Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Deismus
Deismus
Deist m. Anhänger der Idee einer als vernunftgemäß und natürlich aufgefaßten Religion, die Gott als Schöpfer der Welt anerkennt, aber davon ausgeht, daß er in die von ihm geschaffenen Naturgesetze nicht mehr eingreife. Die christliche Offenbarungslehre wird damit abgelehnt. Der Ausdruck begegnet in der 2. Hälfte des 16. Jhs. als gelehrte Bildung in Frankreich, frz. déiste, zu lat. deus ‘Gott’. Danach engl. deist (Anfang 17. Jh.) und nach frz. und engl. Vorbild. dt. Deist (Ende 17. Jh.). Er entsteht zunächst antonym zu Atheist, bezeichnet im Dt. anfangs auch den Anhänger der gegen den Trinitätsglauben auftretenden Sekten, dann im Zuge der Aufklärung den Vertreter der oben genannten religionsphilosophischen Richtung. – Deismus m. (18. Jh.) nach frz. déisme; dazu deistisch Adj. (ebenfalls 18. Jh.).