Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
dinkil
9. Jh.:
‚Dinkel, Getreide, spelta, siligo, far‘
〈Var.: th-, -ch-, -el〉. – Mhd. dinkel, nhd. Din-
kel, dial. schweiz. dinkel, dinckel, tünckel,
bad., vorarlberg., bair., rhein. dinkel neben
steir. tunkel, dunkel
‚Dinkel‘mit -u- (s. u.).
Auch in dem ON Dinkelsbühl in Mittelfranken
wurde die Pflanzenbezeichnung gesehen: 1188
Tinkelsphel, 1251 Dinkelspuhel, 1319 Din-
kelsbühl (mit -s- als Gleitlaut in der Komposi-
tionsfuge). Weiterhin wurde das Vorderglied
mit dem PN Dingolt, Dingolf verbunden
(Reitzenstein, Lex. bayer. ON 101 f.), was aber
wegen des k-Lauts in dem ON wenig plausibel
ist. – Der Dinkel ist eine sehr alte Kulturpflan-
ze, die schon während der Bronzezeit im
schwäb.-schweiz. Bergland nachweisbar ist.
Vom Mittelalter bis zum 19. Jh. war er das
Hauptgetreide in Schwaben. Heute ist der An-
bau des Dinkels stark zurückgegangen. Das
Wort ist als Appellativ auf das Hd. beschränkt.