Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
beroube swv.
1. mit acc. d. person, mit oder ohne genetiv d. sache, auch mit präp. beraube eines dinges, bringe von etwas ab. diu kint ligent uns tôt, nu habent si uns beroubôt Exod. Diemer 159,31. die curfürsten beroubôten von redlîcher sach wegen künig Adolfen von Nassowe und entsatzten in von dem rîche zürch. jahrb. 61,7. darzû tet er schadin genûc, al daʒ gebît beroubinde Jerosch. Pf. 143. b. nymandin sal er beroubin, der synes krigis nicht zu schicken had Joh. Rothe rittersp. 521,1. dir sint di burge unde daʒ lant beroubit unde verbrant Lampr. Alex. W. 2910 (nicht zu nr. 2 gehörig). hie wurden si beroubet haʒlîches muotes Erec 9392. Isôt vil manegen man sîn selbes dâ beroubete Trist. 10965. wand si sich nicht berouben des wolden lâʒen in der nôt Pass. K. 36,26. di burc er vorbrante und betoubete und ouch dâ beroubete der heidin mit tôdes val Jerosch. Pf. 133. c. beroubinde vil gar der pfert zu Kungisberc di brûdere das. 140. d. doch glouben wir genzlich, daʒ di stat der bigraft den corper nicht geheiligen mag noch in der güete gotis beroubin mag Ludw. 16,3. daʒ der tôt beroubte mich an ime, dass der tod mir ihn raubte, Boner. 58,76. er hofte noch berouben si von dem gotes gelouben und an sînen willen ziehen das. 682,22.
2. mit acc. d. sache u. dtv. d. person. liebiu fröude, ich wil des muoten dir, daʒ du dich mir niht beroubest und doch mir erloubest, daʒ ich reines guotes wünsche mir MS. 1,203. a. hieher auch: ich muoʒ klagen, daʒ uns der tôt beraubet hât ein pild und ein exempel, weiplich ein crêâtûre Suchenw. 2, 25. — auch mit präpos. ein kampf, in dem man iren gelouben dâchte an in berouben und den rechten wec vergraben Pass. K. 73,24.