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Brom

ahd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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16 in 13 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Brom

Bd. 3, Sp. 446
Brom (v. griech. bromos, »übler Geruch«), Br, chemisch einfacher Stoff, findet sich nicht im freien Zustand in der Natur, aber seine Verbindungen sind sehr verbreitet und begleiten in geringer Menge nicht selten die entsprechenden Chlorverbindungen, mit denen sie große Ähnlichkeit haben. Meerwasser enthält 0,008 Proz. B. als Bromnatrium oder Brommagnesium (das Wasser des Toten Meeres bedeutend mehr); auch finden sich Bromverbindungen in Salzquellen (Schönebeck, Kreuznach, Sulza, Adelheidsquelle, Kissingen, Ohio, Pennsylvanien), in den Staßfurter Abraumsalzen und in ähnlichen Vorkommen in Nevada und Ostindien; Bromsilber kommt als Bromit, zusammen mit Chlorsilber als Embolit vor. Die Silbererze von Mexiko enthalten neben Chlorsilber auch Bromsilber. Seegewächse enthalten mehr B. als das Meerwasser, auch findet es sich in Steinkohle, und in sehr geringer Menge begleitet es die Chlorverbindungen im tierischen Körper. Man gewann B. früher aus den Mutterlaugen der Kochsalzgewinnung aus Meerwasser, der Badesalzdarstellung aus Mineralquellen, auch als Nebenprodukt bei der Jodgewinnung durch Destillation mit Braunstein und Schwefelsäure, jetzt zersetzt man fast nur noch die Mutterlaugen der Carnallitindustrie durch Chlor, indem man die Lauge in einem mit Tonkugeln gefüllten Turm herabrieseln und das Chlor mit Wasserdampf ihr entgegenströmen läßt. Das freigewordene B. entweicht dampfförmig und wird in geeigneten Vorrichtungen kondensiert. Man zersetzt die Lau gen auch unter Anwendung von flüssigem Chlor, wobei die erforderliche Chlormenge genau zu regeln ist. Auch auf elektrolytischem Wege läßt sich B. aus der Mutterlauge gewinnen. In den Fabriken ist dafür zu sorgen, daß die Arbeiter durch die Dämpfe des Broms nicht belästigt werden. Am gefährlichsten ist Berührung der Haut mit dem flüssigen B. Trunksüchtige erkranken in Bromfabriken leicht an Lungenentzündung. B. bildet eine dunkel braunrote, in dünner Schicht hyazinthrote Flüssigkeit vom spez. Gew. 3,187, riecht und wirkt auf den Organismus wie Chlor, schmeckt schrumpfend und erzeugt auf der Haut sofort eine Wunde. Das Atomgewicht ist 79,96, es erstarrt bei -7° (bei Chlorgehalt viel schwerer) zu einer rotbraunen, blätterigen, fast metallglänzenden Masse, ist bei gewöhnlicher Temperatur sehr flüchtig, siedet bei 63°, bildet einen gelbroten Dampf vom spez. Gew. 5,4, der bis 300° fast ausschließlich aus Molekülen Br2, bei 3000° aber zu 40 Proz. aus Molekülen Br besteht. Es löst sich bei 10° in 30 Teilen Wasser, leichter in Alkohol, Äther, Schwefelkohlenstoff, Chloroform, Chlor- u. Bromwasserstoffsäure und in Bromkaliumlösung. Das gelbrote Bromwasser (100 Teile enthalten bei t 5°: 3,226 Teile B.) zersetzt sich am Licht, wird unter Sauerstoffentwickelung farblos und enthält dann Bromwasserstoffsäure. In schwefliger Säure löst sich B. unter Bildung von Bromwasserstoffsäure. B. verhält sich dem Chlor sehr ähnlich, verbindet sich direkt mit Metallen, aber bei gewöhnlicher Temperatur nicht mit Wasserstoff; mit Kalilauge bildet es Bromkalium und bromsaures Kali, auf organische Substanzen wirkt es bei Ausschluß von Wasser substituierend (bromierend), bei Gegenwart von Wasser oxydierend und daher oft bleichend und desinfizierend. Es ist einwertig, seine Verbindungen gleichen denen des Chlors, werden aber durch Chlor zersetzt, während die Sauerstoffverbindungen des Broms beständiger sind als die entsprechenden Chlorverbindungen. Man benutzt B. im freien Zustand selten als Arzneimittel, häufiger als Desinfektionsmittel in Form von Bromwasser oder als Bromum solidificatum, Würfel oder Zylinder aus Infusorienerde, die 75 Proz. ihres Gewichts B. aufgesogen enthält und nur langsam wieder abgibt. Mehrere seiner Verbindungen (die Bromalkalimetalle, Bromkadmium, Bromsilber, Bromal, Bromoform, Bromipin etc.) werden in der Photographie und als Arzneimittel, andre (Alkylbromide, bromierte Phthaleïne) zur Darstellung von Teerfarben benutzt. Da das B. nur in Glasflaschen versendet werden kann, so verwandelt man einen großen Teil desselben am Fabrikationsort in handliches festes Bromeisen, das später auf andre Präparate verarbeitet wird. B. wurde 1826 von Balard in der Mutterlauge des Meerwassers entdeckt, fand aber erst in neuerer Zeit ausgedehntere Verwendung und wird seit 1864 aus Carnallitmutterlaugen dargestellt. Die Produktion beträgt in Staßfurt und Leopoldshall etwa 600, in Nordamerika 300 Ton. jährlich.
4418 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    bromst. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    brom st. m. , nhd. dial. schweiz. brom Schweiz. Id. 5,608 f. ; an. brum. — Graff III, 369 s. v. broz. prom: nom. sg. Gl …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    bromm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +4 Parallelbelege

    brom , m. ramulus, zweig, ranke, mit brame rubus ( sp. 293) nahverwandt: chriesibrom, kirschenzweig. Stalder 1, 230 . vg…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Brom

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Brom , chemisch einfacher Stoff, im Jahr 1826 von Balard zu Montpellier entdeckt, findet sich in der Natur als B.silber …

  4. modern
    Dialekt
    Brom

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Brom Band 5, Spalte 608 Brom (I) 5,608

  5. Sprichwörter
    Brom

    Wander (Sprichwörter)

    Brom Hinger enem âlen Brom es got schollen. – Simrock, 9162 a . Brom – ein junger Zweig an Bäumen oder Stauden; man sagt…

  6. Spezial
    brom

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    brom [brọm] m. 1 ‹chim› Brom n. 2 (metal) Bronze f. ◆ tëmp dl brom Bronzezeit f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brom

156 Bildungen · 152 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

brom‑ als Erstglied (30 von 152)

Brombach

SHW

Brom-bach Band 1, Spalte 1135-1136

Brombeere

SHW

Brom-beere Band 1, Spalte 1135-1136

bromahlîh

EWA

bromahlîhAWB adj., nur Gl. 2, 405, 62 (11. Jh.): ‚knospenartig, gemmantia‘. Die Bildung ist un- klar: Schweiz. Id. V, 609 aus *bromahi + lîh…

bromahlīh

KöblerAhd

bromahlīh , Adj. Vw.: s. bromotlīh*

Bromāl

Meyers

Bromāl ( Tribromaldehyd ) CBr 3 . CHO entsteht aus Alkohol und Brom als farblose, durchdringend riechende Flüssigkeit vom spez. Gew. 3,34, s…

Bromalīn

Meyers

brom·alin

Bromalīn ( Hexamethylentetraminbromäthylat ) C 6 H 12 N 4 C 2 H 3 Br, leicht lösliche Kristalle, schmilzt bei 200°, wird als Beruhigungsmitt…

bromamosch

LDWB1

bromamosch [bro·ma·mọsch] m.sg. (Berberis vulgaris) ‹bot› Berberitze f., Sauerdorn m.

Bromaryt

Meyers

Bromaryt , photographisches Bromsilberpapier, das auf Barytpapier aufgetragen ist.

Bromāte

Meyers

brom·ate

Bromāte , Bromsäuresalze, z. B. Kaliumbromat, bromsaures Kali.

Bromatographie

Meyers

Bromatographie (griech.), Beschreibung der Nahrungsmittel; Bromatologie , Lehre von den Nahrungsmitteln.

Brombach

Meyers

brom·bach

Brombach , Dorf im bad. Kreis und Amt Lörrach, an der Wiese, im Schwarzwald und an der Staatsbahnlinie Basel-Zell i. W., hat eine evangelisc…

brom als Zweitglied (3 von 3)

Bërbrom

Idiotikon

Bërbrom Band 5, Spalte 609 Bërbrom 5,609

Chirsibrom

Idiotikon

Chirsibrom Band 5, Spalte 608 Chirsibrom 5,608

Ableitungen von brom (1 von 1)

BROME

Hederich

BROME , es , eine Nymphe, welche mit ihrer Schwester, der Bacche, den Bacchus in dessen Kindheit soll auferzogen haben. Serv . ad Virg. Ecl.…

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APA
Cotta, M. (2026). „brom". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/brom/meyers?formid=B09275
MLA
Cotta, Marcel. „brom". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/brom/meyers?formid=B09275. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „brom". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/brom/meyers?formid=B09275.
BibTeX
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