Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
bescheln swV.
2 ‘etw. beschneiden’
1 ‘etw. schälen, häuten’ diu zwei hufbein er dô nam / unde beschelte diu alsam: / dô begunde er die hût scheiden Tr 2880. – übertr. ‘etw. offenlegen, der Hülle entledigen’ so man nu daz gestirne / gerechent und der sunnen stoup, / und allen griez und allez loup / durnehteclichen hat gezelt, / so wirt din pris alrerst beschelt / nach siner ganzen wirde KvWGS 52; si fuorte in sunder itewîz / für den künic hôchgeborn / und wolte stillen sînen zorn / mit dem juncherren ûz erwelt, / der wol geliutert und beschelt / was vor allem meine KvWTroj 5630 2 ‘etw. beschneiden’ menig schoͤn lind staut, / der niemant kain acht hat, / vnd stuͤnd si by den leuten, / das man si solt treuten, / beschelen vnt laiten [den Wuchs der Äste lenken] Bîspel1 5. – übertr. ‘etw. beschneiden, schmälern’ uf Sinai würde du erwelt, / daz alle recht dir sin gezelt, / die nicht beschelt / sint noch verselt Frl 5:3,15; der nie sein er beschelt / mit chainer schande parten Suchenw 13,26; man list von einem wîsen daz, / der daz rîch ouch niht anders maz, / daz er ze künige was erwelt, / er was an wandel sô beschelt [bescheiden] , / daz sîn daz lant ze künig gedâht HvBer 3343
MWB 1 634,4; Bearbeiter: Schnell