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Dolmen

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Dolmen

Bd. 5, Sp. 92
Dolmen, vorgeschichtliche Monumente, die auf ebener Erde oder erhöhten Punkten in der Weise hergestellt wurden, daß man zunächst einige mächtige Steinplatten zu einem primitiven Bauwerk zusammenfügte, dann die Zwischenräume zwischen den aufrecht stehenden Platten und dem als Dach dienenden platten Felsstück mit kleinern Steinen ausfüllte und häufig auch Erde oder Steinschutt ringsumher auftürmte. Die D. sind Gräber, sie enthalten menschliche Skelette in ausgestreckter oder sitzender (hockender) Lage, seltener Reste von einer Leichenverbrennung; sie gehören z. T. der jüngern Steinzeit, z. T. auch der ältern Metallzeit an. Als Beigaben findet man Bruchstücke von Schmuckgehängen aus Stein, Bernstein und Muscheln, Tongefäße mit eingeritzten geometrischen Verzierungen, Lanzen- und Pfeilspitzen aus Stein, polierte Steinäxte und bronzene Schmucksachen, in Nordafrika sogar Eisen. Die meisten Grabbauten dieser Art waren fortdauernd zugänglich durch eine Öffnung in einem Steinblock oder zwischen zwei solchen. Wegen ihrer tischähnlichen Form sind die D. häufig auch, obwohl meist mit Unrecht, als Opfertische, Altarsteine, Druidenaltäre u. dgl. bezeichnet worden. Wegen der oft kolossalen Dimensionen der verwendeten Steinblöcke nannte man sie Riesenkammern, Riesenkeller, Riesenstuben (dänisch: Jaettestuer), Steinkirchen, Teufelskammern, Teufelsküchen. Bisweilen gleicht die Anlage mehr einem Gang als einer Kammer (Allée couverte, bedeckte Steinreihe, Steingang). Der um die Steinkammer aufgeschüttete Hügel ist im Laufe der Zeit vom Wasser fortgespült worden, die Wandblöcke sind umgesunken, das Dach eingestürzt, und die D. und Ganggräber präsentieren sich daher in allen Stadien des Verfalles. In Deutschland kommen D. hauptsächlich auf Rügen, in Mecklenburg, Schleswig-Holstein und in Nordwestdeutschland vor; in Frankreich finden sie sich in der Bretagne, in den zentralen und Pyrenäen-Departements zu Tausenden. Auch auf Korsika, in Skandinavien, Polen, der Krim, ferner in Tunis und Palästina fehlen sie nicht. Neuerdings sind D. auch in der Südsee und im westlichen Afrika nachgewiesen worden. Das Wort »D.« wird häufig, aber mit Unrecht, als Kollektivbezeichnung für sämtliche megalithische (aus großen Steinblöcken hergestellte) vorgeschichtliche Bauwerke gebraucht, und die Menhirs und Kromlechs (s. d.) sind nicht selten mit den D. verwechselt worden. Die Annahme, daß sämtliche D. von demselben Volk errichtet worden seien, dessen Verbreitungsgebiet über Nord- und Westeuropa sowie über Nordafrika und Palästina sich erstreckt habe, läßt sich wohl kaum aufrecht erhalten. Vgl. die Art. »Afrikanische Altertümer« und »Gräber, vorgeschichtliche« (mit den Tafeln).
2688 Zeichen · 32 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dolmenm.

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +1 Parallelbeleg

    Dolmen m. vorgeschichtlich-keltisches Steingrab, Übernahme (19. Jh.) von frz. dolmen, einem Wort der Gelehrtensprache, g…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Dolmen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Dolmen , große Felsstücke, auf denen andere große Steine liegen, die wie bei Stonehenge (s. d.) in eine oscillirende Bew…

  3. modern
    Dialekt
    Dolmen

    Südhessisches Wörterbuch

    Dolmen Band 1, Spalte 1567-1568

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Zerlegung von dolmen 2 Komponenten

dol+men

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Cotta, M. (2026). „dolmen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/dolmen/meyers
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Cotta, Marcel. „dolmen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/dolmen/meyers. Abgerufen 13. May 2026.
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Cotta, Marcel. „dolmen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/dolmen/meyers.
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