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durchforsten

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

durchforsten

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Forst m. ‘bewirtschafteter Wald, Staatswald’. Die Etymologie von ahd. forst (um 800), mhd. forst, vorst ist trotz verschiedener Deutungsversuche ungeklärt. Vertreter einer germ. Herkunft des Wortes sehen in ahd. forst (aus *forhist, das im merowingischen Westfranken sein h verliert) eine Ableitung mit st-Suffix von dem in ahd. for(a)ha, nhd. Föhre (s. d.) bewahrten Baumnamen. Danach ist Forst ursprünglich als ‘Föhren-, Nadelwald’ zu verstehen. Bei dieser Herleitung bleibt jedoch die von Anfang an bezeugte rechtsterminologische Bedeutung ‘dem König zu Jagd, Rodung und Holzschlag vorbehaltener Wald’ (vgl. ahd. forst ‘Bannwald, unter Aufsicht stehender königlicher Wald’) unberücksichtigt. Daher wird von anderen eine Entlehnung aus dem Galloroman. angenommen. Dem afrz. forest ‘Wald, der dem König vorbehalten ist’, dann ‘ausgedehnter Wald’ (frz. forêt) geht mlat. forestis ‘Gebiet, das dem König zum Jagen und Fischen vorbehalten bleibt, Königswald’ voraus, das in den langobardischen Gesetzen und den karolingischen Kapitularien gut bezeugt ist. Mlat. forestis (aus *forestis silva?), das als Ableitung entweder von lat. forum ‘Gericht, Gerichtshof’ oder von lat. forīs ‘draußen, außerhalb eines Ortes’ (zu foris ‘Tür’) aufgefaßt wird, ist dann als ‘das außerhalb (der freien Jagd) Liegende; Wald, der der königlichen Gerichtsbarkeit unterstellt ist und außerhalb der allgemeinen Nutzung steht’ zu deuten. Schließlich wird für mlat. forestis, afrz. aprov. forest auch Herkunft aus kelt. *dvorestu- (mit Latinisierung des Suffixes zu -estis) erwogen. Vgl. Kaspers in: Wiss. Zs. KMU Leipzig, Ges.-wiss. Reihe 7 (1957/58) 86 ff. Förster m. ‘höherer Forstangestellter’, ahd. forstāri (10. Jh.), mhd. forstære; vgl. mlat. forestarius. Försterei f. ‘Amtssitz und Wohnung des Försters’ (19. Jh.). aufforsten Vb. ‘abgeholzte Waldflächen neu bepflanzen’, durchforsten Vb. ‘Waldbestand lichten’ (beide 19. Jh.). Forstmeister m. ‘Leiter eines Forstamtes’, mhd. forstmeister ‘(Ober)förster’.
1989 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    durchforsten

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    durchforsten , den wald forstmäszig aushauen. der wald ist durchgeforstet die schadhaften bäume sind ausgehauen.

  2. modern
    Dialekt
    durchforstenschw.

    Pfälzisches Wb.

    durch-forsten schw. : wie schd., -foʳschde (ˈ-fǫʳšdə), seltener -foʳsche (ˈ-fǫʳšə) [verbr.]; vgl. durchplänkeln . Südhes…

  3. Spezial
    durchforsten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    durch|fors|ten vb.tr. 1 (den Wald) romené sö 2 (z.B. eine Kartei) chirí tres, ciaré tres, controlé tres.

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