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brechen II

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Eintrag · Rheinisches Wb.

brechen II

Bd. 1, Sp. 944
brechen II Rhfrk -ęχ-; Mosfrk -ę-, –E-, Eax-, Part. gebrǫx, –-; Rip -E- [uSieg. LRip -ęi-], Prät. -:x, (-ō:-, Wippf -ū:-), Part. jəbrǫxə, –ǫu-; Wermelsk -ęχ-, Prät. -·ə.k, Part γəbrǫxən; SNfrk -Eəkə, Prät. -·ə.k, Part. jəbrəkə; Klevld -E-, Prät. --, Part. γəbrkə st.: I. trans. in Stücke br., zerbrechen. A. mit physischen Gegenständen als Obj., auch öfters absol. ohne solches; meist ersetzt durch af-, ver-, zer-; erhalten in RA.: He hät niks te biten un (of) te br. Ruhr, Nfrk. He mosste bonnen (binden) oder br. entweder oder Malm-Weywertz. Bess böge als br. Dür-Geich. He hät noch wat en de Melk de br. Mörs-Hombg. De Frau breckt ene Spin (Span) en drei Del Selfk. Hej hät nit de völl Döppes gebroken nicht zu viel gearbeitet Mörs-Neuk. Hen süt üt. as wenn he et Pöttje gebroken hätt Geld. De breckt gen Hamspin (Buchenspan) er ist ein Faulenzer Selfk. Er hat den Scheppenstiel gebroch dass. Saarl-Dilling. Nut bricht Eisen Mosfrk, Allg. Iser met Hande br. Klevld. Sönder Klos meckt de Bröck of breck se (Eis) Rees-Brünen. Peter en Paul breckt dem Korn de Wortel Nfrk. En gebroke Jongfer gefallenes Mädchen MGladb-Rheydt. — Er hat den Teller gebrochen ist auf dem Eise gefallen Ottw-Eppelb. Brech nemmen dat Geschiər! Merz — Im Nfrk u. an der Saar scheint das Simpl. noch häufiger; allg. ist es in der RA.: Mateis (Tönnes Kempld, Aach, Selfk; Pankratius Bo-Volmershv) micht Eis oder bricht Eis Mosfrk, Allg.; Matis brich et Is; fengk he ken, dann mat he en Dür, — oder he lett et, wie et ös Monsch. De Kirmes brecht Is oder se mat Is Kirmes schlichtet Streit oder macht Streit Schleid-Hellenth. Fleiss bricht Eis Mosfrk. — In gewöhnlicher Rede ist zer- üblicher. — Im bes. 1. einen Körperteil br., wie nhd. He hät sech en Ben gebroche (mehr zerbr.). Besser en Arm als de Hals gebroche Rip, Allg. Gitzhals, brech der Hals! Düss. Du brecks noch Hals on Krag Sol. Den Dummeldich (Gau Klevld) hot den H. gebroch, den Langsamer left noch Mosfrk. Die Kruk geht so langk te Water (de Pött, zur Bach, of de B.), endlech breck se den Hals (den H. oder de Krag) Meiderich, Allg. We en Onglöck sall han, de becht ne Fenger ejen Spinat (Risbrei) Monsch, Aach. Met Gewalt kann me de F. in de Fott br. Mörs-Neuk. Fall nit op de Röck on brek de Nas! Mörs-Repelen. Breək mar et Krütz net duər! zu einem Hochmütigen MGladb-Rheind. Breək mech der Nack, dann föll ech dech der Sack! spricht der Hafer, der vor der Ährenbildung mit der Walze gebrochen sein will Kref-Fischeln, Kemp-Dülken. Voll on nöchter Kolver br. sele ene Repp Selfk. Nu schlag Gott der Düvel dot on brek höm alle Knoəke! MGladb-Rheind. Et scheisst mir ken Katz an't Kor, et bricht mir och ken Ochs en Hor ich habe nichts zu verlieren Trier-Mehring. Dem wörd sinne Kopp noch gebroəkən sein Eigensinn Nfrk, Allg. Do brech ech mer de Kopp net drüver mach ich mir kein Kopfzerbrechen Allg. — Gebrochen sin Bauchbruch haben nWupp. Dau gebrochenen Hond für einen, der einen Leibschaden, Bruch hat Bitb-Geichl. Sein Herz as gebroch er ist tot Trier-Mehring. — 2. durch Br. etwas vom Ganzen lostrennen, jet vanenen br.; gewinnen. a. Steine br. Allg. Menge Mann geht br., es em Stenbroch am br.; die Stell moss noch gebroche werde; do hat er äwer schün Sten gebroche Rip, Allg. — b. Obst, Blumen br., abpflücken; nur Rhfrk, Mosfrk. Et steht e Äbbelbam, hängke viel Äbbel dran, kimmt e Baur un bricht se all, hängkt kene meh dran Bernk-Hottenb. Johannes daft se (die Äpfel), Jakobus salzt se, Michel bricht se. Martinus isst se Koch-Clotten. De Bire sen all gebroch du kommst zu spät Trier. Wohin gehst du? Scherzh. Antw.: Ich geh of Bamerscht Kirschen br. Ottw-Aschb. Er versteht davon soviel, wie de Kuh vom Erdbeerbr. Zell-Trarb. — c. Weinbergsarbeit, die unnützen, am alten Holz spriessenden Lodden, die keine Gescheine tragen können, abbrechen Siebengeb. Dies soll sehr früh geschehn; denn: Wer brich en en Hos (d. h. so wenig Lodden, dass sie in einen Strumpf gehn), verdent de Luhn on de Kos Sieg-Rhönd.d. Heu- oder Kleehaufen zum Trocknen auseinanderwerfen Simm, Saarbr-Güding, Prüm. Daun, Schleid. Die Hobbe were gebrecht Simm. — Et Bett get gebrocht das in der Tenne ausgebreitete Getreidebett wird aufgeschüttelt Wittl-Neuerbg. — e. Holz br., abhauen. Ech breək mech et iərsch fȫr öm ne Steck ut dem Bösch Nfrk. — f. ein Stück von einem Kuchen, einer Printe abbrechen. Welt ühr ens br.? Einladung, von einer Printe, die man grade isst, ein Stück abzubrechen Aach. — 3. eine Wiese, einen Driesch, ein Stoppelfeld br., zum ersten Male pflügen, umbrechen, die Narbe brechen Eusk, Dür, Aach, Jül, Geilk, Erk, Kemp, Ruhr, Dinsl. De Stoppele br. Herausbr. tief pflügen Simm-Argenth. — 4. br. op 2, op 4, op 6, 8 (Zähn), gesagt vom Zahnen des Pferdes u. Rindes. Et Rand bricht zunächst of zwei, d. h. es verliert die beiden in der Mitte des Unterkiefers beieinander stehenden Zähne u. bricht das neue Zahnpaar durch die Belleren; es bricht dann das nächste Zähnepaar (links u. rechts je ein Zahn neben 1. 2.), darauf brecht et op vier; hat es seine sämtlichen Zähne, so hot et ofgezahnt Eif, Allg. De Koh es am br. Rip; et Rend hat enmol gebroken Nfrk; übertr. von einem Mädchen mit einem unehelichen Kinde, sej hat all ens gebroken Mörs. — 5.a. Gegessenes wieder von sich geben, erbrechen Allg. Ech han mer de Siel us dem Lif gebrauchen Rip. Sech et Hart för de Föt br. Nfrk. De brecht noch Lung un Lever eraus Bitb Dudeld. — b. breachen Abführen, Diarrhoe haben Trier-Schweich. — 6. in der graden Richtung unterbrechen. En gebrochen Dach Dach mit Einsenkung Sieg-Rhönd. De lett de Rije (Reihe) nich br. er lässt andere nicht zu Wort kommen Ess. — B. mit abstract. Obj. abbrechen. De breeht der Streck (Streit) vam Zong (Zaun) wie nhd. Rip, Allg. — Aufheben, vernichten. Et let sech net öwer et Kne br. Nfrk, Allg. — Im bes. 1. eine (rechtliche) Verpflichtung (widerrechtlich) aufheben, ihr zuwider handeln. Se Wort, de Treu, de Ih br., nach dem Nhd. — 2. etwas unterbrechen. unterbinden, aus der Welt schaffen. Den Nichter br. den ersten Bissen zu sich nehmen Mosfrk, Rip. De Nuət brecht e Langkreət (Landrecht) Schleid-Reifferschd; Nut brecht Gesetz Malm-Weywertz. Kaup brecht Mede Sol. — Enem den Egensenn, den Trotz, de Wederstand br. nach dem Nhd. — 3. gebroche Dütsch schwätze wie nhd. — 4. mit einem br., das Verhältnis lösen, wie nhd. Ech han met em gebroche. — II. refl. gebrochen werden können. 1. mit sachl. Subj. Dat Holz brich sech got (schlech), löt sech net br. Rip, Allg. — 2. mit persönl. Subj. a. sich erbrechen, übergeben Allg. Hej mott sek br. wie ene Reiger (Reiher) Mörs-Neuk. En het sech gebroch we en Gerwerhund Daun-Tettschd. Sich ärmslängde br. Aach. — b. noch etwas herausgeben, schenken; noch etwas hinterlassen. De Pattohme, de breck sech noch ens MGladb-Rheydt. — c. Anstalten zum Gehn machen, aufbrechen. De Gäst br. sech zum Gehn Prüm-Ihren. — 3. unpersönl. Et brecht sech zum Renen es droht zu regnen Prüm-Ihren. — III. intrans. 1. mit persönl. Subj. a. durchbr. En as so der (dürr), dat en brecht Wittl, — hej hos dör medde breckt Klev-Üdemerbr. — b. irgendwo einbrechen. Besser de Wolf en de Schofstall brecht als zo Lechtmess et Sonnenlicht May. — c. zusammenbrechen, kraftlos werden. He broch zesamme no dem Schlag Rip, Allg. — 2. mit sachl. Subj. a. zerbrechen. Dat mott bögen of br., br. off barschten Nfrk. Dat (Holz udgl.) brich lech, wie Glas. Dreck; et brich kapot Allg. Brekende War leicht zerbrechlich Klevld. De Kruk geht so lang te Water, bes he brecht Nfrk. As dat Ei breckt, dann stenkt et von einer allzu intimen Freundschaft Klevld, NBerg. Wat ös dann, wann enem och emol en Ei brecht! wenn man auf das Gesäss fällt Merz-Bergen. Sach (sachte) an, söns breckt de Lin! Mörs. De lügt, dat de Balken br. NBerg. Dem as de Knuəde noch net gebroch er wächst nicht voran Mosfrk. — b. übervoll, zum Brechen voll sein. Dat Zemmer wor voll zom br. Rip, — brechevoll. De Bom brecht va Äppel, va Schni Aach-Bardenbg, Rip. — c. vom abnehmenden Mondlicht. Et Leit ös an't br. Kempld. — De Stemm brich em at; de Ogen sen em at gebroche wie nhd.Die Hetzt (Kält) as gebroch ist im Schwinden Bitb. — d. heraus-, hervorbr. De Schwess brich enem herus (oder us) Rip, Allg. — e. zusammenstürzen. Die al Hött brich noch es zesamme Rip, Allg.
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    brechen II

    Rheinisches Wb.

    brechen II Rhfrk -ęχ- ; Mosfrk -ę-, –E-, Eax-, Part. gebrǫx, –- ; Rip -E- [uSieg. LRip -ęi- ], Prät. -:x, ( -ō:-, Wipp…

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Cotta, M. (2026). „brechenii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/brechenii/rhwb?formid=B07008
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Cotta, Marcel. „brechenii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/brechenii/rhwb?formid=B07008. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „brechenii". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/brechenii/rhwb?formid=B07008.
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