Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
dingaltôn
Jun. 25, Karlsruhe Aug. CCXX (dinc altonte-
mu), 1, 665, 8 Karlsruhe Aug. CCXX (dingal-
tonter), beide Hss. alem. 9. Jh.:
‚zögern, Zeit. Ge-
gewinnen, dissimulare, redimere (tempus)‘
genüber elten
‚verzögern, verlängern‘(s. d.)
flektiert dingaltôn, das aus ding im Sinne von
‚Sache, etwas‘(s. d.) und einer Ableitung von
dem Adj. alt, hier in der Bedeutung
‚zeitlich(vgl. altinôn
andauernd‘
‚hinausschieben‘, eltî
‚Dauer‘; s. d. d.), zusammengesetzt ist, wie an-
dere neben jan-Verben stehende Zusammen-
setzungen und Präfixbildungen nach der 2.
schw. Kl.; vgl. anafristôn
‚verleumden‘neben
fristen
‚aufschieben‘, sperzibeinôn
‚sich sprei-neben intbeinen
zen‘
‚zerfleischen‘; mit der
Zusammensetzung von dingaltôn vgl. tagaltôn
‚sich vergnügen, sich die Zeit vertreiben‘(s. d.).