BEHÖREN vb. mhd. behœren,
mnd. beĥören.
verstärkende präfixbildung zu hören
(1DWB 4,2,1806 ff.). 1
dazu gehören, zukommen, zustehen, auch ‘eigen, im besitz sein’,
häufig im erweiterten gebrauch i. s. v. ‘gebühren, geziemen’ ,
auch unpersönl. in der wendung es behört sich
es ziemt sich, es gehört sich; vgl. heute geläufigeres gehören
1DWB, zum wechsel der verstärkenden präfixe be-
u. ge-
vgl. 1DWB 4,1,1,1623 f.: 1278 al dat te wettelicken vinderscepe
(‘richterliche vermittlung’
) behoert te doene
corp. altdt. originalurk. 1,338 W. 1298 al dat guͦt .. dat wi hadden jnde dat behorde tuͦt den lande jnde vnsen huͦs van Hylkerode
ebd. 4,322. ⟨E13./A14.jh.⟩ ich spriche, daz got êwiclîche âne underlâz in disem
(meister) gewesen ist, und in disem der mensche mit gote ein ze sînne, dâ behœret gnâde niht zuo meister Eckhart
dt. w. 1,419 Q. ⟨1342⟩ wan die vercken van Nydecken aff gayn, so sullen die voerstere .. beseyn, off sy zo Nydecken behoeren, die dar neit behoeren, sullen dechtum bezalen
weist. 2,775 G. 1364 dise vorgenante verleihnusse der vorgenanten chappellen mit allem und dazuo behoert, als vorbenant ist
in: Stolz
Südtirol (1927)3,2,286. hs.1464 ende die abt gaff yme
(dem findling) alle gereitschap, die to der ridderschap behoirt
spätlese ma. 1,12 TSM. 1498 vnde domen beghunde to heuen an / dat ‘placebo domino’ / .. vnde de responsen, so syk dat behord
Reinke de vos 427 L. 1550 was getreuen armen underthanen in allen muglichen dingen gezimpt und behort
kurmärk. ständeakten 1,713 F. ⟨1644⟩ räthen vnd rahts herren behört, daß sie es trewlich vnd auffrichtig meinen Weidner
apophthegmata 3(1653)444. ⟨1739⟩ müssen die eltern und vormünder ihre kinder .. behörender sorgfalt zur schule und kinderlehre schicken
in: Berg
hdb. policeyrecht (1799)7,120. 1841 dieses pastorat liegt östlich von Perno .. und besteht aus einem kirchenspiele. ein theil davon behört zu Wiborgs Län Possart
kaiserthum Rußland 2,62. 2
hören, zuhören, auch ‘jmdn. durch anhören befragen, etwas durch anhören untersuchen, prüfen, jmdn. durch befragen examinieren’
; vereinzelt auch ‘belauschen’: u1350 dar he
(der gegner) us mede bestan wel, unde mit teynen siner vrunt, de over deme kampe syn, dat besen unde behorn, dat de kamp wuͦl ga, unde bringhe dar .. usen vrunt mit sek
urkb. Hildesh. 2,36 D. u1390 da mit mag sich meren / sein
(des weisen) weisheit und künst, / da mit er lob und günst / erwirbt der werlt, und dort / wirt er ewiclich behört
grosser Alexander 4148 DTM. u1390 tetragramaton daz wört, / daz in teutsch waz behört
(verstanden wird) / der nam gocz von himelreich
ebd. 962. 1488 dath gelt, alsze darvor behoret, schall die stadt und gulde deylen
brand. schöppenstuhlsakten 1,31 S. 1508/16 also ward diser ungloͧben erfunden durch die priesterschaft; die ruͦftend an einen kezermeister, hiess bruͦder Niclaus von Landow, prediger ordens, der behort und rechtverget die sach Brennwald
schweizerchr. 1,469 L. ⟨v1565⟩ man sol niemand behoͤren / so sol man auch anderer leute heimliche sachen nicht auskuntschafften Mathesius
Syrach (1586)1,140b. ⟨v1638⟩ wer vrtheilt ehe beyde partheyen gnug behört seynd, ob er gleichbillich vrtheilt, so handelt er doch vnbillich Lehmann
florilegium (1662)1/2,590. 1729 die gantze rotte, wann ihrer nicht zu viel seynd, aufstehen, und zu dem schulmeister vor seinen tisch hintretten, sich lehren und behören zu lassen
ev. schulordn. 3,328 V. 1863 denn isch er [der schulmeister] i
n de
n bänke
n ume
n g’laufe
n und het-is b’hört
in: schweiz. id. 2,1576. 1946 betrachten wir, behören wir und betasten wir nun die erde und nennen ihre bestimmtheiten Döblin
mensch 57. 1972 indem Felsenstein jede note des komponisten genau behörte
in: Duden, wb. dt. spr. (1999) 2,500c.Schröder