Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
beklîbe stv.
1. fasse wurzel, gedeihe. ob er mit der mûter blibe, daʒ er niemer mê beklibe gedeihe Herb. 17279. swâ guoter hande wurzen sint bekliben Walth. 103,15. der triwe ein reht beklibeniu gut angegangene fruht Parz. 26,13. dâ diu galle in der triuwe an iu bekleip sô niuwe das. 255,16. dâ von beklîben möhte daʒ der werdekeit töhte das. 489,11. helfet unseren goten ir rehtes, daʒ des Heinrîches geslehtes immêr iht mege beklîben W. Wh. 43, 5. wie der kristentuom dâ was bekliben livl. chr. 400. got lieʒ doch beklîben an mannen unde an wîben daʒ sie den touf enpfiengen das. 296. eʒ sal mir wol gezemen, daʒ ich alsô beklîbe Pass. 316,78. durch sîn valsch goukelspil, daʒ an den lûten bekleip das. 172,39. daʒ rîs becleip und wuchs ein grôʒ boum dar ûʒ myst. 127,12. in der gnâde gotes bekliben und gewurzelt sîn das. 16,38. alse diu menslîche natûre becliben ist und geeiniget an di gotlîchen natûre das. 109,12.
2. bleibe stecken, verkomme. scalchen und diuwen pevalech er daʒ vihe ze triuwen, daʒ si iʒ sanfte triben, daʒ dei parigen ieht pechliben Genes. fundgr. 45,27. dô hete Jacob gemachot ein muos ûʒ linsen vile guot. Esau bat ime sîn geben, sprach er wâre vil nâch bechliben das. 37,7. duo begund er wider leben; er was vil nâh bechliben nâch sînen chinden weinente das. 71, 34. mit den vieren scult ir iuch und iuriu chind fuoren jouch iuriu hîwen, daʒ si niht bichlîben das. 72,22. daʒ wirt wol von mir bewart daʒ ich dich lâʒe beklîben Mai 185,15.