Eintrag · Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)
dringen
dringen
- ›jn. (meist physisch, vereinzelt ütr.) drängen, bedrängen, stoßen; jn. tätlich, etw. (z. B. eine Stadt) militärisch angreifen‹; auch: ›jn. wohin drängen, treiben‹; seltener: ›im Gedränge stehen, sich
- ›(gewaltsam) wohin (in Bezugsverhältnisse verschiedener, z. B. konkreter, alltagsbezüglicher, religiöser Art) drängen, vordringen; sich durch eine Menge hindurchdrängen, sich Platz verschaffen; wohin
- ›jn. / etw. von einem realen oder gedachten, angestammten oder pragmatisch zu erwartenden Ort weg bewegen, stoßen, jn. mit Gewalt wegdrängen, verdrängen, vertreiben; sich gegen js. Widerstand von eine
- ›jn. zu etw. nötigen, zu einer Handlung drängen, zwingen; von jm. etw. (vehement) fordern, auf etw. bestehen / pochen, etw. (mit Gewalt) durchsetzen, erzwingen, erpressen‹; oft mit Hervorhebung des In
- ›von jm. Abgaben oder Dienste einfordern; jn. rechtlich / wirtschaftlich bedrängen, in Schwierigkeiten bringen, von jm. Geldleistungen eintreiben, abpressen‹; auch: ›jn. unterdrücken, in seinen Rechte
- ›sich um jn. / etw. drängen, streiten, sich (sehr) um etw. bemühen‹.
- ›jn. geistig-seelisch bedrängen, anfechten, in seinem Glauben verunsichern‹; ›jn. aus religiösen Gründen angreifen, unterdrücken‹; auch: ›jn. von seinem Glauben abbringen‹; als Ütr. zu 1 und 3 auffass
- ›aus etw. hervorgehen, herausdringen, herauswachsen‹ (von Flüssigkeiten oder Pflanzen gesagt); ›durch etw. hindurchgehen, hindurchdringen‹ (von spitzen Gegenständen gesagt); ›jubilieren‹ (von Vögeln);
- ›(Flüssigkeiten) aus etw. herausdrängen, herausdrücken, -pressen‹.
- ›etw. (z. B. ein Schwert) in etw. hineinstoßen‹; auch ütr. gebraucht.
- ›etw. in eine andere Sprache übersetzen; etw. in Verse zwingen‹.
- ›etw. weben, etw. (z. B. einen Gürtel, ein Gefäß) flechten, etw. kunstvoll, mit formender Hand gestalten‹.
- als Partizipialadjektiv gedrungen: ›wie von Künstlerhand geformt; gedrängt, dicht stehend, eng beineinander‹
- ›einen Grubenbau anlegen, einen Stollen vorantreiben‹.