Dopp I
Allg.
-ǫ-, Pl.
-- [Rhfrk, Mosfrk
-ę-; Elbf
døpə]; Demin.
dpχə (Nfrk
-kə) [Rhfrk; Mosfrk
-ę-]; doch NSaarbg, Trier, Bitb, Daun, SPrüm, Koch
--, –ă-, Pl.
-E-; in Trier, Bernk, Mayf, Neuw hier u. da auch
-a-, Pl.
-ę- [
dǫpən Sg. u. Pl. Saarl-Bous Wadgass, Bitb-Dudeld;
dopə MülhRuhr]
m.: etwas Gewölbtes. 1. Schalenförmiges. a. die leere (Hälfte) Eierschale Rip, Nfrk.
Besser en half Ei as en leddige (leəgen) D. Rip, Nfrk.
Wammer de Eier wannt (mit der Wanne schwingt),
geven et leddige Döpp Rip.
Den mäckt van Eier Döpp verschwendet alles Klev;
Döpp make das Geld draufmachen Kemp.
He kröppt in den D. zieht sich feige zurück Rees-Ringenbg;
he es nett üt den D. gekrope noch nicht trocken hinter den Ohren Mörs-Xanten. — Das stumpfe Ende des Eies;
Döppkes schlon beim Ostereierkippen Klevld. — b. bei einigen Getreidearten die Hülse, in der die Körner sitzen Mörs-Xanten; die Schale, das Gehäuse, in dem die Eichel sitzt uWupp, in dem die Haselnuss sitzt Neuw-Linz. — c. kleiner Napf, Glas Geld, Klev, Lennep-Ronsd.
Ennen D. gohn drenke. — Eierdöppke Einsatz für ein Ei Nfrk. —
d. jeder gewölbte Deckel,
z. B. Pipend. D. des Pfeifenkopfes Klevld; D. des Schornsteines oder Ofenrohres Gummb; Verschluss an der Radnabe Emmerich, Sieg-Fussh. — e. Gefängnis Elbf, Barm, Mettm, Düss, Wippf, Gummb. —
f. verächtl. Hut Mörs-Marienbaum, Klev;
Döppke weisse u. bunte Frauenhaube Klev. — g. runde Blase, die sich beim Regen auf dem Wasser bildet Sieg-Mülld. — 2. Kreiselförmiges. a. der einfache Holzkreisel Allg. [Klevld auch
tǫp].
Der D. awerpe so hinwerfen, dass er beim Berühren des Bodens sich rund dreht u. in Bewegung bleibt Aach u. sonst;
D. sette oder
ansette Nfrk;
D. schmecke Kreisel mit der Peitsche treiben, auch die allg. Spielbezeichnung Rip, SNfrk;
de D. schlohn Mosfrk, —
scheiwe Zell-Enkirch, —
drive Eup-Herbesth u. sonst, —
pitzen Rees-Bergerfurth. RA.:
He wet der D. te schmecke es einzurichten, er versteht sich auf seinen Vorteil, nach dem Mund zu reden SNfrk, Rip;
dem sall ich wahl ens der D. ansette die Wahrheit sagen Kemp;
idder well sinnen D. driwe eigensinnig, nach seinem Kopfe handeln Mörs-Xanten.
Wat nötzt mer en Schmek, wenn eich kan D. han! Trier. —
Wie en D. (Döppche) prächtig, nach Wunsch Allg.;
he löf wie en Döppche bes. von Zugtieren gesagt;
dat Perd geht as en D.; he löppt wie e geschmeckt Döppke; et (dat) geht wie en Döppche wie geschmiert;
dat Metz schnett wie en Döppke NBerg;
e kom su hos (schnell)
wie en Däpchen Daun-Tettschd;
wie en D. wess er de Bririg Hunsr;
den motzen (bezwinge)
ech wie en Döppche Sieg-ODollend;
se (die Kinder)
sen so ardig wie en hoten (hölzern)
Döppken Kemp;
e Kerlke wie e Döppke adrett MGladb-Rheind;
gedreiht wie en D. schön gestaltet Bitb;
de sprengk heröm wie en D. unstet (vor Übermut, Schmerz) Sieg-Ägid. —
Dopp duhn brav sein Mörs-Rheinbg. —
Om D. sofort, sogleich Westerw, Neuw;
komm om Dopp (Döppche)! der söt der alles of et Döppche sagt alles genau Neuw-Kurtschd.
En em Däppchen flink, schnell Bernk;
em D. Koch. —
Den D. en kriege zornig werden Kref-Fischeln.
Den es van der D. af verrückt Kemp-Dülken.
Do kammer sech zom D. dranen esse Sülzt. — b. der Hüftgelenkkopf u. das Kugelgelenk der Schulter, Gelenkende an Oberschenkel- u. Oberarmknochen Rip, Nfrk, Kobl-Lay, Neuw.
De hät der D. uterein; dat Dier hät de D. us der Pann; der Koh es der D. us; den Ärm ut dem D. fallen; de es stif en de Döpp in den Gelenken;
er hats em D. — c. Nadelholzzapfen Merz-Mettlach Saarhölzb Keuching, Trier-Euren Wasserliesch, Bernk-Neumag, Koch-Leienkaul, May Aden-Dümpelf, Sieg-Leuschd, Mörs-Xanten
(Dannend.). —
d. Turmknopf Neuw-Steinshardt. — e. zusammengedrehter Knäuel Werg, Hanf, Flachs Bitb-Dudeld. —
f. auf dem Kopfe zu einem kleinen Knäuel geflochtenes Haar, der Knoten der Frauenhaare Trier, Wittl, Bitb.
Sech den D. opstechen. — g. Kartoffel (mehr scherzh.) Köln-Poulh. — h.
Döpp(ə) dicke, geschwollene, grosse Augen; auch verächtl. allg. für Augen NBerg, Ruhr, Rees, Mörs, Geld, MGladb.
Klatterige, klätschige, verschlopen, scheele D; de hät en par D. wie en Ossen, — en glöuenden Düvel, — en angestoken Kalf; de macht D. wie en Oss för en neu Stalldör, duhn de D. open; mäk de D. los; mak de D. tu! hässe allweər die D. tu hangen? ek schlo dek inen Dopp, dann häs de Füər. — i. verächtl. Ferse MGladb-Hockst. — k. verächtl. dicke Nase Dür, Grevbr-Otzenr. — l. Dotter RhKlaaf. —
m. ein kleiner (tüchtiger, flinker, strammer) Kerl, Bube; kleiner Wicht NBerg, Aach, SNfrk, meist
Döpkə; kleines, niedliches Kind, meist Mädchen Bitb-Bollend;
en alen D. alter Kerl Bitb-Geichl;
en Doppen schwerfälliger, unverständiger Mensch Bitb-Dudeld. — 3. scheibenförmige Dinge. a. Hosenknopf mit durchgestecktem Hölzchen, als Kreisel dienend Allg. — b. die hölzerne Scheibe in einem Hemdenknopf u. der Knopf ohne Auge von Horn, Messing oder Knochen uWupp; scheibenförmige Hölzchen zu Knöpfen, Spielmarken udgl. Prüm-Mürlenb. — c. bildl. Geld, Vermögen; Ausgaben, Kosten;
den hot Däpp; dat kost Däpp Prüm-Mürlenb.