar broder syen in sunte Knutes ghilden vth allen ampten koplude vnde schippers, de scholen na dessem daghe neyne vndudesgen tho broder maken” (Kat. Reval 4, LXXXI), „Item is vorramet, dat noch katensassen, Undudessche, Russessche kremer edder ander Undudessche amptlude Dudessche jungen vorleggen edder mit nichte in kost to holdende” (Livl. Ub. II 2, 304); — von Nichtdeutschen übernommen, „des sal sich die undudesche wacht von dem merckede teilen, die helfte dar von bie die muren und die ander helfte sal ahn dem merckede” (Johansen Deutsch 294); — von nichtdeutschen Eltern, „Dyt sulve mach de ersamen rat erkennen, effte yt der stat beste ys, nadem dat se nycht besytlyk sin unde darto Undusschen gebaren sin” (Livl. Ub. II 2, 323), „nademe dat Arnt vorscreven vndudesch geborn was” (Lüb. ZR 438). 3. nicht dem Deutschen (Heiligen []schen)Römischen) Reich zugehörig, „Hir mogen wi Dutschen sein, wat de formeden konningerike und undutschen fursten von unsem dutschen keiser Karolo quinto geholden hebben” (Oldecop 190). 4. (Teile der Landessprache:) estnisch, lettisch, livisch, „ik hebbe uppe Undusch gewest 17 weken, dat ik, Gad hebbe dank, gut Undusch kan” (Johansen Deutsch 374), „diewiele gy denne her Johann Koell beschuldigenn eines ouergeuenen vndudeschenn cathechismus, denn magister Simonn Wanradus in dudesz gestelleth, vnnd her Johann ferner vth anreytzende magister Simons in die undudusche sprake vorsatenn scholde” (Estn. Kat. 1535, 12), „desüluige ys gemeinlick ein vthlender, vnde der Lyfflendisschen vndüdeschen sprake vnerfaren gewesen” (Russow Livl. Chr. 1585, 5), „so men anders predicanten hier negest vormeint to hebbende, die letzsch und undudesch rechtschapen lernen” (Johansen Deutsch 352); — estnisch sprechend, „Des undudeschen predicanten halven baven tho Dome vorlaten” (ebd.). 5. nicht deutschen Gewohnheiten entsprechend, „men weidt der undutschenn handell unnde wesent woll” (Johansen Deutsch 296), „gesecht, se were nicht geechtiget, nur alleine dat se eine (kleine) koste nha der undudeschen wise tho lande geholden hedden” (ebd. 460). 6. (Güter, Besitz:) nicht aus deutscher Herstellung (in baltischen Quellen zumeist estnischer oder lettischer Provenienz), „Ock zal nemant undudesch zulver (d. i. unreines, gemischtes Silber) vorarbeiden in unseme ampte, idt en sy loedych” (Johansen Deutsch 199), „eyn undudisch fruwen smuck Veth genometh” (ebd. 245), „2 bolte undudisch tuch up ener stangen” (ebd.), „1 undudisch weete mit 3 knöpen” (Friedenthal Goldschmiede 55); — von nichtdeutscher Bauart, „ver schunen under eynem dacke, mith eynem unduitzschen huse und rume an den schunen bolegen” (Erbeb. Riga 200), „eynen kolgarden mit twen undutschen wonhußer und erer thobehoringe” (ebd. 302), „Item vor 1 undutschen wagen 15 s.” (Reval KR 2, 592); — einheimisch, „dewyle de gordeler dat oversessche kramgut, dat doch inn Duettschlandt gemaket is und so idt under dem schine des unduettschen gudes foeren, wedder dusse stadt bursprake und der stoeven fryheiden tho unsem aller nakoemelinge vordarve” (Stieda-Mettig 344). 7. unverständlich, „So ick un nicht weth der stemmen beduͤdinge / werde ick vnduͤdesch syn / deme / dede redet / vnde dede redet / wert my vnduͤdesch syn” (Magdeb. Bibel I Cor. 14, 11), „se (dagdeve) kamen to den lüden in de hüser gelopen, mit undüdischem düdsch fan- []gen se an to ropen” (Lauremberg ed. Lappenberg 62).
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
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1200–1600
Mittelniederdeutschdwiitzschadj.
Mittelniederdeutsches Wb.
undü̂disch , -dü̂desch , -dü̂desk , -dü̂sk , -dü̂tsch ( -duitzsch , -dwiitzsch ), -dü̂ts , -dü̂sch , adj. : 1. fremd-, a…
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Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit dwiitzsch
2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen
‑dwiitzsch als Zweitglied (1 von 1)
undwiitzsch
KöblerMnd
undwiitzsch , Adj. Vw.: s. undǖdisch
Ableitungen von dwiitzsch (1 von 1)
undwiitzsch
KöblerMnd
undwiitzsch , Adj. Vw.: s. undǖdisch