Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
dûna
Gl.-Hss. (Gl. 2, 357, 8 St. Gallen 299, 9./
10. Jh.; 358, 22 Schlettstadt Ms. 7 [früher unsi-
gniert] 12. Jh.):
‚Düne, Vorgebirge, promunto-. Im Hd. stellt sich das seit dem 16. Jh.
rium‘
nachweisbare, aus mndl. dune, duun, duyn f.,
pl. dūnen (nndl. duin)
‚vom Wind aufgeworfe-entlehnte
ner Sandhaufen am Meeresufer‘
Wort Düne (mit -ü- wie in den ebenfalls aus
dem Ndl. entlehnten Wörtern Büse, Klüver,
Stüber, Süden) dazu, das zuerst an der ndl.
und kent. Küste auftritt – nach K. Heeroma
(Tijdschrift 70 [1952], 273 ff.) haben aus Eng-
land stammende Siedler an der flämischen Kü-
ste um 1000 das ags. Wort (dūn) zur Bezeich-
nung der Sandhügel verwendet; vgl. Theofried
van Echternach, Vita Willibrordi (11. Jh.)
quam congestionem sua lingua dunon appellant
indigenae maritimi (R. van der Meulen, Tijd-
schrift 70 [1952], 279 f.); ferner den 1139 für
eine Abtei im Küstengebiet bezeugten Namen
851 dûmo – dûnaS852
Ter Duinen. Doch ist das Wort schon früher
nachweisbar: Annales qui dicuntur Bertiniani
(a. 839) Aggeribus arenarum illic [sc. in Frisia]
copiosis, quos dunos vocitant (Niermeyer, Med.
Lat. Lexicon 362). Zur Bezeichnung der Düne
waren im Hd. vorher Wörter wie drîfsand,
sandhügel, -berg üblich; vgl. auch Wangeroog
hæll, Helgoland halǝm nach den Halmen des
Dünengrases. Aus dem Ndl. stammen auch frz.
dune (seit dem 13. Jh.) und italien., span. du-
na.