Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)
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Davenant (spr. däwwĭnĕnt), William, engl. Dramatiker und Theaterunternehmer, geb. im Februar 1606 in Oxford, gest. 7. April 1668, kam als Page der Herzogin von Richmond an den Hof und in die Familie von Fulke Greville, dem Freunde Sidneys. Nach dem Tode seines Gönners wandte sich D., der schon mit 12 Jahren eine »Ode in remembrance of master Shakespeare« geschrieben hatte, dem Theater zu, schrieb 1629 ein Trauerspiel: »Albovine, king of the Lombards«, dem er bald zwei Schauspiele: »The cruel brother« und »The just Italian«, folgen ließ, und 1634 die Maske: »The temple of love«, die von der Königin und ihren Hofdamen in Whitehall ausgeführt werden sollte. Auch die Heldentaten des Prinzen Rupert zur See besang er in einem Gedicht (»Madagascar«, 1635). Nach Ben Jonsons Tod erhielt er dessen Stelle als Hofdichter (1638) und wurde 1639 Direktor der königlichen Schauspiele. Im Bürgerkriege zeichnete er sich ml Dienste des Königs aus, wurde zum Ritter geschlagen, zag sich aber, als Karl I. unterlag, nach Frankreich zurück, wo er zum Katholizismus übertrat. Auf einer Expedition nach Virginien geriet er in die Gefangenschaft der Parlamentspartei. Im Gefängnis zu Cowes Castle setzte er sein schon in Frankreich begonnenes Heldengedicht »Gondibert« fort; er gab es heraus, während er im Tower saß (1651); von Hobbes ward es der »Äneide« und »Ilias« gleichgestellt. Aus der Hast entlassen, eröffnete D. im Mai 1656 ein Schauspielhaus, Rutland House, indem er das von den Puritanern erlassene Verbot dramatischer Darstellungen dadurch umging, daß er »Opern« ausführte, wie sie in Italien und Frankreich eben Mode wurden; so brachte er den ersten Teil seiner »Siege of Rhodes«, mit Instrumental- und Vokalmusik, häufigem Szenenwechsel reich ausgestattet, auf die Bühne (gedruckt 1663, 2 Tle.). Zum erstenmal wirkten hier Schauspielerinnen mit. Zwei ähnliche Stücke folgten: »Cruelty of the Spaniards in Peru« (1658) und »History of Sir Francis Drake« (1659). Nach der Restauration erhielt D. ein Patent zu einer Theatergesellschaft und führte jetzt den klassizistischen Geschmack, den Reim und die reiche Szenerie der Pariser Theater in London ein, wodurch er, obwohl selbst noch Bearbeiter Shakespearescher Stücke (»Tempest«, »Macbeth«, »J. Caesar« u. a.), das englische Drama für immer aus seiner nationalen Bahn drängte. D. ward in der Westminsterabtei beigesetzt. Seine Werke erschienen gesammelt London 1672, dann mit einer Lebensbeschreibung von Laing und Maidment in Edinburg (187274, 5 Bde.).
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19./20. Jh.
Konversationslex.Davenant
Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg
Davenant (Däwenant), William, geb. 1605 zu Oxford, in der Jugend als Hofpage mehr als leichtsinnig, blieb bei dem Ausbru…
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Cotta, M. (2026). „davenant". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/davenant/meyers
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Cotta, Marcel. „davenant". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/davenant/meyers. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „davenant". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/davenant/meyers.
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