Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
dienstac
Ms. lat. 4°674 [früher Cheltenham 9303] mu-
nizza feria ... dīẹstdac 13. Jh. rhein.-fränk.):
‚Dienstag, feria tertia‘. Das Wort, das im
13. Jh. auch im Mndl. und Mndd. (s. u.) auftritt
und von daher auf das Hd. übergegriffen hat
(dinxdag z. B. Wesel a. 1405. 1529; Ürdingen
a. 1454; Köln a. 1488; Hoya a. 1525; Lüneburg
a. 1475. 1535; Lübeck a. 1473), begegnet seit
dem 14. Jh. vereinzelt im Ostmd., dann zö-
gernd in obd. Quellen. Dem nd., md. dienstag
stehen als ältere Bildungen die Wochentagsna-
men alem. ziestag (→ ziostag), bair.-österr.
erchtag (seit dem 13. Jh.; ergetac, ertag, erihtag,
erehtag, erichtag, erntag für Ἄρεως ἡμέρα
‚Tag), schwäb.-alem.,
des Ares = Mars = Tiu‘
oberrhein. zinstag (a. 1267; gemischt aus zīštic
und dienstag unter Anlehnung an Zins oder
mit Wandel von schwäb. ins zu ãēs) und später
schwäb. aftermontag
‚Nachmontag‘gegenüber,
die jedoch verdrängt werden und nur mdartl.
weiterbestehen (Luther Dinstag). – Nhd.
Dienstag (seit etwa der 2. Hälfte des 17. Jh.s
schriftsprachl. allgemein). Die Vokaldehnung
findet sich seit etwa dem 14. Jh. und setzt sich
im 17. Jh. durch, wozu volksetymologische Be-
ziehung auf Dienst beiträgt. Im Rhein. kommt
noch deŋǝstiχ, deŋsdāχ (neben dinšdāχ usw.)
vor.