BLECHLEIN n.
ahd. blehhilîn,
mhd. blechelî
n. abl. von blech n. 1
plättchen aus dünn ausgewalztem metall; im rotwelschen ‘münze, kreuzer’: 1193
bullis: plechelin
lat. dichter d. dt. ma VI 1,9 MGH. ⟨1338⟩ di mine rede man schribe,/ also das sy stete blibe,/ mit eynem gryffel yserin/ in eyn blyen blechelin
Hiob 7796 DTM. 1510 blechlin
cruͤtzer in: Kluge
rotw. (1901)1,53a. 1595 als denn wiegt man die blechlein abe,/ das man gleich gold vnd silber habe Rollenhagen
froschmevseler N 7a. 1602 da ward .. sein todter leib auffgeschnitten, die funden im magen ein gros stück holtz ..; darbey war ein langes eysen, .. und zwey blechlein gar berostet, und ein lock haar Kirchhof
wendunmuth 2,202 LV. 1674 daneben hat er noch einen andren paucken‐zeiger, nemlich einen ring von messing, dem ein rundes küpffernes blech‐ oder plättlein, mit kleinen ketten angehenckt ist
in: Widmann/P.
Faust 666 LV. 1722 was ist denn ein schwerdt‐pfennig mehr als ein rundes silbernes und mit vielem kupffer vermischtes blechlein J. G. Schmidt
rocken-philos. 5/6,271. ⟨v1791⟩ der flügel, der entweder mit rabenkielen, oder noch besser, aber freylich weit kostbarer, mit goldenen blechlein die saiten juckt und schwingt Schubart
tonkunst 287 Sch. 1853 zwei goldene, runde, halberhabene blechlein, jedes oben mit einem oehr versehen, von welchen die leute des bräutigams eines, die der braut das andere haben machen lassen
magazin u. gesch. missions‐ u. bibel‐ges. 1,71. 1900 selbst das blechlein im haarwulst der frauen wird durch ein stückchen holz oder einen gänsekiel ersetzt
öst.‐ungar. monarchie 21,192. 2005 auf dem pergamentpapier eines blechleins in DIN‐A5‐format wandern die pretiosen in den vorgeheizten ofen
zeit 44,89b. 2
in der verbindung jmdm. ein blechlein anschlagen, anhängen
jmdn. lächerlich machen, verleumden, üble nachrede betreiben. vereinzelt auch mit dem simplex blech
n. auch in der variante jmdm. einen klapf, ein kläpperlein, klemperlein anschlagen, anhängen;
vgl. klapf
m. (1DWB 5,953ff. ) und kläpperlein
n. (1DWB 5,969): ⟨v1209⟩ sô sint die valschen sô gemuot/ daz si sô stæte niht mac gesîn/ sine slahen ir doch ein kläpfelîn
(var.: plechlin)/ mit worten und mit vâre Wirnt
2376 K. ⟨1453⟩ der slecht miner frouwen ain blechle an/ und zicht sie falscher zouberey Hermann v. Sachsenheim
mörin 1252 LV. 1534 die alten comedien oder spyl, haben mit nammen vilen blechlin angeschlagen Eppendorff
Plutarch, sprüch 125. ⟨v1565⟩ damit nicht dem ministerio ein plechlein vnd boͤser nachklang angehengt wurde Mathesius
Syrach (1586)3,78a. ⟨v1605⟩ manchem schlegt sie ein blechlein an,/ manchen sie nicht gnug loben kan Ayrer
d. ä.
5,2907 LV. ⟨1690⟩ Pasquillo, einem schneider zu Rom, von welchem gemeldet wird, daß er alle ehrliche leute .. weidlich durch die hechel zu ziehen, und .. zu verschmählerung ihrer ehren ein blechlein anzuschlagen meisterlich verstanden Arndt/R.
schr. (1690)1,58.Elsner-Petri